AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt: Wie Menschen über die Zukunft denken

Eltern, Migranten, Wirtschaft:Nach AfD-Sieg: Wie Sachsen-Anhalter in die Zukunft schauen

von Jasmin Giesenregen

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Das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt löst unterschiedliche Reaktionen aus. Dort fragen sich nun viele, was es für ihren Alltag, ihre Familien und Zukunft bedeutet.

Landtagswahl in Sachsen-Anhalt - Wahlparty AfD

Nach der Landtagswahl in Magdeburg: Wie ist die Stimmungen im Land?

07.09.2026 | 3:11 min

Das Ergebnis der Landtagswahl beschäftigt viele Menschen in Sachsen-Anhalt. Die einen hoffen, dass die AfD ihre Versprechen tatsächlich umsetzt. Andere blicken mit Sorge auf die kommenden fünf Jahre und eine Landesregierung, die möglicherweise von der AfD geführt wird. Was sie alle verbindet, ist der Wunsch nach einer schnellen Lösungsfindung und dem Handeln aller Parteien.

Welche Hoffnungen und Sorgen haben die Sachsen-Anhalter? ZDFheute hat sich in Magdeburg umgehört.

Junge Frau: AfD-Ergebnis nicht ignorieren

"Man kann die über 40 Prozent für die AfD nicht ignorieren. Die Bürger haben eine Forderung gestellt und dem muss man nachgehen, auch wenn es einem nicht direkt gefällt", erklärt uns eine junge Frau. Ähnlich sieht es Matthias Sedleck: "Mal sehen, was sie draus machen". Er hoffe, dass es jetzt besser werde "für das Volk, die Allgemeinheit".

"Woher kommt dieser Hass?" fragt Eddy Renard, Musiker aus Magdeburg. Für ihn ist das Wahlergebnis nur schwer zu verstehen. Beim Blick auf die Zahlen am Wahlabend kamen ihm die Tränen.

Eddy Renard auf dem Domplatz während der Wahlergebnisse.

Eddy Renard auf dem Domplatz während der Wahlergebnisse.

Quelle: ZDF

Sorge um die Zukunft der Kinder

Im Familienhaus im Magdeburger Nordpark wird im Eltern-Kind-Kurs über das Wahlergebnis diskutiert. "Ich weiß nicht, ob die Familien- und Klimapolitik der AfD die richtige Wahl für die Gesellschaft ist", sagt Sandra, zweifache Mutter aus Magdeburg.

Mit ihrer elf Monate alten Tochter Kaja ist sie regelmäßig hier. "Was, wenn Einrichtungen wie das Familienhaus künftig nicht mehr ausreichend unterstützt werden?"

Auch Franziska nutzt das Kursangebot mit ihrer vier Monate alten Tochter Emily.

Franziska mit ihrer vier Monate alten Tochter Emily beim Eltern-Kind-Kurs.

Franziska mit ihrer vier Monate alten Tochter Emily beim Eltern-Kind-Kurs.

Quelle: ZDF

Sie hat die AfD gewählt, als Zeichen an die Bundesregierung:

Ich habe Angst um meine Kinder. Merz ist ein Kriegstreiber, wir ziehen uns immer weiter in diese Kriege rein. Das möchte ich nicht.

Franziska, zweifache Mutter

Sorge wegen Migrationsgeschichte

David Puertollano hat auch Angst um seine Kinder, vor allem jedoch vor deren Ausgrenzung. "Die Überlegung ist, ob wir zurück nach Spanien sollen oder in ein anderes Bundesland", sagt der gebürtige Spanier. Seine Frau kommt aus Estland.

David Puertollano im Eltern-Kind-Kurs mit seinem Sohn Jonas.

David Puertollano im Eltern-Kind-Kurs mit seinem Sohn Jonas.

Quelle: ZDF

Wir haben von Tag eins versucht uns anzupassen und zu integrieren. Doch jetzt haben wir Angst, dass unsere Kinder ausgeschlossen werden, allein wegen der Migrationsgeschichte.

David Puertollano, gebürtiger Spanier

Eine besondere Bedeutung hat das Wahlergebnis auch für den Syrer Omar Chrif. Er ist seit 30 Jahren in Magdeburg und besitzt den beliebten "Stern Kebab" am Hasselbachplatz.

Omar Chrif in seinem Laden "Stern Kebab".

Omar Chrif in seinem Laden "Stern Kebab".

Quelle: ZDF

"Es ist meine erste Heimat", sagt er. "Wir haben Deutschland nicht aus Spaß gewählt, viele sind geflüchtet vor dem Krieg." Nun aber haben einige seiner Kollegen Sorge, aufgrund der politischen Entwicklung Deutschland verlassen zu müssen.

Arbeitgeberchef in Sachsen-Anhalt: Brauchen Verlässlichkeit

Nördlich von Magdeburg in Barleben führt Arbeitgeberpräsident Marco Langhof seine IT-Firma Teleport GmbH. "Die große Befürchtung einer Instabilität, unklarer Verhältnisse, über längere Zeiträume hinweg", das wäre laut Langhof ein großes Problem für die Wirtschaft in Sachsen-Anhalt.

Marco Langhof in seiner Firma Teleport GmbH in Barleben.

Marco Langhof in seiner Firma Teleport GmbH in Barleben.

Quelle: ZDF

Er wäre bereit, mit jeder Partei über jedes Thema zu sprechen:

Wir brauchen verlässliche Rahmenbedingungen, die zum Beispiel auch Investoren brauchen, um sich hier anzusiedeln.

Marco Langhof, Arbeitgeberpräsident Sachsen-Anhalt

Jasmin Giesenregen berichtet aus dem ZDF-Landesstudio in Sachsen-Anhalt.

Wahl in Sachsen-Anhalt
:Nach der Landtagswahl: So könnte es jetzt weitergehen

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Sachsen-Anhalt, Magdeburg: Eine Wählerin wirft in einem Wahllokal ihren Stimmzettel in eine Wahlurne.
FAQ

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Über dieses Thema berichteten mehrere Sendungen, unter anderem das ZDFspezial am 07.09.2026 ab 19:25 Uhr.

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