Doku "American Soccer Dream": Der schwierige Weg des US-Fußballs

Doku "American Soccer Dream":US-Fußball: Von der Randsportart zum Entertainment-Produkt

von Heiko Oldörp

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Die USA sind in vielen Sportarten Weltklasse, nur im Fußball nicht, zumindest bei den Männern. Dennoch hat "Soccer" in Amerika eine Erfolgsgeschichte geschrieben.

American Soccer Dream

Der Fußball erlebt in den USA einen beispiellosen Boom - angetrieben von Superstar Lionel Messi und mächtigen Milliardenkonzernen. Experten sprechen vom größten Wachstum im Weltsport.

08.05.2026 | 43:47 min

Nein, es gibt ihn nicht, diesen einen Soccer-Moment, der in Amerika alles in Bewegung brachte. So wie der Wimbledon-Sieg von Boris Becker 1985, der in Deutschland einen nie da gewesenen Tennis-Boom auslöste. Es waren vielmehr viele Ereignisse über viele Jahrzehnte hinweg, die dafür sorgten, dass Fußball in der erfolgreichsten Sportnation der Welt populär und allgegenwärtig wurde.

Es war allerdings auch eine Achterbahnfahrt. Diesen welligen Weg zeigt die Dokumentation “American Soccer Dream”, die ab sofort im ZDF-Streamingportal verfügbar ist - und in der Alan Rothenburg zu den Protagonisten zählt.

WM 1994 in USA zur Erschließung neuer Märkte

Der 87-Jährige ist einer der Soccer-Visionäre. Dabei wuchs er in Detroit mit American Football, Baseball, Basketball und Eishockey auf. "Meine Generation hatte Null Kontakt zu Soccer", so Rothenburg. Wie auch? Die Weltmeisterschaften von 1954 bis 1986 fanden alle ohne die USA statt.

Dennoch vergab der Fußball-Weltverband FIFA am 4. Juli 1988 die WM 1994 an die USA - und machte Rothenburg zum Organisations-Chef. Ziel des Fußball-Weltverbandes war es, neue Märkte zu erschließen - und, soviel war bereits damals offensichtlich, zwischen Washington und Waikiki gab es einen gigantischen Sportmarkt.

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94er WM bis heute Rekordturnier

Die Vereinigten Staaten waren zwar keine Fußball-Nation, das Land hatte noch nicht mal eine nationale Profiliga. Aber Amerika hatte es schon immer verstanden, eine große Party auszurichten, Einheimische und Gäste zu unterhalten. Beim Eröffnungsspiel der WM 1994 moderierte Oprah Winfrey im Soldier Field von Chicago, Diana Ross sang, US-Präsident Bill Clinton sprach und Jürgen Klinsmann traf zum 1:0-Sieg von Titelverteidiger Deutschland gegen Bolivien. Das alles vor 67.000 Fans in einer ausverkauften American Football-Arena.

Es war der Auftakt für ein Fußballfest. Spiel und Spieler mögen für viele Amerikaner unbekannt gewesen sein, doch die Stadien waren voll. Die Gesamtzuschauerzahl von rund 3,5 Millionen Fans sowie der Schnitt von 68.000 Besuchern bei den 52 Spielen sind bis heute unerreicht.

MLS: Beckham wird zum Türöffner

Als Folge der WM nahm 1996 die Major League Soccer ihren Spielbetrieb auf - und entging fünf Jahre später nur knapp der Schließung. Doch ab 2007 war die MLS ein weltweiter Begriff, denn David Beckham unterschrieb bei Los Angeles Galaxy. Ohne Beckham, sagt Liga-Commissioner Don Garber, würde es "die MLS heute nicht mehr geben".

Der Engländer war der Türoffner für weitere internationale Stars. Sogar Weltmeister wie Thierry Henry, Kaká, Andrea Pirlo und Bastian Schweinsteiger wechselten in die MLS. Und seit 2023 zaubert auch Lionel Messi hier. Seine Unterschrift bei Inter Miami war der Ritterschlag für Liga und Land.

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Pelé, Beckenbauer und ein ahnungsloser Boss

Knapp 50 Jahre zuvor spielte schon einmal ein Fußballgott in Amerika. Pelé kickte ab 1975 für New York Cosmos in der North American Soccer League. Bald kam auch Franz Beckenbauer hinzu. Finanziert wurden sie von Steve Ross, dem Geschäftsführer des Unterhaltungskonzerns Warner Communications.

Ross hat keine Ahnung vom Soccer, aber er wusste, wie man eine gute Show bietet. Pelé und Beckenbauer waren bestens Entertainment, lockten bis zur 78.000 Fans an. Das Problem: Es gab prominente Profis, aber kein Nachwuchssystem. Heute hingegen hat Soccer eine breite Basis, mit jeder Menge Förderung für Jungen und Mädchen.

Das Land weiblicher Soccer-Superstars

Apropos: Amerikas erster Soccer-Superstar war eine Frau: Mia Hamm. Die Stürmerin wurde mit den USA nicht nur Weltmeisterin und Olympiasiegerin, sondern machte in den Neunzigern auch Werbung mit Basketball-Ikone Michael Jordan.

Megan Rapinoe am 07.07.2019 in Lyon

Megan Rapinoe, eine Ikone des US-Fußballs.

Quelle: reuters

Auf Hamm folgten Abby Wambach, Megan Rapinoe, Alex Morgan. Sie alle gewannen WM-Titel und Olympiagold. Sie alle wurden Idole für Mädchen auf der ganzen Welt. Bei den Männern hingegen warten die USA auch 2026 noch auf ihren ersten, globalen Soccer-Superstar.

Über dieses Thema berichtet das ZDF in der Dokumentation "American Soccer Dream" am 08.05.2026.

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