Extremwetter lässt Unterricht für Millionen Schüler ausfallen

Unicef sieht Gefahren:Extremwetter lässt Unterricht für Millionen Schüler ausfallen

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Stürme, Hitze, Überflutungen: Wegen klimabedingten Wetterereignissen fällt für Millionen Schüler weltweit die Schule aus. Die Unicef-Analyse warnt vor langfristigen Folgen.

Eine stark verschlammtes Klassenzimmer in einer Schule Nepal: eine Folge der Sturzfluten am 30. August 2026.

Zerstörung nach der Sturzflut in einer Schule in Nepal

Quelle: MANAN VATSYAYANA / AFP

Extreme Wetterereignisse wie Stürme, Hitzewellen, Überschwemmungen und Waldbrände lassen den Unterricht für Millionen Schüler weltweit ausfallen. Laut einer Analyse des UN-Kinderhilfswerks Unicef war 2025 jedes zehnte Schulkind von Unterrichtsausfall betroffen. Insgesamt fiel in dem Jahr für 171 Millionen Kinder vom Vorschulalter bis zur Oberstufe demnach die Schule aus.

Für Mädchen sei das mitunter besonders schlimm, denn für sie bestehe ein größeres Risiko, für immer aus dem Bildungssystem herauszufallen. Sie bekämen bei Unterrichtsausfall oft zusätzliche Aufgaben im Haushalt aufgebürdet. Für die Analyse wurden Daten aus 106 Ländern oder Gebieten ausgewertet. Klimabedingtes Extremwetter führte demnach dazu, dass der Unterricht entweder ganz ausfiel, Schulen beschädigt wurden oder der Unterricht online stattfand. Teilweise ging der Unterricht auch kürzer.

Wegen Hitze, Sturm, Überschwemmung: Weniger Schüler anwesend

Durch die Einschränkungen gingen Anwesenheitsquoten zurück. Gleichzeitig stieg das Risiko, dass Kinder und Jugendliche die Schule abbrachen, warnte Unicef-Exekutivdirektorin Catherine Russell:

Für Millionen von Kindern bedeuten Klimaereignisse mehr als nur eine Unterrichtsunterbrechung. Sie zerstören Schulen, reißen Familien aus ihrem Umfeld und drängen die verletzlichsten Kinder endgültig aus dem Klassenzimmer – insbesondere Mädchen.

Catherine Russell, Unicef-Exekutivdirektorin

Der Analyse zufolge waren Stürme im vergangenen Jahr die häufigste Ursache für Schulunterbrechungen. Sie betrafen 109 Millionen Schülerinnen und Schüler weltweit. Von Überschwemmungen waren mindestens 70 Millionen Schulkinder betroffen. Anhaltende Hitze unterbrach den Schulbetrieb für etwa 50 Millionen Kinder und Jugendliche.

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Dem EU-Klimadienst Copernicus zufolge war der August 2026 zusammen mit dem Juli 2023 der weltweit wärmste jemals gemessene Monat.

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Familien aus Ländern mit geringeren Einkommen häufiger betroffen

Unicef zufolge sind zwar Kinder von Eltern aller Einkommensstufen betroffen, drei Viertel von ihnen lebten aber in Ländern mit niedrigem und unterem mittleren Einkommen. In diesen Ländern fehlten oft die notwendigen Ressourcen, um das Lernen während klimabedingter Notfälle sicherzustellen.

In Pakistan habe sich beispielsweise wegen der schweren Monsunüberschwemmungen die Rückkehr in die Schule im August für mehr als 28 Millionen Schülerinnen und Schüler verzögert. Madagaskar war mit Dürren, tropischen Wirbelstürmen und Überschwemmungen konfrontiert, von denen im Lauf des Jahres rund 280.000 Schulkinder betroffen waren.

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Spanien: Unterrichtsausfall für mehr als 500.000 Schüler

Aber auch in Spanien waren mehr als 500.000 Schülerinnen und Schüler in der Region Valencia im März von Stürmen und im September dann vom posttropischen Zyklon "Gabrielle" betroffen. Für Tausende Kinder im restlichen Land führte extreme Hitze im Mai und Juni zu Unterrichtsausfällen und im Oktober beeinträchtigte der Sturm "Alice" den Schulbetrieb.

Zum Problem wird der wetterbedingte Schulausfall laut Unicef auch deshalb, weil weniger Bildung und höhere Abbruchquoten die Arbeitsproduktivität verringern, das Wirtschaftswachstum verlangsamen und den Kampf gegen Armut in den Ländern erschweren könnten.

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Betroffenen Kindern drohen Einkommensverluste

Wenn nichts unternommen werde, liege der potenzielle Verlust für die Schülerinnen und Schüler, die 2025 von klimabedingten Schulunterbrechungen betroffen waren, bei mindestens 200 Milliarden Dollar (mehr als 171 Milliarden Euro) an Lebenseinkommen, warnte der Unicef-Bericht.

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Quelle: AFP
Über das Thema Extremwetter berichtete unter anderem ZDFheute Xpress im Beitrag "August 2026 einer der zwei wärmsten Monate" am 10.09.2026 ab 09:00 Uhr.

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