Brandbrief an Bauministerin Hubertz:Kürzungen beim Wohngeld: SPD-Landeschefs fordern Rücknahme
Zwei SPD-Landeschefs kritisieren die Sparpläne der Bundesregierung. Sie wenden sich in einem Brandbrief an Bauministerin Hubertz und fordern einen Stopp der Wohngeldkürzungen.
Die SPD-Chefs von Berlin und Schleswig-Holstein fordern Bauministerin Verena Hubertz auf, die geplanten Wohngeldkürzungen zurückzunehmen. Sie warnen vor höheren Belastungen für Betroffene.
13.08.2026 | 0:21 minIn der SPD regt sich neuer Widerstand gegen die Politik ihrer Minister in der schwarz-roten Koalition. In einer Art Brandbrief an Bauministerin Verena Hubertz (SPD) fordern die SPD-Chefs von Berlin und Schleswig-Holstein eine Rücknahme der geplanten Kürzungen beim Wohngeld.
Diese träfen Menschen, die ohnehin mit steigenden Wohn- und Lebenshaltungskosten zu kämpfen hätten, schreiben Steffen Krach und Ulf Kämpfer. Die Situation dieser Menschen werde dadurch verschärft. In dem Brief, über den zuerst der "Focus" berichtete, heißt es:
Für uns als Sozialdemokraten entsteht damit auch ein politisches Problem.
Brief der beiden SPD-Landeschefs an Bauministerin Verena Hubertz
SPD-Chefs beklagen fehlende Glaubwürdigkeit im Wahlkampf
"Wir können im Landtagswahlkampf nicht glaubwürdig für bezahlbares Wohnen werben und gleichzeitig erklären, warum Menschen, die sich ihre Wohnung trotz Arbeit oder Rente kaum leisten können, künftig weniger Unterstützung bekommen", heißt es weiter.
Klar sei: "Die geplanten Wohngeldkürzungen müssen zurückgenommen werden", so Krach und Kämpfer an die Adresse ihrer Parteikollegin Hubertz. "Wir erwarten, dass Du den vorgelegten Entwurf entsprechend änderst." Hubertz selbst wollte den Brief auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur nicht kommentieren.
Der Haushalt 2027 sieht mehr als 196 Milliarden Euro neue Schulden vor, trotz geplanter Einsparungen und Reformen. Das Bundeskabinett beschloss dafür Eckpunkte.
29.04.2026 | 2:47 minSPD-Basis zählt Parteichefs an
Zuletzt war die Kritik in der SPD-Basis und in Gliederungen der Partei immer lauter geworden, namentlich auch an den Parteichefs und Bundesministern Bärbel Bas und Lars Klingbeil. Die Arbeitsgemeinschaft Migration und Vielfalt in der SPD forderte Anfang der Woche einen Sonderparteitag zur Wahl einer neuen Parteispitze noch in diesem Herbst. Einer der beiden AG-Vorsitzenden, Orkan Özdemir, sagte:
Ich sehe eine Partei, die stirbt.
Orkan Özdemir, Vorsitzender der SPD-Arbeitsgemeinschaft Migration und Vielfalt
Die Menschen wüssten nicht mehr, wofür die SPD stehe. Wenn keine Veränderung komme, "ist das das Ende der Partei", begründete er den Vorstoß.
SPD-Vorsitzende Bärbel Bas spricht im ZDF-Sommerinterview über die schwierige Rolle ihrer Partei, die Möglichkeit von Anpassungen am geplanten Rentenpaket und die anstehenden Landtagswahlen.
02.08.2026 | 19:26 minDer SPD-Unterbezirk Bielefeld forderte Bas und Klingbeil offen auf, sich zwischen dem Parteivorsitz und ihren Ministerämtern zu entscheiden. Denkbarer Zeitpunkt für einen solchen Umbruch wäre nach den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt (6. September), Mecklenburg-Vorpommern und Berlin (beide 20. September). Vor allem in Sachsen-Anhalt und Berlin steht die SPD in Umfragen schlecht da. In Schleswig-Holstein wird im April 2027 ein neuer Landtag gewählt.
Wohngeldkürzung würde Hunderttausende Menschen treffen
Das Bundeskabinett hatte einen Entwurf von Ministerin Hubertz zum Wohngeld beschlossen, mit dem 2027 mindestens 1,5 Milliarden Euro, ab 2028 dann zwei Milliarden Euro jährlich eingespart werden sollen.
Der Kreis der Empfänger soll kleiner, die Summen geringer ausfallen. Nach Einschätzung des Paritätischen Gesamtverbands dürfte das einige Hunderttausend Menschen treffen. Das letzte Wort hat der Bundestag.
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