Böllerverbot an Silvester: Millionen unterzeichnen Petition

Gewerkschaft der Polizei nach Silvester:Millionen Menschen unterzeichnen Petition für Böllerverbot

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Die Gewerkschaft der Polizei fordert an Silvester ein bundesweites Böllerverbot - und erhält dafür millionenfache Unterstützung aus der Bevölkerung.

Zwei Menschen zünden während der Silvesternacht Feuerwerk aus der Hand in Berlin.

Zwei Menschen zünden während der Silvesternacht Feuerwerk aus der Hand in Berlin.

Quelle: dpa

Fast 3,1 Millionen Menschen haben eine Petition der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Berlin für ein bundesweites Böllerverbot an Silvester unterschrieben. Allein in den vergangenen Tagen seien über 700.000 Unterstützer hinzugekommen, teilten die Initiatoren am Freitag mit. "Die Politik sollte zeigen, dass sie die Stimmen ernst nimmt", sagte GdP-Landeschef Stephan Weh.

Auch wenn es diesmal weniger Brände als im Vorjahr und keine massiven Ausschreitungen gegeben habe, sei es keine friedliche Silvesternacht gewesen, mahnte GdP-Sprecher Benjamin Jendro im Sender RBB. Er forderte "ein Pyrotechnikverbot für den Privatgebrauch", ergänzt durch ein Verkaufsverbot. Statt des privaten Feuerwerks solle es "viele organisierte Veranstaltungen" geben. Auch einzelne "Böllererlaubniszonen" seien möglich.

Plakat mit Ilustration zu Böllerverbot

Bereits im Dezember hatte die Petition der Gewerkschaft der Polizei (GdP) 2,3 Millionen Unterschriften gesammelt.

12.12.2025 | 1:45 min

Weitere Petitionen fordern Böllerverbot - und Dobrindt zum Handeln auf

Eine weitere Petition der Deutschen Umwelthilfe (DUH) für ein Böllerverbot erhielt der Organisation zufolge mehr als eine Million Unterschriften.

Eine neue Petition, die Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) zum Handeln auffordert, startete das Netzwerk Campact. "Städte und Gemeinden müssen per Öffnungsklausel im Sprengstoffrecht die Freiheit erhalten, Böller zu untersagen", verlangte Campact-Geschäftsführer Christoph Bautz.

Einsatzkräfte der Feuerwehr löschen die brennende Vondelkirche in der Nähe des Vondelparks in Amsterdam.

In den Niederlanden wurde in diesem Jahr ein letztes Mal geböllert.

01.01.2026 | 1:33 min

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) begegnete Forderungen auch von Städten und Gemeinden nach mehr Spielräumen für Böllerverbote bislang zurückhaltend. Er wurde deswegen unter anderem von Grünen und Linkspartei kritisiert.

Angriffe auf Rettungskräfte in Silvesternacht

In Deutschland hatte es erneut eine unruhige Silvesternacht gegeben. In Berlin sprach die Polizei am Donnerstag von "teils erheblichen Angriffen auf Einsatz- und Rettungskräfte, insbesondere durch das Beschießen oder Bewerfen mit pyrotechnischen Gegenständen".

Auch andernorts gab es solche Vorfälle. Zudem musste die Feuerwehr wegen zahlreicher Brände ausrücken, die meist durch Pyrotechnik verursacht wurden. In Bielefeld starben zwei Menschen durch Explosionen selbstgebauter Feuerwerkskörper, zahlreiche weitere kamen bundesweit mit teils schweren Verletzungen in Krankenhäuser.

Silvesternacht

In der Silvesternacht gab es landesweit Tausende Polizeieinsätze. In Bielefeld etwa starben zwei 18-Jährige durch die Explosion von selbstgebauter Pyrotechnik.

02.01.2026 | 1:44 min

Bundesverband Rettungsdienst kritisiert Regierungs-Pläne als "unzureichend"

Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) hatte noch kurz vor dem Jahreswechsel einen Gesetzentwurf vorgelegt, der Strafverschärfungen für Angriffe auf Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr sowie auf medizinisches Personal vorsieht.

Der Vorsitzende des Bundesverbands Rettungsdienst, Frank Flake, kritisierte die Regierungspläne für härtere Strafen jedoch als "wenig zielführend". Bereits jetzt gebe es entsprechende Gesetze, sie würden aber oft nicht angewendet oder das mögliche Strafmaß nicht ausgereizt. "Es würde reichen, wenn wir die existierenden Gesetze anwenden", sagte Flake den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Die Leute sind hemmungsloser, als sie es einmal waren", sagte Flake zu den erneuten Vorfällen in der Silvesternacht.

Böllerverbot: "Umdenken muss stattfinden"

Die letzten Jahre zeigten, dass viele Menschen "doch sehr wild feiern, ein bisschen, als wäre man hier in Kriegsgebieten", so Martin Hikel (SPD), Bezirksbürgermeister Berlin-Neukölln.

07.01.2025 | 6:20 min

Quelle: AFP, KNA
Über das Thema Böllerverbot berichteten verschiedene Sendungen, etwa heute in Deutschland am 12.12.2025 ab 14 Uhr, ZDFheute Xpress am 27.12.2025 um 10:36 Uhr und die heute-Nachrichten am 1.1.2026 ab 19 Uhr.

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