La Furia Roja neuer Weltmeister:Spanien dominiert, brilliert und zelebriert
von Heiko Oldörp
Spanien ist neuer Fußball-Weltmeister. In einem einseitigen Finale besiegte der Europameister am Sonntag vor den Toren New Yorks Titelverteidiger Argentinien hochverdient 1:0.
Im WM-Finale zwischen Spanien und Argentinien passiert lange nicht viel. Erst in der Verlängerung erlöst Ferran Torres die stärkeren Spanier.
20.07.2026 | 12:47 minNico Williams und Lamine Yamal lagen nebeneinander rücklings auf dem Rasen. Die Arme ausgebreitet, starrten sie in den blauen Himmel über ihnen. Es hätte auch ein Bild vom Strand sein können. Zwei Kumpels genießen einen schönen Sommer-Sonntag bei 27 Grad Celsius irgendwo am Meer.
So jung und schon Weltmeister: Nico Williams (oben) und Lamine Yamal
Quelle: dpaDoch um sie herum waren weder Wasser noch Strandsand - und schon gar keine anderen Badegäste. Nein, der 24-jährige Williams und der gerade 19 Jahre alt gewordene Yamal lagen in der Mitte des WM-Stadions von New York - umgeben von mehr als 80.000 Fans, ihren spanischen Mitspielern und den Akteuren der argentinischen Nationalmannschaft. Und sie hatten soeben ihre noch jungen Karrieren gekrönt - mit dem WM-Titel.
Die ZDF-Experten Christoph Kramer und Per Mertesacker analysieren das WM-Finale. Dabei vergegenwärtigen die beiden Weltmeister von 2014 nochmal die Bedeutung eines solchen Titels.
20.07.2026 | 9:56 min736 Tage nach EM-Sieg ist Spanien Weltmeister
Mit 1:0 nach Verlängerung hatte Spanien in East Rutherford ein erschreckend einseitiges Finale dieser 23. Fußball-Weltmeisterschaft gewonnen. Ferran Torres hatte in der 106. Minute auf Kopfballvorlage von Williams das siegbringende und so hoch verdiente Tor geschossen. Spanien ist somit 736 Tage nach dem 2:1-Triumph über England im EM-Finale von Berlin nun auch Weltmeister.
Das haben wir zusammen erreicht. Wir sind Weltmeister.
Luis de la Fuente, Spaniens Nationalcoach
Luis de la Fuente hat die Spanier zu ihrem WM-Triumph geführt.
Quelle: AFPMit seinen 65 Jahren ist der glatzköpfige Luis de la Fuente nun der älteste Weltmeister-Trainer der Fußball-Geschichte. Er löste Landsmann Vicente del Bosque ab, der Spanien 2010 im Alter von 59 Jahren zum WM-Titel geführt hatte. Auch damals hatte sich die Furia Roja im Endspiel mit 1:0 nach Verlängerung durchgesetzt. Gegner in Johannesburg waren die Niederlande.
Gianni Infantino und Donald Trump übergaben dem spanischen Kapitän Rodri den WM-Pokal. Der US-Präsident blieb für das Siegerfoto neben der spanischen Mannschaft stehen.
20.07.2026 | 21:51 minArgentinier zu Statisten degradiert
Spanien hatte bei dieser XXL-WM von acht Turnierspielen sieben gewonnen - nur gegen Winzling Kap Verde zum Auftakt 0:0 gespielt. Spanien hatte nur ein Gegentor bekommen, so wenig wie kein anderer Weltmeister. Spanien hatte eindrucksvoll im Halbfinale 2:0 gegen WM-Favorit Frankreich gewonnen. Und Spanien hatte Argentinien über 120 Minuten des Finals zu Statisten degradiert, dem Titelverteidiger nur in der Schlussphase der Verlängerung anderthalb Torschüsse gestattet.
Letztlich kam es immer auf uns alleine an. Wir haben uns immer mit unserem Fußball durchgesetzt, auch im Finale.
Ferran Torres, Spaniens Sieg-Torschütze
Argentinien hatte bei dieser WM vor allem Superstar Lionel Messi, der trotz seiner 39 Jahre acht Tore schoss. Spanien hingegen hatte viele Heroen. Im Finale war es Einwechselspieler Torres, der ausgerechnet im Endspiel sein einziges Turnier-Tor schoss. "Dieser Treffer war nicht nur meiner oder der des Teams. Er gehört 47 Millionen Menschen", meinte der Stürmer in Anspielung auf Spaniens Bevölkerung.
Im WM-Finale zwischen Spanien und Argentinien passiert lange nicht viel. Erst in der Verlängerung erlöst Ferran Torres die stärkeren Spanier.
20.07.2026 | 12:47 minSpanien räumt auch bei individuellen Ehrungen ab
Die Mannschaft von Coach de la Fuente gewann nicht nur den WM-Pokal, sondern auch drei individuelle Auszeichnungen. Kapitän Rodri wurde als "wertvollster Spieler" (MVP) des Turniers, Verteidiger Pau Cubarsi als bester junger Spieler und Unai Simon als bester Torwart ausgezeichnet.
Der Schlussmann sah sich vor 80.663 Zuschauern nur der Sonne ausgesetzt, aber keinerlei argentinischen Angriffen. Er musste nicht einmal ernsthaft eingreifen, erlebte ausgerechnet im hochgehypten Endspiel seinen ruhigsten Arbeitstag der WM.
Lamine Yamal (l) und Lionel Messi umarmen sich nach dem Spiel.
Quelle: dpaSpanien contra Argentinien-Schlussmann Martinez
Spaniens Offensive hingegen hätte das Finale schon in den 90 Minuten entscheiden müssen. In der ersten Halbzeit taten sich die Iberer noch schwer, klare Chancen herauszuarbeiten, zwei Schüsse von Yamal und Marc Cucurella waren die besten Möglichkeiten.
Doch nach dem Seitenwechsel wurde die Partie immer mehr zum Duell Team gegen Torhüter, Spanien contra Emiliano Martinez. Der Argentinier hatte manchmal Glück, hielt dann aber, wie bei einem Freistoß von Yamal in den Schluss-Sekunden der regulären Spielzeit, überragend.
Doch in der 106. Minute war auch er machtlos. Torres traf, Spanien jubelte und ist zum zweiten Mal Weltmeister.
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