Pistorius über Wehrpflicht-Regelung:Reise-Genehmigung: „Hätte niemals im Gesetz stehen dürfen“
Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) räumt ein, dass die Regelung zu Auslandsreisen wehrfähiger Männer für Verunsicherung gesorgt hat. Nun will er Klarheit schaffen.
Wer jünger ist als 45, soll sich dreimonatige Auslandsaufenthalte genehmigen lassen - so stand es erst im neuen Wehrdienstgesetz. Nun rudert Minister Pistorius zurück.
12.04.2026 | 3:50 minNach der Aufregung um eine Genehmigungspflicht für Auslandsreisen wehrfähiger Männer hat Verteidigungsminister Boris Pistorius einen Fehler eingeräumt. "Diese Regelung hat für unnötige Verunsicherung gesorgt", sagte der SPD-Politiker der "Rheinischen Post".
Das war ein handwerklicher Fehler. Die Regelung hätte niemals im Gesetz stehen dürfen.
Boris Pistorius (SPD), Verteidigungsminister
Wehrpflicht-Regelung hatte Empörung ausgelöst
Im Gesetz über den neuen Wehrdienst ist vorgesehen, dass sich grundsätzlich alle Männer im Alter von 17 bis 45 Jahren Auslandsaufenthalte von mehr als drei Monaten von der Bundeswehr genehmigen lassen müssen.
Das Verteidigungsministerium hatte dazu erklärt, es werde durch Verwaltungsvorschriften klargestellt, dass die Genehmigung als erteilt gelte, solange der Wehrdienst freiwillig sei. Nach anhaltender Kritik erließ das Ministerium dann eine allgemeine Ausnahme.
Mehr Soldaten und bessere Fähigkeiten: Verteidigungsminister Pistorius hat angesichts der internationalen Bedrohungslage eine Militärstrategie für die Bundeswehr vorgelegt.
22.04.2026 | 1:46 minPistorius: So schnell wie möglich für Klarheit sorgen
"Dieses Versäumnis ist seit Beginn des Gesetzgebungsverfahrens niemandem aufgefallen", sagte Pistorius nun. "Weder mir oder meinem Haus, noch dem Kabinett oder dem Parlament - und auch den Medien erst später."
Wenn so ein Fehler auftritt, gilt es, so schnell wie möglich für Klarheit zu sorgen. Wir haben dies per Erlass und Allgemeinverfügung getan.
Boris Pistorius, Verteidigungsminister
Das sogenannte Wehrdienst-Modernisierungsgesetz trat zum 1. Januar in Kraft. Kern ist die verpflichtende Musterung für junge Männer ab dem Jahrgang 2008. So sollen Freiwillige für einen Ausbau der Truppe von zuletzt mehr als 180.000 Männern und Frauen um 80.000 auf 260.000 aktive Soldaten rekrutiert werden.
Die Bundeswehr braucht Nachschub, weshalb nach der Wehrdienst-Reform im Januar nun die ersten Briefe an junge Männer herausgehen. Für Frauen ist die Musterung noch freiwillig.
02.02.2026 | 1:49 minZudem soll es 200.000 Soldatinnen und Soldaten in der Reserve geben. Diese soll wesentlich aus den Männern und Frauen aufgebaut werden, die den neuen Wehrdienst leisten.
Mehr zur Bundeswehr
- Faktencheck
Spur des Clips führt nach Russland:Fake-Video schürt Angst vor Ausreiseverbot durch Bundeswehr
von Oliver Klein und Nils Metzgermit Video3:12 Pistorius stellt Militärstrategie vor:Bundeswehr soll "konventionell stärkste Armee Europas" werden
mit Video1:46Nach Kritik:Ministerium lockert Auslandsregelung für wehrfähige Männer
mit Video0:21Nach Kritik am neuen Wehrdienstgesetz:Pistorius: "Alle dürfen selbstverständlich verreisen"
mit Video0:21