Bundesanleihen über drei Prozent: Für wen sich die Anlage lohnt

FAQ

Rendite steigt über drei Prozent:Sind Bundesanleihen eine gute Anlage?

von Klaus Weber

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Bundesanleihen sind für viele Anleger eine eher unattraktive Geldanlage. Doch rund drei Prozent Rendite machen sie zurzeit interessant. Für wen sie sich lohnen können.

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Die Deutsche Finanzagentur gibt heute Bundesanleihen heraus. Warum sie zurzeit eine relativ hohe Rendite haben und was das auch für Privatkredite bedeutet, erklärt Frank Bethmann.

08.04.2026 | 0:48 min

Was sind Bundesanleihen?

Bundesanleihen sind Staatsanleihen, also Schuldverschreibungen, die vom Staat ausgegeben werden, um sich am Kapitalmarkt Geld zu leihen. Anleger geben dem Staat einen Kredit. Damit nimmt man für den Staat sozusagen die Rolle der Bank ein.

Für diesen Kredit zahlt der Staat, meist jährlich, einen festen Zinssatz, den Kupon. Staatsanleihen haben unterschiedliche Laufzeiten: klassischerweise sieben, zehn, 15 oder 30 Jahre. Deutschland gibt in diesem Jahr erstmals Bundesanleihen mit einer Laufzeit von 20 Jahren aus.

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Bundesanleihen oder Tagesgeld: Was bringt mehr?

Die Renditen der Bundesanleihen sind in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen. Zum einen macht Deutschland für das riesige Infrastrukturpaket mehr Schulden und je mehr Schulden ein Land hat, desto höhere Zinsen muss es den Investoren versprechen. Zum anderen führt auch der Iran-Krieg zu den höchsten Anleiherenditen seit über einem Jahrzehnt. Denn wegen der zu erwartenden höheren Inflation glauben die Märkte, dass die Notenbanken die Zinsen künftig erhöhen könnten.

Ausgabe zehnjähriger Bundesanleihen
:Staatsverschuldung macht auch Privatkredite teurer

Bundesanleihen brachten erstmals seit 2011 wieder über drei Prozent Rendite. Das heißt, das Schuldenmachen wird teurer. Für den Bund, aber auch für Unternehmen und Familien.
von Frank Bethmann
mit Video0:48
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Analyse

Zehnjährige Staatspapiere werfen derzeit eine Rendite von über drei Prozent ab. Damit können sie sich aktuell durchaus mit ähnlichen Investments wie Fest- oder Tagesgeld messen.

Beim Tagesgeld liegen zwar einige Angebote bei etwa 3,5 Prozent und damit leicht über den Staatspapieren. Aber hier muss man aufpassen. Solche Angebote sind oft zeitlich begrenzt. Dann fallen sie auf einen niedrigeren Zins zurück. Bei ausländischen Banken muss man zudem darauf achten, ob sie der deutschen Einlagensicherung unterworfen sind. Sonst ist das Geld bei einer Pleite der Bank weg.

Für wen lohnen sich Bundesanleihen?

Bundesanleihen sind vor allem für Anleger interessant, die ein solides Investment mit wenig Risiko suchen. Denn die Bundesrepublik gilt im internationalen Vergleich als absolut sicherer Schuldner.

Bundesanleihen eignen sich aufgrund ihrer hohen Sicherheit, gekoppelt an die Top-Bonität des deutschen Staates, grundsätzlich für ein breites Spektrum an Anlegergruppen.

Elmar Völker, Zins-Analyst, Landesbank Baden-Württemberg (LBBW)

Das Ausfallrisiko sei auf absehbare Zeit extrem gering, was die Anlage für risikoscheue Investoren attraktiv mache, führt Zins-Analyst Elmar Völker aus.

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Wie kann ich Bundesanleihen kaufen?

Anleihen werden an der Börse gehandelt. Für den Kauf ist daher ein Wertpapierdepot notwendig. Dann können auch Privatanleger bei einer Neuemission von Bundesanleihen diese direkt über ihre Depotbank erwerben.

Hauptkäufer bei Neuemissionen von Bundesanleihen sind jedoch institutionelle Anleger, also Banken oder Versicherungen. Deshalb tummeln sich die meisten Privatanleger auf dem Sekundärmarkt. Dieser ist vergleichbar mit einem Gebrauchtwagenmarkt. Hier werden bereits auf dem Markt befindliche Anleihen über Börsen oder Broker gehandelt.

Wie sicher sind Bundesanleihen?

Das absolut sichere Geldanlageprodukt gibt es nicht. Das gilt auch für Bundesanleihen. Zunächst gilt: Hält man eine Anleihe bis zum Ende der Laufzeit, zahlt der Staat den Nennwert meist zu 100 Prozent zurück - zusätzlich zu den vereinbarten Zinsen.

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Doch es gibt einen Haken. Staatsanleihen werden über Börsen gehandelt. Deshalb haben sie auch einen Kurswert. Und Kurse können auch bei Anleihen schwanken.

Wenn man eine Anleihe nicht bis zum Schluss hält, sondern vorzeitig verkauft, kann man Geld verlieren. Das liegt an einem Marktmechanismus, der sich Zinswippe nennt. Steigen die Zinsen am Kapitalmarkt plötzlich an, versuchen Anleger, neue Anleihen mit höheren Zinsen zu kaufen und Anleihen mit niedrigeren Kupons zu verkaufen. Die Kurse der niedriger verzinsten Anleihen fallen, da sie im Vergleich zu den höher verzinsten Papieren weniger attraktiv sind.

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Welche Laufzeit sollte ich wählen?

Lang laufende Anleihen bieten Anlegern natürlich über viele Jahre Planungssicherheit. Allerdings bergen sie auch ein großes Risiko durch schwankende Kurse, erklärt Elmar Völker: "Die Wahl der Laufzeit hat aufgrund des angesprochenen Risikos von Kursschwankungen eine hohe Bedeutung, da langlaufende Anleihen hierfür besonders anfällig sind."

Viele Experten gehen von einer höheren Verschuldung Deutschlands in den nächsten Jahren aus. Dann muss Deutschland höhere Zinsen bieten, um Investoren die neuen Staatspapiere schmackhaft zu machen. Dadurch werden bereits im Umlauf befindliche Anleihen weniger attraktiv. Je länger sie laufen, desto gefährlicher ist ein solches Szenario.

Klaus Weber ist Redakteur im ZDF-Team Wirtschaft und Finanzen.

Über dieses Thema berichtete ZDFheute im Beitrag "Warum Schulden für Bund und Verbraucher teurer werden" am 08.04.2026 um 14:07 Uhr.
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