Russlands Ex-Präsident:Medwedew fantasiert über Merz-Entführung: Berlin empört
Russlands Ex-Präsident Medwedew kann sich eine Entführung von Kanzler Merz ähnlich wie die Festsetzung von Maduro vorstellen. Aus Berlin hagelt es scharfe Kritik.
Die Bundesregierung kritisiert den ehemaligen russischen Präsidenten Dmitri Medwedew nach seinen Aussagen zu Friedrich Merz scharf. Er hatte über eine Entführung des Kanzlers fantasiert.
05.01.2026 | 0:59 minDie Bundesregierung hat Äußerungen des früheren russischen Präsidenten Dmitri Medwedew zu einer möglichen Entführung von Kanzler Friedrich Merz strikt zurückgewiesen. Der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille sagte in Berlin:
Derartige Drohungen verurteilen wir auf das Schärfste.
Sebastian Hille, stellvertretender Regierungssprecher
Nach seinen Angaben sieht die Bundesregierung keinen Anlass, wegen der Äußerungen die Sicherheitsvorkehrungen für den Schutz des Kanzlers nachzubessern. "Die vorhandenen Sicherheitsmaßnahmen haben sich bewährt und bieten einen anlassbezogenen und der Gefährdungslage des Bundeskanzlers angemessenen Schutz", betonte Hille. Kanzler Merz sei "gut und sicher geschützt". Die Beamtinnen und Beamten der Sicherungsgruppe des Bundeskriminalamts gehörten "zu den Besten der Welt".
Medwedew beschimpft Merz als Neonazi
Der frühere Kremlchef Medwedew hatte in einem Gespräch mit der russischen Staatsagentur Tass gesagt, dass er sich analog zu dem gewaltsamen Vorgehen der USA in Venezuela ähnliche Entführungsaktionen gegen andere Staats- oder Regierungschefs vorstellen könne, auch gegen Merz.
Die Entführung des Neonazis Merz könnte eine hervorragende Wendung in dieser Karnevalsserie sein.
Dmitri Medwedew, aktueller Vizevorsitzender des nationalen Sicherheitsrats
Ein solches Szenario hätte durchaus etwas Realistisches an sich.
Die Entführung von Machthaber Maduro hat die Europäer in ein Dilemma gestürzt. Wie reagieren? Kritik am Vorgehen der USA oder der Hinweis auf Maduros Schreckensregime. Eine politische Debatte darüber ist entbrannt.
05.01.2026 | 2:41 min"Es gibt sogar Gründe, ihn in Deutschland zu verfolgen, daher wäre es kein Verlust, zumal die Bürger umsonst leiden." Medwedew hat sich in den vergangenen Jahren immer mehr zum Scharfmacher gegen den Westen entwickelt. Er bezog sich auf die Gefangennahme des autoritären venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro durch US-Truppen in Venezuela, der anschließend in die USA gebracht wurde.
Bisher hat sich die Bundesregierung nicht klar zum Vorgehen der USA geäußert. Experten sprechen hierbei jedoch von einem Bruch des Völkerrechts.
05.01.2026 | 1:46 minWadephul über Medwedew: "Interessante Beiträge"
Außenminister Johann Wadephul äußerte sich bei einer Pressekonferenz mit seinem litauischen Kollegen Kestutis Budrys in Vilnius, der Hauptstadt des baltischen EU- und Nato-Landes Litauen, zu den Äußerungen Medwedews süffisant.
Herr Medwedew ist immer wieder für interessante Beiträge gut.
Johann Wadephul, Außenminister
Man habe jetzt "eine neue Anregung für unseren beliebten Beitrag 'ist russische Desinformation immer noch so verrückt' bekommen". Er werde dies "mit meinem Team möglicherweise aufgreifen".
Johann Wadephul (CDU, Bundesaußenminister) in Litauen u.a., zum US-Militäreinsatz in Venezuela
05.01.2026 | 4:01 minMehr zu den jüngsten Entwicklungen in Venezuela
- Liveblog
Nach Festnahme von Venezuelas Präsident:Liveblog: Staatstrauer in Venezuela, USA greifen nach Öl
- Interview
Nach US-Angriff auf Venezuela:EU-Vize Barley sieht die Welt vor einer "Neuordnung"
mit Video5:00 Venezuelas bisheriger Staatschef:Maduro plädiert vor New Yorker Gericht auf nicht schuldig
mit Video1:48- Interview
Experte über US-Intervention:Venezuela: Völkerrechtler fordert von EU deutlichen Protest
mit Video5:32