Wehrdienst-Fragebogen: 72 Prozent der jungen Männer antworten

Wehrdienst in Deutschland:Bundeswehr: 72 Prozent der jungen Männer beantworten Fragen

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Fast drei Viertel der 18-jährigen Männer haben den Bundeswehr-Fragebogen beantwortet. Etwas mehr als jeder vierte junge Mann hat nicht reagiert. Verweigerern droht ein Bußgeld.

Soldaten des Wachbataillon während der Verleihung vom Fahnenband des Bundeskanzlers an das Wachbataillon beim Bundesministerium der Verteidigung in der Julius-Leber-Kaserne in Berlin, 23.03.2026.

Mehr als ein Viertel der angeschriebenen 18-jährigen Männer hat den Wehrdienst-Fragebogen ignoriert, obwohl sie zur Beantwortung verpflichtet gewesen wären. Von den Antwortenden zeigten 36 Prozent Interesse.

07.05.2026 | 0:21 min

Von den von der Bundeswehr im Rahmen des neuen Wehrdienstes angeschriebenen 18-jährigen Männern haben knapp drei Viertel (72 Prozent) den zugesandten Fragebogen beantwortet. Etwas mehr als jeder vierte junge Mann (28 Prozent) hat bislang nicht reagiert, obwohl Männer ab dem Jahrgang 2008 dazu verpflichtet sind, wie die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) unter Berufung auf Bundeswehr-Kreise berichten.

Der Fragebogen enthält Angaben zur Eignung und zur Bereitschaft für den Dienst in der Bundeswehr. Frauen sind im Gegensatz zu Männern nicht zur Auskunft verpflichtet.

Verweigerern droht ein Bußgeld

Rund die Hälfte der Antwortenden habe Interesse signalisiert, den mindestens sechsmonatigen freiwilligen Wehrdienst zu leisten, hieß es aus Bundeswehr-Kreisen weiter. Das bedeute jedoch nicht, dass sie es am Ende auch täten. Ausschlaggebend werde in vielen Fällen sein, ob es gelinge, den Interessenten einen möglichst heimatnahen Wehrdienst anzubieten. Längere Entfernungen verringerten die Chancen.

Eine Reihe von Soldaten trägt Deutschlandflaggen auf ihrer Uniform am 19.11.2025 in Mainz.

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Aus dem Verteidigungsministerium verlautete, es werde nicht hingenommen werden, dass sich Männer ihrer Antwortpflicht entzögen. Stattdessen werde dem nachgegangen werden. Hartnäckigen Verweigerern droht ein Bußgeld. Die Angeschriebenen haben für die Antwort einen Monat Zeit.

Frauen müssen nicht antworten

Das Verteidigungsministerium hatte zuletzt mitgeteilt, seit Anfang des Jahres bis zum 24. April hätten rund 194.000 Männer und Frauen das Anschreiben mit den Zugangsdaten zum Fragebogen erhalten. Aus positiven Rückläufern des Fragebogens würden Musterungen und Assessments durchgeführt und Interessierte für konkrete Verwendungen eingeplant.

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Belastbare Analysen und repräsentative Ergebnisse würden im Sommer vorgestellt. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) ist verpflichtet, halbjährlich Zahlen vorzulegen.

Mehr aktive Bundeswehrsoldaten bis 2035

Ziel ist es, die Zahl der aktiven Bundeswehrsoldatinnen und -soldaten bis 2035 von derzeit gut 184.000 auf 255.000 bis 270.000 zu erhöhen. Das Gesetz über den freiwilligen Wehrdienst nennt dabei für jedes Jahr bis 2035 einen Zielkorridor bei den Personalzahlen. Es lässt allerdings offen, wann überprüft wird, ob diese Wegmarken auch erreicht worden sind.

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Ist dies nicht der Fall, könnte eine sogenannte Bedarfswehrpflicht kommen. Diese soll dann die Lücken zwischen dem Bedarf der Streitkräfte und der tatsächlichen Zahl der zur Verfügung stehenden Soldatinnen und Soldaten schließen.

Boris Pistorius hatte sich kürzlich zuversichtlich gezeigt, auch künftig auf eine allgemeine Wehrpflicht verzichten zu können. Viele Experten und Verteidigungspolitiker in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion bezweifeln das.

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Quelle: AFP
Über dieses Thema berichtete ZDFheute am 07.05.2026 in dem Beitrag "Viele Männer ignorieren Bundeswehr-Fragebogen" um 12:05 Uhr.

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