Wehrpflicht und Reisen: Pistorius zeigt sich selbstkritisch

Pistorius über Wehrpflicht-Regelung:Reise-Genehmigung: „Hätte niemals im Gesetz stehen dürfen“

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Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) räumt ein, dass die Regelung zu Auslandsreisen wehrfähiger Männer für Verunsicherung gesorgt hat. Nun will er Klarheit schaffen.

Eine Reihe von Soldaten trägt Deutschlandflaggen auf ihrer Uniform am 19.11.2025 in Mainz.

Wer jünger ist als 45, soll sich dreimonatige Auslandsaufenthalte genehmigen lassen - so stand es erst im neuen Wehrdienstgesetz. Nun rudert Minister Pistorius zurück.

12.04.2026 | 3:50 min

Nach der Aufregung um eine Genehmigungspflicht für Auslandsreisen wehrfähiger Männer hat Verteidigungsminister Boris Pistorius einen Fehler eingeräumt. "Diese Regelung hat für unnötige Verunsicherung gesorgt", sagte der SPD-Politiker der "Rheinischen Post".

Das war ein handwerklicher Fehler. Die Regelung hätte niemals im Gesetz stehen dürfen.

Boris Pistorius (SPD), Verteidigungsminister

Wehrpflicht-Regelung hatte Empörung ausgelöst

Im Gesetz über den neuen Wehrdienst ist vorgesehen, dass sich grundsätzlich alle Männer im Alter von 17 bis 45 Jahren Auslandsaufenthalte von mehr als drei Monaten von der Bundeswehr genehmigen lassen müssen.

Das Verteidigungsministerium hatte dazu erklärt, es werde durch Verwaltungsvorschriften klargestellt, dass die Genehmigung als erteilt gelte, solange der Wehrdienst freiwillig sei. Nach anhaltender Kritik erließ das Ministerium dann eine allgemeine Ausnahme.

Boris Pistorius und Generalinspekteur Carsten Breuer

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22.04.2026 | 1:46 min

Pistorius: So schnell wie möglich für Klarheit sorgen

"Dieses Versäumnis ist seit Beginn des Gesetzgebungsverfahrens niemandem aufgefallen", sagte Pistorius nun. "Weder mir oder meinem Haus, noch dem Kabinett oder dem Parlament - und auch den Medien erst später."

Wenn so ein Fehler auftritt, gilt es, so schnell wie möglich für Klarheit zu sorgen. Wir haben dies per Erlass und Allgemeinverfügung getan.

Boris Pistorius, Verteidigungsminister

Das sogenannte Wehrdienst-Modernisierungsgesetz trat zum 1. Januar in Kraft. Kern ist die verpflichtende Musterung für junge Männer ab dem Jahrgang 2008. So sollen Freiwillige für einen Ausbau der Truppe von zuletzt mehr als 180.000 Männern und Frauen um 80.000 auf 260.000 aktive Soldaten rekrutiert werden.

Rekruten bei der Gefechtsausbildung im Rahmen eines Medientages zur Basisausbildung bei der Bundeswehr im Aufklärungsbataillon 7.

Die Bundeswehr braucht Nachschub, weshalb nach der Wehrdienst-Reform im Januar nun die ersten Briefe an junge Männer herausgehen. Für Frauen ist die Musterung noch freiwillig.

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Zudem soll es 200.000 Soldatinnen und Soldaten in der Reserve geben. Diese soll wesentlich aus den Männern und Frauen aufgebaut werden, die den neuen Wehrdienst leisten.

Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress im Beitrag "Pistorius: Keine Genehmigungspflicht nötig" am 04.04.2026 um 15:48 Uhr.

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