"Wir müssen uns nicht verstecken": Heidemann zu Köln/Rhein-Ruhr

Olympia-Bewerbung mit Ticket-Rekord:"Müssen uns nicht verstecken": Heidemann zu Köln/Rhein-Ruhr

von Pauline Herrle

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Köln/Rhein-Ruhr oder München? Die Entscheidung über Deutschlands Olympia-Bewerbung steht an. Britta Heidemann wirbt für ihre Heimatregion – und sieht gute Chancen.

Olympia-Botschafterin Köln-Rhein-Ruhr Heidemann im ZDF-Interview

Die Botschafterin von Köln-Rhein-Ruhr betont, dass ihre Region sich nicht verstecken müsse. Ferner glaubt sie, dass Deutschland gute Chancen im internationalen Vergleich habe.

24.09.2026 | 3:11 min

Nach dem Rückzug der Berliner Bewerbung wird es zum Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Köln/Rhein-Ruhr und München. Wer bekommt die Chance, Deutschland bei der Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 zu vertreten? Für Britta Heidemann, Fecht-Olympiasiegerin von 2008, ist die Antwort im ZDF-Interview klar: Ihre Heimatregion Köln/Rhein-Ruhr hat ein "Spitzen-Konzept".

Heidemann kennt die olympische Welt aus verschiedenen Perspektiven. 2008 gewann sie in Peking Gold im Fechten, später war sie Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees. Heute wirbt sie als Botschafterin für die Bewerbung ihrer Heimatregion. Gerade deshalb kann sie auch die internationale Wahrnehmung der deutschen Bewerbung einschätzen.

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Kaum eine Region vereint soviel Spitzensport auf sich wie Köln Rhein-Ruhr. Dazu lockt der mögliche Olympia-Standort mit hohem Potenzial beim Ticketverkauf.

23.09.2026 | 2:23 min

"Die internationale Gemeinschaft ist sehr froh, dass sich Deutschland jetzt endlich wieder um Olympische und Paralympische Spiele bewerben will", sagt Heidemann im ZDF-Mittagsmagazin. Sie sei gerade von den Asian Games zurückgekommen und habe dort viele Gespräche geführt. Ihr Eindruck: Deutschland sei als möglicher Gastgeber international willkommen.

Kopf-an-Kopf-Rennen erwartet

Dass Berlin seine Bewerbung zurückgezogen hat, sieht Heidemann dennoch mit gemischten Gefühlen. "Ich persönlich finde es schade, dass Berlin aus dem Rennen ist." Für die Region müsse das allerdings kein Nachteil sein. Das Kölner Konzept binde auch den Osten Deutschlands ein, etwa mit Leipzig und Rostock:

Selbst wenn Berlin nicht weiter kandidiert, wird die Region weiterhin im Rennen bleiben.

Britta Heidemann

Im nationalen Auswahlverfahren liegen Köln/Rhein-Ruhr und München eng beieinander. Die DOSB-Evaluierungskommission gab München 87,03 von 100 Punkten, Köln/Rhein-Ruhr kam auf 85,02. Für Heidemann ist deshalb klar: "Es ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Ich bin optimistisch, dass es zwei tolle Konzepte sind."

Ein Plakat z Start der Kampagne für die Bewerbung der Region Rhein-Ruhr, mit Köln als "Leading City", um Olympische und Paralympische Spiele am 19.01.2026 an der Lanxess-Arena.

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Wo ihre Heimatregion die Nase vorne hat? "Wir haben 17,6 Millionen Tickets, das ist ein Weltrekord. Wir haben 100 Prozent aller Sportstätten fertig", sagt die ehemalige Athletin. Das stimmt zwar noch nicht ganz, denn das Olympiastadion ist es noch nicht. Dazu komme die geplante Kulisse: Schwimmen vor 60.000 Zuschauern. Ihr Fazit: "Wir müssen uns überhaupt nicht verstecken.“

Doch Heidemann blickt nicht nur auf die nationale Auswahl. Durch ihre Zeit im IOC kennt sie auch die internationale Perspektive. Deutschland habe aus ihrer Sicht einen entscheidenden Vorteil: Erfahrung in Sachen sportlichen Großveranstaltungen.

Das IOC weiß: Auf Deutschland ist Verlass.

Britta Heidemann

Auch bei der Frage, ob Deutschland eine solche Großveranstaltung kurzfristig umsetzen könnte, ist Heidemann zuversichtlich. "Ich glaube, dass wir eine der wenigen Nationen sind, die – egal wann – relativ schnell umsetzen können." Ihre Einschätzung fällt entsprechend klar aus: "Ich bin überzeugt, dass wir gute Chancen im internationalen Vergleich haben."

Archiv: Berliner Kampagne für eine Bewerbung um die Ausrichtung der Olympischen Spiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 – mit der Aufschrift „Berlin gewinnt mit Olympia“ ist am 15. Juni 2026 neben einer Ampel in Berlin zu sehen.

Der Rückzug der Olympia-Bewerbung Berlins hatte sich nach der Wahl des Abgeordnetenhauses angedeutet. Nun steht fest: Berlin wird zwischen 2036 und 2044 keine Spiele austragen.

24.09.2026 | 2:20 min

Entscheidung fällt am Samstag

Für Köln/Rhein-Ruhr geht es nun zunächst darum, die 144 Mitglieder der Mitgliederversammlung des DOSB von der Bewerbung zu überzeugen. Erst danach würde der internationale Bewerbungsprozess beginnen – und damit der Versuch, die Olympischen und Paralympischen Spiele nach mehr als 50 Jahren wieder nach Deutschland zu holen.

TV-Kameramann beim Fußballspiel

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Das ZDF berichtete zu diesem Thema im Mittagsmagazin am 24. September 2026 um 13:45 Uhr.
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