Weiterer Leihmutter-Fall in CDU?:Regierung sieht bei Streeck "keinen Vorwurf der Doppelmoral"
von Johannes Lieber
Nicht nur Jens Spahn, auch ein weiterer CDU-Politiker soll per Leihmutter Vater geworden sein: der Drogenbeauftragte Streeck. Die Regierung macht aber eine "klare Unterscheidung".
Die Unionsfraktion berät nächste Woche in einer Sondersitzung über die Nachfolge Jens Spahns. Ein möglicher Kandidat: Kanzleramtschef Thorsten Frei.
20.07.2026 | 2:47 minDer Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Hendrik Streeck (CDU), hat wohl keine Konsequenzen nach dem Rücktritt von Jens Spahn (CDU) zu erwarten. Medienberichten zufolge sind auch Streeck und sein Mann mit Hilfe einer Leihmutter in den USA Eltern geworden - so wie der ehemalige Unions-Fraktionschef Spahn.
Auf Anfrage von ZDFheute bestätigt das Büro von Streeck nur die Vaterschaft. Weitere Angaben wolle man "zum Schutz des Kindes und der familiären Privatsphäre" nicht machen. Das Büro wollte die Berichte also weder bestätigen noch dementieren.
Merz und Söder können beide einen Kandidaten als Nachfolger von Spahn vorschlagen. Ein CSU-Politiker an der Spitze der Union wäre ein „enormer Machtzuwachs“ für die CSU.
20.07.2026 | 2:48 minRegierungssprecher: "Keine Frage der politischen Glaubwürdigkeit"
Laut Regierungssprecher Stefan Kornelius gibt es darüber hinaus eine "klare Unterscheidung" zwischen beiden Fällen. Streeck, der während der Corona-Pandemie als Virologe bekannt wurde, habe die Umstände seiner Vaterschaft "nicht öffentlich gemacht" und "keine öffentliche Debatte darum gesucht".
Herr Streeck hat keine politischen Forderungen vertreten, die seiner persönlichen Lebensführung entgegenstehen.
Stefan Kornelius, Regierungssprecher
Bei Streeck stelle sich "keine Frage der politischen Glaubwürdigkeit", so der Regierungssprecher. Es sei "kein Vorwurf der Doppelmoral zu erkennen".
Es ging um mehr als Jens Spahn, sagt der erste CDU-Landeschef, der dessen Rücktritt forderte. Schaden für seinen eigenen Wahlkampf fürchtet Peters nicht - unter einer Bedingung.
20.07.2026 | 4:31 minMerz distanziert sich von Spahn
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte Spahn im ZDF-Sommerinterview kritisiert. Spahn habe Partei und Fraktion erst "sehr, sehr spät" informiert.
Über den "Umfang" der Diskussion um Spahn sei er überrascht gewesen. Dafür verantwortlich sei auch Spahns Kommunikation gewesen, so Merz.
Nach dem Rücktritt von Jens Spahn ist Kanzler Merz offen für eine Kabinettsumbildung: "Es könnte eine Gelegenheit sein", sagt er im ZDF-Sommerinterview - und kritisiert Spahn.
19.07.2026 | 19:54 minAufschrei bei Streeck blieb aus
Öffentlich wurde die Vaterschaft von Streeck schon im April in der Zeitschrift "Bunte". Er bestätigte damals die Geburt seines Sohnes. Er und sein Partner seien "von Herzen überglücklich". Ein Aufschrei wie bei Jens Spahn blieb aber aus.
Friedrich Merz vermutete im ZDF auch, dass die "Person" von Spahn für die Proteste verantwortlich gewesen sei. Nach der Maskenaffäre, der gescheiterten Richter-Wahl im vergangenen Jahr und einem Treffen mit dem umstrittenen Investor Peter Thiel bot Spahn ohnehin eine deutlich größere Angriffsfläche als Hendrik Streeck.
In seiner politischen Laufbahn stand Jens Spahn immer wieder in der Kritik: Ob Maskenaffäre, Villenkauf oder die Teilnahme an Treffen des Netzwerks von Millardär Thiel.
18.07.2026 | 2:35 minEntscheidung über Fraktionsvorsitz kommende Woche
Wer neuer Fraktionsvorsitzender der Union im Bundestag werden soll, wird aktuell in Berlin beraten. Als Kandidaten gelten unter anderem Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU), CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann oder auch Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU).
Gute Chancen dürfte auch Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) haben.
Die Entscheidung soll am 29. Juli in einer extra einberufenen Fraktionssitzung fallen. Wahlberechtigt sind dann sowohl Hendrik Streeck - als auch Jens Spahn.
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