Internationale Pressestimmen:So reagiert die Welt auf die Wahl in Sachsen-Anhalt
AfD-Rekordergebnis in Sachsen-Anhalt: Wie internationale Medien auf den Wahlsieg der AfD und die Niederlage der CDU reagieren im Überblick.
Mit einem Rekordergebnis bei einer Landtagswahl sieht die AfD den Regierungsauftrag bei sich. Wie es nach diesem Erdrutschsieg weitergeht in Sachsen-Anhalt, ist offen.
06.09.2026 | 2:37 minBei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt bricht die CDU zweistellig ein, die AfD erzielt ein Rekordergebnis. Auch international sorgt das Ergebnis für Schlagzeilen: Medien pushten die Meldungen auf die Handys ihrer Leser, liefern Liveblogs und auf vielen Online-Seiten steht die Berichterstattung weit oben. Ungewöhnlich viel Aufmerksamkeit für eine deutsche Landtagswahl. Ein Überblick.
Pressestimmen aus Frankreich
Die französische Zeitung Le Monde schreibt: "Auch wenn es noch zu früh ist, um zu sagen, ob die AfD an die Macht kommen wird, hat ihre Galionsfigur Ulrich Siegmund der CDU, der Partei von Bundeskanzler Friedrich Merz, auf jeden Fall eine schwere Niederlage zugefügt. Merz hatte bei seinem Amtsantritt im Mai 2025 versprochen, den Aufstieg der rechtsextremen Partei einzudämmen."
Die historische Wahl mit dem AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt ruft gemischte Reaktionen hervor. Manche erwägen, das Bundesland zu verlassen. In jedem Fall ist es eine Zäsur.
06.09.2026 | 2:08 minPressestimmen aus Italien
Die italienischen Zeitungen La Repubblica und La Stampa widmen der Wahl in Sachsen-Anhalt einen Live-Ticker.
La Repubblica tickert: "Die schwarze Welle der AfD in Sachsen-Anhalt. (...) Die Wahllokale schlossen um 18:00 Uhr bei den Wahlen zum Landesparlament des ärmsten und zugleich ältesten Bundeslandes des Landes. Die Alternative für Deutschland liegt mit großem Vorsprung vorn: Sollte es ihr gelingen, allein zu regieren, wäre dies die erste rechtsextreme Regierung in Deutschland seit 1945."
"Es handelt sich um das beste Ergebnis überhaupt für die Souveränisten in einem deutschen Bundesland, das den Weg für die erste rechtsextreme Regierung im Land seit 1945 ebnet und den Erfolg des lokalen Parteichefs Ulrich Siegmund krönt", schreibt La Stampa.
"Wir wollen uns nicht verbiegen", sagt AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund. Die AfD habe einen klaren Plan - "im Notfall" müsse es eben "Neuwahlen" geben.
06.09.2026 | 4:55 minUSA
Die US-amerikanische Zeitung The New York Times betont in ihrem Liveblog, dass "fast der gesamte Stimmenzuwachs" der AfD zulasten der CDU von Bundeskanzler Friedrich Merz gegangen sei. Die Christdemokraten seien gemessen am Stimmenanteil "mit Abstand die größten Verlierer" des Abends.
Mit Blick auf die AfD schreibt die Zeitung: "Deutschlands Inlandsgeheimdienst hat die AfD als "mutmaßlich" extremistisch eingestuft. Ein wesentlicher Grund dafür sei die "ethnonationalistische Rhetorik" der Partei, durch die Deutsche mit Migrationshintergrund als Bürger zweiter Klasse dargestellt würden. Ihre Führung habe zudem den Holocaust verharmlost und NS-Parolen wiederholt. (...) Die AfD weist die Einstufung als extremistisch zurück und bezeichnet solche Vorwürfe als politisch motiviert."
Der konservative US-Nachrichtensender Fox News berichtet von einem "politischen Erdbeben" in Deutschlands Osten: Junge Wähler und Wähler der Arbeiterklasse könnten der Rechtsaußen-Partei - die Elon Musk bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr bekanntlich unterstützte - einen "beispiellosen Sieg" bescheren. Die Wahl in Sachsen-Anhalt "könnte für die Anti-Establishment-Parteien erst der Anfang sein".
