Bilanz der Ruder-WM:Ruder-Bundestrainer sieht deutschen Aufwärtstrend
Nach der WM in Amsterdam sieht Bundestrainer Markus Schwarzrock Fortschritte, benennt aber auch Schwächen und blickt in Richtung Olympia 2028.
Die deutschen Ruderer Marc Weber, Felix Heinrich, Jonas Gelsen und Ole Hohensee rudern Richtung Startposition bei der Ruder-WM in Amsterdam
Quelle: IMAGO / Richard WarehamEr wirkt zufrieden. Deutschlands Ruder-Bundestrainer Marcus Schwarzrock durfte am letzten Tag der WM in Amsterdam noch einmal eine Goldmedaille bejubeln - Oliver Zeidler wurde im Einer seiner Favoritenrolle souverän gerecht. Entsprechend positiv fällt das Fazit Schwarzrocks aus.
Mit Platz zwei in der Medaillenwertung sei die deutsche Mannschaft auf dem richtigen Weg, sagt Schwarzrock im ZDF-Interview mit Felix Tusche. "Das ist natürlich erst mal ein guter Erfolg", betont er weiter.
Ruder-Bundestrainer Marcus Schwarzrock zieht nach der WM in Amsterdam im ZDF-Interview mit Reporter Felix Tusche Bilanz und blickt auf Olympia 2028.
30.08.2026 | 4:14 minAllerdings wolle er nicht nur auf die Medaillen schauen, sondern genauer analysieren, wo das Team stehe. Insgesamt sei er "sehr zufrieden". Im paralympischen Bereich habe Deutschland zwei Goldmedaillen gewonnen und sei sehr gut aufgestellt.
Schwarzrock erkennt klare Fortschritte im olympischen Bereich
Auch im olympischen Bereich erkennt Schwarzrock Fortschritte. Die Mannschaft sei "in der breiten Basis viel besser geworden in allen Disziplinen" und habe dadurch mehr Möglichkeiten für die nächsten beiden Jahre.
Einer-Ruderer Oliver Zeidler gewinnt bei der Ruder-WM seinen vierten Weltmeistertitel. Der Achter verpasst hingegen die Medaillenränge knapp.
30.08.2026 | 0:46 minAls Gründe nennt er eine veränderte Trainingsmethodik und die Kommunikation im Team. Auch die gute Stimmung unter den Sportlerinnen und Sportlern helfe: "Das pusht schon gegenseitig und bringt uns schon nach vorne."
Großes Lob für Oliver Zeidler
Besonders hebt Schwarzrock Oliver Zeidler hervor. Der Olympiasieger von Paris 2024 ist in diesem Jahr noch ungeschlagen, hat im Ergometer-Rudern einen neuen Weltrekord aufgestellt und ist Europa- und Weltmeister geworden. "Das ist eine absolute Spitzenleistung, Weltklasseleistung", sagt der Bundestrainer.
Nach dem vierten Gewinn des WM-Titels im Ruder-Einer spricht Ruderer Oliver Zeidler im ZDF-Interview bei Reporter Felix Tusche.
30.08.2026 | 1:53 minEs sei nicht einfach, sich im Einer immer wieder gegen die Konkurrenz durchzusetzen und dennoch jedes Rennen souverän zu gewinnen. Stolz ist Schwarzrock zudem auf den Männer-Doppelvierer. Nach elf Jahren ohne Podiumsplatz bei internationalen Meisterschaften habe das junge Boot in Amsterdam Silber gewonnen.
Der Doppelvierer der Herren gewinnt bei der Ruder-WM Silber. Der Achter hat durch Feueralarm, Ausfälle und Premiere mehrere Herausforderungen.
29.08.2026 | 1:02 min"Das macht uns sehr stolz", sagt er. Die Medaille wertet Schwarzrock als Beleg für die Entwicklung in der Mannschaft. Der Erfolg zeige nach seiner Einschätzung, dass die breiter Basis im deutschen Rudersport nun auch in einzelnen Bootsklassen wieder zu Spitzenresultaten führen könne.
Deutschland-Achter macht Fortschritte
Zufrieden zeigt sich Schwarzrock auch mit dem vierten Platz des Männer-Achters. Das einstige deutsche Paradeboot steckt seit mehreren Jahren in einer Krise, und sei bei der WM "das beste Rennen" gefahren, das er von dem Boot in den vergangenen beiden Jahren gesehen habe.
Kathrin Marchand und Valentin Luz sprechen nach ihrem WM-Titel im Para-Rudern im ZDF-Interview bei Reporter Felix Tusche.
28.08.2026 | 1:39 minDie Mannschaft habe ihre Vorhaben sehr gut umgesetzt. "Darauf können die Jungs auch stolz sein und der Trainer auch", sagt Schwarzrock. Positiv bewertet er zudem, dass neben dem Achter auch der Männer-Vierer ohne Steuermann im Finale stand.
Frauen-Doppelvierer enttäuscht
Doch es sind nicht nur positive Dinge aus den Niederlanden zu vermelden. Der Frauen-Doppelvierer wurde den hohen Erwartungen nicht gerecht, landete im Finale auf dem letzten Platz.
Trotz Medaillen bei den Weltcups und der EM hatte das Boot bei der WM am Ende nichts mit den Medaillen zu tun: "Hier sind wir ganz unter unseren Möglichkeiten geblieben." Die Formkurve habe über die Saison nicht wie erhofft nach oben gezeigt. Die Gründe dafür wolle das Team nun in Ruhe auswerten.
Das deutsche Para-Boot der Klasse PR2 mit Jasmina Bier und Paul Umbach gewann WM-Gold über die 2000m. Im Leichtgewichtsrudern gab es Silber für Maximilian Rühling und Naveen Shah.
28.08.2026 | 1:01 minAn der Qualität der Ruderinnen im Doppelvierer zweifelt Schwarzrock trotz des Ergebnisses nicht. Andere Nationen hätten ihre Form bei der WM besser abrufen können, zugleich seien die Resultate in dieser Bootsklasse während der Saison stark wechselhaft gewesen. Schwarzrock ist deshalb überzeugt: "Wir werden da nächstes Jahr wieder vorne mitmischen."
Quali für Olympia 2028 steht an
Dann steht die vorolympische WM mit der Qualifikation für die Olympischen Spiele an. Übertragen auf die Ergebnisse von Amsterdam wären nach seiner Rechnung zehn von zwölf olympischen Booten qualifiziert. "Das wäre erstmal ein super Ergebnis", sagt Schwarzrock.
Zugleich müsse die Entwicklung weiter vorangetrieben werden. Nach dem Fortschritt in der Breite gehe es nun darum, in möglichst vielen Bereichen auch näher an die Spitzenleistung heranzukommen.
Das Interview führte Felix Tusche. Zusammengefasst wurde es von Sebastian Ungermanns.