Tour: Vingegaard abgehängt:Pogacar setzt Punch - Lipowitz begeistert
Tadej Pogacar macht Ernst. Der Titelverteidiger gewinnt bei der Tour die Bergankunft in Hautacam und hängt Jonas Vingegaard ab. Ein großes Rennen liefert Florian Lipowitz.
Tadej Pogacar hat bei der Tour de France den ersten Showdown gegen Jonas Vingegaard deutlich gewonnen. 11,8 Kilometer vor dem Ende der 12. Etappe zog der Titelverteidiger auf dem Anstieg zur Skistation Hautacam das Tempo an. Sein vermeintlich härtester Kokurrent Vingegaard konnte nicht folgen und verlor im Gesamtklassement weitere 2:10 Minuten auf Pogacar.
Pogacar indes kletterte ins Gelbe Trikot und hat damit schon auf der ersten schweren Pyrenäen-Etappe ein deutliches Zeichen in Richtung Gesamtsieg gesetzt. 3:31 Sekunden beträgt der Vorsprung gegenüber Vingegaard.
Dritter bei Bergankunft: Florian Lipowitz landet Coup
Das Rennen seines Lebens lieferte Florian Lipowitz, der den Gipfel zwölf Sekunden hinter Vingegaard als Dritter erreichte. Er dürfte dank dieses Coups vom Edelhelfer für Primoz Roglic zum neuen Kapitän des Teams Red Bull - Bora-Hansgrohe aufgestiegen sein.
Großer Kampf: Florian Lipowitz fährt als Dritter ins Ziel und hätte Jonas Vingegaard fast noch eingeholt.
Quelle: Anne-Christine Poujoulat / AFPLipowitz, der dem Gesamtdritten Remco Evenepoel mehr als eine Minute abnahm, darf nach seiner starken Leistung sogar auf das Podium in Paris hoffen.
In der Gesamtwertung kletterte er vom achten auf den vierten Rang und liegt jetzt 5:34 Minuten hinter Pogacar und 49 Sekunden hinter dem Gesamt-Dritten Evenepoel.
Neuauflage des Duells vor drei Jahren
Vor knapp drei Jahren hatten sich Pogacar und Vingegaard schon einmal ein spektakuläres Duell beim Aufstieg nach Hautacam geliefert. Damals wartete Vingegaard nach einem Sturz sogar auf Pogacar. Der Däne schüttelte den entkräfteten Slowenen später ab und ebnete den Weg für seinen ersten Tour-Sieg.
Auch diesmal, zum Auftakt der Pyrenäen-Trilogie, lieferten sich die Favoriten den erwarteten Schlagabtausch. Pogacar attackierte schon zwölf Kilometer vor dem Gipfel und sprengte damit die Gruppe der Topfahrer. Auch Vingegaard konnte nicht folgen und verlor in der Folge Sekunde um Sekunde.
Lipowitz im Alleingang auf Platz 3
Lipowitz schien im Vergleich mit Primoz Roglic die besseren Beine zu haben. Knapp sechs Kilometer vor dem Ziel machte der Ulmer dann Ernst und distanzierte nicht nur seinen prominenten Kapitän, sondern nahm im Solo die Verfolgung der beiden Topfahrer auf.
"Heute war der Plan, dass Primoz und ich beide offene Karten haben. Jeder durfte am letzten Einstieg was probieren", erklärte Lipowitz nach dem Rennen in der ARD:
Nachdem ich den größten Teil von vorne gefahren bin, habe ich gedacht, ich probiere mal eine Attacke.
Florian Lipowitz, Etappen-Dritter
Evenepoel kämpft sich zurück
Remco Evenepoel fiel schon am Col du Soulor, dem ersten von drei schweren Anstiegen, zurück. Er schaffte es nicht, diesen Pass als Teil der Favoritengruppe zu überqueren, kämpfte sich aber anschließend noch einmal heran.
Am Freitag steht die zweite Prüfung in den Pyrenäen an. Das anspruchsvolle Bergzeitfahren über 10,9 Kilometer von Loudenvielle hinauf zum Flugplatz nahe Peyragudes dürfte einiges von den Top-Fahrern abverlangen. Vor allem der Schlussanstieg mit durchschnittlich 7,9 Prozent Steigung auf einer Distanz von 8 Kilometern hat es in sich.
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