Die AfD mit Rekordergebnis, verfehlt aber eine absolute Mehrheit. Die CDU bricht zweistellig ein. Linke, SPD und Grüne schaffen den Einzug in den Landtag sicher, das BSW gerade so.
06.09.2026 | 2:03 minGroßbritannien
Die britische Zeitung The Telegraph titelt: "Migrantenfeindliche AfD steuert in Ostdeutschland auf überwältigenden Wahlsieg zu."
Der britische Sender BBC schreibt: "Seit dem Zweiten Weltkrieg hat in Deutschland noch nie eine Rechtsaußenpartei die Kontrolle über ein Bundesland übernommen. Eine Regierungsbeteiligung auf Landesebene würde Zuständigkeiten für die Polizei sowie für das Bildungs- und Kulturwesen mit sich bringen."
Die britische Zeitung The Times wertet das Ergebnis als "persönliche Demütigung" für Friedrich Merz. Ihm sei geraten worden, den Wahlkampf "fast gänzlich zu meiden - aus Angst, seine persönliche Unbeliebtheit könnte der AfD Auftrieb geben".
Spanien
Die spanische Zeitung La Vanguardia schreibt: "Die rechtsextreme AfD hat am Sonntag die deutsche Politiklandschaft mit einem Rekordsieg bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt aufgerüttelt." Laut ersten ZDF-Prognosen habe sie 44 Prozent der Stimmen erzielt, während die CDU mit 18,5 Prozent weit abgeschlagen auf dem zweiten Platz gelandet sei.
Nach der Niederlage der CDU in Sachsen-Anhalt will die Bundespartei den Reformkurs fortsetzen. Über den will die SPD laut Vizekanzler Klingbeil indes "nachdenken".
06.09.2026 | 2:35 minPolen
"Politische Wende in Deutschland?", fragt das polnische Portal Onet.
Die Tageszeitung Rzeczpospolita widmet der Wahl einen Live-Ticker. "Um Sachsen-Anhalt wird es noch lange laut bleiben. Das kleine Land hat in aufgebauschter Form gezeigt, was viele Deutsche quält. Sie vertrauen der politischen Klasse nicht mehr, sie sind besorgt über den sinkenden Lebensstandard und die Probleme der deutschen Wirtschaft. Merz ist noch nicht am Ende, aber in zwei Wochen sind Wahlen in zwei weiteren östlichen Bundesländern. Weitere Triumphe der AfD könnte der Kanzler nicht überstehen."
Tschechien
Die tschechische Nachrichtenseite Aktualne.cz titelt: "Umbruch in Deutschland? Die AfD triumphiert Prognosen zufolge in einer Landtagswahl."
Die Zeitung Lidové noviny schreibt: "Deutschland gehen die Zeit und das Geld aus. Es muss sich eingestehen, dass das bisherige Modell bereits nicht mehr funktioniert."
Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zeichnet sich schon am Mittag eine hohe Wahlbeteiligung ab. ZDF-Reporterin Luisa Houben berichtet über die Stimmung vor Ort in Magdeburg.
06.09.2026 | 2:23 minNiederlande
Die niederländische Zeitung de Volkskrant schreibt: "Sollte die AfD die absolute Mehrheit verfehlen, wird die Regierungsbildung sehr schwierig." Die CDU müsste dann eine Minderheitsregierung mit SPD und Grünen bilden. In wichtigen Fragen wäre sie jedoch auf die Unterstützung der radikalen Linken sowie möglicherweise des BSW angewiesen, heißt es in dem Artikel. "Das ist innerhalb der CDU ein äußerst heikles Thema. Zudem stellt sich die Frage, ob CDU-Ministerpräsident und Spitzenkandidat Sven Schulze dieses Wahlergebnis politisch überleben wird."
Belgien
Die belgische Zeitung De Tijd schreibt: "Das Ergebnis - das beste für die Anti-Einwanderungspartei seit ihrer Gründung im Jahr 2013 - ist ein herber Rückschlag für die CDU unter Bundeskanzler Friedrich Merz." Die AfD habe von der Frustration über eine schwächelnde Wirtschaft und steigende Energiepreise profitiert und mit Forderungen nach einem Stopp der Migration, weniger Klimaschutzmaßnahmen und einer Wiederannäherung an Russland gepunktet, heißt es.
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