Kritik an Empfehlungen der Kommission:Schwesig zur Rente: "Für mich gilt das Leistungsprinzip"
Die Rente an die Lebenserwartung koppeln? Für Manuela Schwesig der falsche Weg. Die SPD-Politikerin warnt vor Folgen für Ostdeutschland - und rückt die Beitragsjahre in den Fokus.
"Rente nach Lebenserwartung zu gestalten", lehnt Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Schwesig, SPD, ab. Diese sollte sich "an Beitragsjahren orientieren". Gerade in Ostdeutschland sei "die gesetzliche Rente existenziell".
25.06.2026 | 7:05 minMecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat sich erneut gegen eine vollständige Umsetzung der Empfehlungen der Rentenkommission ausgesprochen. Die 33 Vorschläge könnten nicht - wie von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gefordert - "1:1 umgesetzt werden", hatte sie zuletzt dem "Stern" gesagt. Im ZDF-Morgenmagazin bekräftigte sie diese Position nun.
Grundsätzlich halte sie ein Rentenkonzept für "sehr wichtig", betonte Schwesig. Auch in den Kommissionsvorschlägen sehe sie Gutes: Die Kapitalrente etwa würde vielen helfen, auch den Menschen in Ostdeutschland. Ausdrücklich begrüße sie zudem, dass mehr Menschen in das System einzahlen sollen - auch Politiker und langfristig auch Beamte. Beim Punkt der Beamten sei der Kommissionsvorschlag allerdings "viel zu schwach".
Die Kommission plant das Aus der Rente mit 63 sowie einen am Kapitalmarkt angelegten Zusatzbetrag, um das Rentenniveau langfristig zu sichern. Das Echo bei Arbeitnehmern ist geteilt.
23.06.2026 | 2:15 minSchwesig hält am Leistungsprinzip fest
Zugleich gibt es Vorschläge, die Schwesig kritisch sieht. Ein Punkt bewegt sie nach eigenen Worten besonders - die Kopplung der Rente an die Lebenserwartung:
Ich halte es nicht für richtig, Rente nach der Lebenserwartung zu gestalten, denn es ist eine durchschnittliche Zahl, die über die individuelle Situation gar nichts sagt.
Manuela Schwesig (SPD), Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern
"Im Osten sinkt übrigens leider die Lebenserwartung", erklärte sie. Stattdessen plädiert die Ministerpräsidentin dafür, sich an den Beitragsjahren zu orientieren, dies sei das "objektivste Kriterium". Wer schon mit 20 arbeite und einzahle, müsse früher in Rente gehen können als jemand, der erst mit 30 beginne. "Für mich gilt das Leistungsprinzip", so Schwesig:
Es muss einen Unterschied machen, wie viele Jahre ich arbeite, wie viele Jahre ich einzahle.
Manuela Schwesig (SPD), Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern
Diesen Unterschied könne sie derzeit nicht erkennen. Das sei auch ein Arbeitsanreiz, gerade für Menschen, die hart arbeiteten.
Auf die Rente mit 63 zu verzichten, sei für die SPD nicht einfach, aber die Kommission habe gute Vorschläge für die nächsten Generationen gemacht, sagte Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas.
23.06.2026 | 7:11 min"Rente ist existentiell für alle Menschen im Land"
Für Schwesig steht dabei viel auf dem Spiel: "Die Rente ist existentiell für alle Menschen im Land", betonte die SPD-Politikerin. Gerade deshalb müsse es in einer Demokratie erlaubt sein, mit den Akteuren zu sprechen, die sie mitgestalten - den Arbeitgebern, Arbeitnehmern und auch mit den Ländern.
In Ostdeutschland sei das Thema "besonders sensibel": Dort hätten viele Menschen weder eine Betriebsrente noch eine private Altersvorsorge. Änderungen seien wichtig, aber über das Wie müsse weiter verhandelt werden.
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