Erste Aufführung nach 320 Jahren:Johann Sebastian Bach: Neue Werke in Leipzig präsentiert
Zwei Orgel-Stücke konnten nach langer Forschung Johann Sebastian Bach zugeordnet werden. Der niederländische Organist Ton Koopman präsentierte die Werke erstmalig in Leipzig.
Nach jahrzehntelanger Forschung hat das Bach-Archiv Leipzig zwei bislang nicht zugeordnete Orgelwerke als Frühwerke Johann Sebastian Bachs identifiziert. Der Musikwissenschaftler und Archivdirektor Peter Wollny ordnete die beiden Chaconnen in d-Moll und g-Moll dem damals 18-jährigen Bach zu - über 30 Jahre, nachdem Wollny die Schriften erstmals entdeckt hatte, wie das Archiv bekannt gab. Ihr Autor war demnach mehr als 320 Jahre lang unbekannt geblieben.
Nun wurden die Stücke in der Thomaskirche zum ersten Mal seit der Entdeckung aufgeführt. Der niederländische Organist Ton Koopman spielte die beiden rund 14 Minuten dauernden Werke (einen Ausschnitt sehen Sie im Video). Eine weitere Aufführung ist am Samstag in der Motette der Leipziger Thomaskirche geplant.
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) sprach von einem Ereignis von nationaler Bedeutung: "Es ist ein Glücksfall, eine Sternstunde für die Welt der Musik und es ist eine Welt-Sensation." Bach sei "ein Weltstar", dessen Musik Epochen und Generationen verbinde.
Auch Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) zeigte sich bewegt: "Ich bin einfach nur glücklich heute." Die Entdeckung sei "ein wunderbares Ergebnis einer jahrzehntelangen wunderbaren Forscherarbeit".
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