Streit um Energiepreise: Voigt stellt sich hinter Reiche

Thüringens Ministerpräsident im ZDF:Voigt stellt sich hinter Reiche - und ein wenig gegen Merz

Dominik Rzepka

von Dominik Rzepka

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Im Streit um steigende Energiepreise hat sich Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt hinter Wirtschaftsministerin Katherina Reiche gestellt - anders als Kanzler Merz.

Mario Voigt

Sehen Sie hier das Interview mit Mario Voigt in voller Länge.

12.04.2026 | 5:18 min

Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) hat Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) gegen Kritik auch aus den eigenen Reihen verteidigt.

Reiche habe sich am Freitag als "Stimme der Vernunft" geäußert. Sie habe "zurecht darauf hingewiesen, dass Wirtschaftspolitik eines Landes sich daran zeigt, ob man mit der Energie auch vernünftig umgehen kann und zwar verlässlich, stabil und bezahlbar", so Voigt in der ZDF-Sendung "Berlin direkt".

Das waren wichtige, in der Sache berechtigte Anmerkungen.

Mario Voigt, CDU, Ministerpräsident in Thüringen

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Merz hatte Reiche kritisiert

Hintergrund ist ein Streit zwischen Reiche und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD). Klingbeil hatte Vertreter von Gewerkschaften und Arbeitgebern am Freitag zu Krisenberatungen getroffen und auf die SPD-Positionen gepocht. Reiche trat daraufhin kurzfristig vor die Kameras und übte scharfe Kritik an der SPD.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte Reiche daraufhin intern kritisiert. Vertreter von Junger Union sowie der Mittelstandsunion hatten sich hingegen hinter Reiche gestellt - so wie nun auch Voigt.

Was tun gegen die hohen Energiepreise? Die Bundesregierung streitet um die richtigen Maßnahmen.

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Voigt fordert schnelle Entscheidungen

Voigt forderte im ZDF-Interview in der Sache schnelle Entscheidungen. Es brauche zunächst einmal Entlastungen an der Zapfsäule.

Ich setze schon darauf, dass wir gerade bei den Energiepreisen jetzt konkrete Vorschläge hören.

Mario Voigt, CDU

Die Spitzen von Union und SPD haben am Wochenende über mögliche Entlastungen sowie anstehende Reformen beraten. Am Sonntag kamen sie dafür in der Villa Borsig im Norden von Berlin zusammen.

Lars Klingbeil, Bundesminister der Finanzen, Vizekanzler und SPD-Bundesvorsitzender, verlässt eine Bundestagssitzung.

Finanzminister Klingbeil fordert staatliche Eingriffe zur Senkung der Spritpreise. Er spricht sich für steuerliche Entlastungen sowie einen Preisdeckel für Benzin und Diesel aus.

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Söder postet Selfie vom See

Gesichtet wurde unter anderem SPD-Chef Klingbeil. Zudem hatte CSU-Chef Markus Söder bei Instagram ein Foto von sich am See gepostet - versehen mit dem Kommentar: "Nochmal durchatmen. Heute wichtiger Tag in Berlin."

Konkrete Ergebnisse lagen bis Sonntagabend allerdings nicht vor. Für Montag geplante Interviews wurden wieder abgesagt. Auch Statements oder Pressekonferenzen sind bisher nicht angekündigt.

Andrea Maurer

In Berlin ringt die Koalition aus SPD und Union um Lösungen für Entlastungen der Bürger wegen der hohen Energiepreise. ZDF-Korrespondentin Andrea Maurer berichtet vor Ort.

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Brantner beklagt fehlenden Reformwillen

Kritik an dem bisher fehlenden Ergebnis kommt von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze. "Wir brauchen jetzt Lösungen, gesprochen ist genug", sagte Schulze der ARD. Er erwarte "in den nächsten Stunden" Ergebnisse.

Deutschland könne sich keinen Streit in der Bundesregierung leisten. Schulze warnte davor, zu einer "Ampel 2.0" zu werden, und mahnte: "Kein Streit mehr, sondern Lösungen präsentieren."

Ähnlich äußert sich auch Grünen-Chefin Franziska Brantner. Dass sich die Bundesregierung noch nicht einmal auf Entlastungsmaßnahmen gegen die hohen Sprit - und Energiepreise einigen könne, werfe die Frage auf, wie die großen Reformvorhaben gelingen sollen, sagte Brantner der ARD.

Über dieses Thema berichtete das ZDF in der Sendung "Berlin direkt" am 12.04.2026 ab 19:10 Uhr.

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