WM-Schiedsrichter: Zu devot, zu großzügig, zu oft im Mittelpunkt

Schiedsrichter bei Fußball-WM:Zu devot, zu großzügig, zu oft im Mittelpunkt

von Andreas Morbach

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Vielen guten Leistungen der Referees bei der WM standen noch mehr negative Eindrücke gegenüber. Schuld daran hat nach Ansicht des ZDF-Experten Thorsten Kinhöfer auch die FIFA.

Schiedsrichter Barton aus El Salvador bekommt das Freistoßspray von einem Assistenten gereicht.

Die WM-Schiedsrichter (hier Barton aus El Salvador mit seinem Assistenten) standen regelmäßig im Mittelpunkt der Kritik - überwiegend negativer.

Quelle: dpa

Aufregung um die Schiedsrichter gab es bei dieser Fußball-WM reichlich. Beim Finale zwischen Spanien und Argentinien sorgte Referee Slavko Vincic aber nur für einen kleinen Fauxpas - als er den Spanier Alex Baena mit seinem Freistoßspray versehentlich kurz ansprühte.

Argentiniens harte Gangart nicht belohnt

Baena drehte sich weg, der durchweg souveräne Vincic entschuldigte sich, fertig. Der hochverdiente WM-Titel für die Iberer behagte auch Thorsten Kinhöfer - mit Blick auf die Dauerdebatte um eine mögliche Bevorzugung des entthronten Weltmeisters beim zurückliegenden Turnier.

"Wenn die aggressive und häufig unsaubere Spielweise der Argentinier noch belohnt worden wäre, hätte ich das nicht gut gefunden", betont Kinhöfer im Gespräch mit ZDFheute. Dabei denkt der langjährige Bundesligaschiedsrichter auch an das Auftaktsspiel der Südamerikaner gegen Algerien.

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Kommentar

"Ich möchte nicht glauben, dass Superstars wie Messi bevorteilt werden. Das wäre ein Armutszeugnis für jeden Schiedsrichter", kommentiert Kinhöfer hierzu allgemein.

Torhüterschutz zu spät kommuniziert

Prinzipiell gut war die FIFA-Vorgabe, einen möglichst flüssigen Spielverlauf zu gewährleisten. Das klappte oft. Beim Halbfinale zwischen Argentinien und England bekam der sehr großzügig pfeifende US-Amerikaner Ismail Elfath die explosive Partie allerdings erst in der zweiten Halbzeit in den Griff.

Viel zu spät kommunizierte die FIFA ihren Plan, Torhüter stärker zu schützen. Was unter anderem beim Sechzehntelfinal-Aus der deutschen Mannschaft gegen Paraguay für Unverständnis sorgte.

Rückschritt bei der Kapitänsregel

Als "Katastrophe" bezeichnet Kinhöfer die Informationspolitik der FIFA in diesem Punkt. Einen bedauerlichen Rückschritt erlebte in den vergangenen Wochen zudem die bei der EM 2024 erstmals erprobte sogenannte "Kapitänsregel".

Während der WM mutierte dieser Kapitänsdialog nun häufig zu einem Teamdialog. "Alle stürmen auf mich ein und quatschen mich voll", beschreibt Kinhöfer die Zustände aus Sicht der Referees.

Dieses devote Verhalten von Schiedsrichtern war für mich inakzeptabel. Man muss sich auf Augenhöhe begegnen. Und das war bei der WM häufig überhaupt nicht der Fall.

ZDF-Schiedsrichterexperte Thorsten Kinhöfer

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Kritik an Schiedsrichterchef Collina

"Mittlerweile", hält Kinhöfer dazu fest, "hat die FIFA einen Ruf, dass ihr nichts mehr geglaubt wird." Verantwortlich dafür macht der Mann aus dem Ruhrgebiet Infantino. Aber auch Pierluigi Collina, beim Weltverband seit 2017 Chef der Schiedsrichterkommission.

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Über die Fußball-WM berichtet das ZDF seit dem 01.06.2026 täglich in verschiedenen Sendungen.

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