Sexuelle Gewalt an Kindern: Claus will mehr Schutz und Aufklärung

Zunehmende Gewalt im digitalen Raum:Missbrauchsbeauftragte Claus fordert mehr Schutz in Schulen

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Sexuelle Gewalt gegen Minderjährige hat erneut zugenommen laut Missbrauchsbeauftragter des Bundes Kerstin Claus. Es fehle an Schutzkonzepten und Aufklärung über Risiken im Netz.

Porträt einer jungen Frau mit Brille vor einer schemenhaft erkennbaren Schultafel. Das Motiv ist durch digitale Bildbearbeitung und Bildmontage gestaltet, wobei die Schultafel im Hintergrund abgedunkelt und mit einem feinen Raster aus Linien und Punkten überlagert ist. Über die digital bearbeitete Bildmontage sind halbtransparente rote und türkisblaue Grafikelemente sowie ein feines grafisches Raster-Overlay gelegt, wodurch ein modernes, redaktionelles Erscheinungsbild entsteht.

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12.10.2026 | 37:45 min

Die Missbrauchsbeauftragte des Bundes, Kerstin Claus, hat eindringlich dazu aufgerufen, Kinder und Jugendliche besser vor sexueller Gewalt zu schützen und bestehende Schutzlücken kritisiert. In Berlin sagte sie:

Noch nie war das Risiko für Kinder und Jugendliche, sexualisierte Gewalt zu erleben, so hoch wie heute.

Kerstin Claus, Missbrauchsbeauftragte des Bundes

Die Risiken im digitalen Raum explodierten, so Claus. Es habe sich viel getan, seit ihrem Amtsantritt, aber besserer Schutz sei machbar.

Sexualisierte Gewalt an Schulen

Die Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung hat einen Bericht zum Ausmaß sexueller Gewalt gegen Kinder vorgelegt. Sie bemängelt fehlende Schutzkonzepte an Schulen.

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Kriminalstatistik: Sexueller Missbrauch von Kindern nimmt zu

Anlass war die Vorlage ihres Berichts zum Ausmaß sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche und zum Stand von Prävention, Hilfe und Aufarbeitung. Die Zahl der betroffenen Kinder und Jugendlichen sei ungebrochen hoch, heißt es darin.

Verwiesen wird auf bereits veröffentlichte Zahlen der Kriminalstatistik. Demnach zählte die Polizei 2025 insgesamt 17.126 Fälle sexuellen Kindesmissbrauchs, rund 1.600 mehr als noch vor fünf Jahren und 772 mehr als im Vorjahr.

Digitale Welt: Mehr Zugangsmöglichkeiten für Täter

Einen Schwerpunkt legt der Bericht auf den digitalen Raum und Künstliche Intelligenz. Die digitale Welt verändere Möglichkeiten des Zugangs für Täter. Kommunikations- und Interaktionsorte im Netz seien zu "zentralen Tatorten sexualisierter Gewalt" geworden.

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Verwiesen wird auf Gefahren durch KI, etwa dass unverfängliche Profilfotos mit KI zu Nacktbildern umgewandelt werden können, was sexuelle Erpressung ("Sextorsion") erleichtere.

Claus fordert Schutzkonzepte für Schulen und Kitas

Die Missbrauchsbeauftragte fordert in ihrem Bericht unter anderem die Einführung eines Schulfachs "Digitale Welt/Digitalität", das digitale Kompetenzen an Kinder und Jugendliche vermittele und den Umgang mit Risiken im Netz einschließe.

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Im Netz seien Minderjährige nicht sicher vor sexuellem Missbrauch. KI "erleichtert es den Tätern", so die Missbrauchsbeauftragte Kerstin Claus.

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Missbrauchsdarstellungen im Netz müssten aktiv gesucht und proaktiv gelöscht werden, denn solange sie dort kursierten, ende der Missbrauch nicht, sagte Claus außerdem. Sie forderte Schutzkonzepte für Kinder in allen Schulen, Kitas und Freizeitangeboten, die auch Formen digitalisierter Gewalt einschließen.

Schutzkonzepte reduzierten das Risiko und böten für Betroffene einen Raum, in dem sie sprechen könnten. Dazu müssten auch gewerbliche Anbieter etwa in der Jugendhilfe verpflichtet werden.

Schutz vor Cybergrooming auch für über 14-Jährige erforderlich

Konkret forderte Claus auch, dass das Strafrecht auch Jugendliche über 14 Jahren vor Cybergrooming - die gezielte Kontaktaufnahme von Erwachsenen mit Minderjährigen über das Internet, um diese sexuell zu manipulieren - schützt.

Jonas Hummels im mittagsmagazin-Talk über die Doku "Tatort Jugendfußball"

Um Missbrauchsfälle in Sportvereinen zu verhindern, sei Achtsamkeit von Vereinen und Eltern erforderlich, sagt Jonas Hummels, Macher der ZDF-Doku "Tatort Jugendfußball".

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Sie forderte zudem, dass der Fonds sexueller Missbrauch weitergeführt wird. Seit März vergangenen Jahres können dort keine neuen Anträge gestellt werden.

Mit ihrem Bericht zum Ausmaß sexueller Gewalt müssen sich erstmals auch Bundesregierung und Bundestag befassen. Eine solche Berichtspflicht der Beauftragten hatte der Bundestag zum Ende der vergangenen Legislaturperiode beschlossen.

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Quelle: dpa, KNA
Über sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche berichtete unter anderem ZDF frontal am 12.10.2026 um 06:00 Uhr.

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