Nach CDU-Parteitags-Nein:Zuckersteuer: Günther will Initiative im Bundesrat
Der CDU-Parteitag bremst, Daniel Günther hält dagegen: Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident will eine Steuer auf Softdrinks politisch nicht aufgeben.
"Wir sehen deutlich, dass die Länder, die eine Zuckersteuer eingeführt haben, auch einen Konsumrückgang zu verzeichnen haben", erklärt Gesundheitsökonom Frank Wild vom Wissenschaftlichen Institut der Privaten Krankenversicherung.
19.02.2026 | 5:36 minNach seinem Scheitern auf dem CDU-Parteitag mit einem Vorstoß für eine Zuckersteuer will Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther die Abgabe über den Bundesrat durchsetzen. Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sagte der Politiker der CDU:
Das Thema Zuckersteuer hat sich natürlich nicht erledigt.
Daniel Günther (CDU), Ministerpräsident Schleswig-Holstein
Schleswig-Holstein werde die Wege, "die uns jetzt offenbleiben, im Bundesrat entsprechend nutzen, um erfolgreich zu sein." Es gebe auch Sympathien anderer Länder, so Günther. Ähnlich äußerte er sich im "Spiegel".
Auf dem Bundesparteitag hat die CDU über Reformen bei Rente, Pflege und Sozialkosten diskutiert. Ein Antrag der Jungen Union fand keine Mehrheit. Als Gast war CSU-Chef Söder dabei.
21.02.2026 | 2:29 minCDU-Parteitag lehnt Zuckersteuer für Softdrinks ab
Die CDU-Schleswig-Holstein hatte auf dem Bundesparteitag einen Antrag eingebracht, wonach die CDU die Einführung einer Steuer auf Getränke mit hohem Zuckeranteil fordern solle. Sie sollte mit gestaffelten Sätzen Anreize setzen, den Zuckergehalt zu senken. Gefordert wurde darin auch eine Altersgrenze von 16 Jahren für Energy-Drinks.
Doch der Bundesparteitag lehnte den Antrag ab. Günther zeigte sich verärgert über die Debatte auf dem Parteitag:
Die ganzen Argumente, die da eine Rolle gespielt haben, hatten nichts mit Jugendschutz zu tun, sondern waren eher eine Abwehrdebatte, weil man glaubte, dass das Thema Zuckersteuer etwas ist, das die Wirtschaft belastet.
Daniel Günther (CDU), Ministerpräsident Schleswig-Holstein
Der Ministerpräsident argumentierte, das Gegenteil sei der Fall, wie man in vielen anderen Ländern, etwa Großbritannien, sehen könne.
2024 wurden in Deutschland 7,7 Milliarden Liter zuckerhaltige Getränke hergestellt – rund 93 Liter pro Kopf. Trotz Zucker-Debatte blieb die Produktion hoch, berichtet das Statistische Bundesamt.
12.02.2026 | 0:29 minWirtschaftsflügel warnt vor Belastungen durch Zuckersteuer
Gegner der Vorschläge plädierten auf dem CDU-Parteitag für Aufklärung statt "Verbote". Ferner äußerten sie die Sorge vor einer weiteren Belastung der Wirtschaft. Günther zufolge ist eine Zuckersteuer kein marktwirtschaftliches Instrument, sondern eine Chance, Kosten im Gesundheitswesen zu minimieren. Vor allem aber gehe es um die Gesundheit der Menschen.
Eine im vergangenen April veröffentlichte, von der Umweltschutzorganisation Greenpeace beauftragte Studie des Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft errechnete, dass der Zuckerkonsum wegen damit verbundener Krankheitsrisiken von Diabetes, Bluthochdruck, Karies oder Parodontose jährlich Gesundheitskosten von knapp zwölf Milliarden Euro in Deutschland verursacht. Eine Zuckersteuer könnte der Studie zufolge den Konsum zuckerhaltiger Produkte verringern.
Laut erstem Public-Health-Index belegt Deutschland den vorletzten Platz. Es mangelt im Vergleich zu anderen EU-Ländern an Prävention bei Rauchen, Zucker und ungesunder Ernährung.
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