Umgang mit sozialen Medien und KI:Medien- und KI-Kompetenz: So stärken Eltern ihre Kinder
von Thilo Hopert
Viel zu viele, darunter auch falsche Informationen: Kinder brauchen mehr Kompetenz im Umgang mit KI und Medien denn je. Wie Eltern sie dabei gut begleiten und unterstützen können.
Stundenlanger Social‑Media‑Konsum und gefährliche Challenges: Jugendliche stoßen online auf viele Risiken. Medienpädagogin Kristin Langer erklärt, wie man einen sinnvollen Umgang mit Social Media bei Kindern fördern kann.
15.09.2026 | 6:41 minKlassenchat, Kurzvideos, "Die KI hat gesagt…" - auf Kinder und Jugendliche prasseln täglich zahlreiche Informationen ein. Darunter verbergen sich viele Falschinformationen. Entscheidend ist, wie die Kinder mit dieser Fülle an Informationen umgehen. Ihre Kinder darauf vorzubereiten und ihnen die nötige Medien- und KI-Kompetenz zu vermitteln - keine einfache Aufgabe für Eltern.
Diese Kompetenzen sollten Eltern vermitteln
Zunächst hilft eine Parallele: "Wir bringen unseren Kindern auch bei, sich umsichtig im Straßenverkehr zu bewegen und lassen sie nicht einfach draufloslaufen", sagt Iren Schulz, Mediencoach bei der Initiative "SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht." Ob Straßenverkehr oder digitaler Raum, es gehe um gutes Begleiten und um Regeln, so die Expertin. Eltern erklären diese und gehen die ersten Schritte gemeinsam mit dem Kind.
Social Media gehört zum Alltag von Jugendlichen. Viele sehen zwar Gefahren, lehnen ein Verbot aber ab und fordern stattdessen mehr Medienkompetenz.
28.08.2026 | 2:13 min"Bei jüngeren Kindern ist es vor allem wichtig, einen sicheren Raum zu schaffen, die Kinder zu begleiten und zu besprechen, wie die Medienwelt funktioniert", sagt Schulz. Wenn die Eltern das Vertrauen haben, dass Kinder die Regeln kennen, annehmen und umsetzen, lässt man sie zunehmend allein gehen.
Bei älteren Kindern gehe es dann mehr darum, den Draht zueinander zu behalten, über aktuelle Medienphänomene ins Gespräch zu kommen und zu vermitteln, dass man auch online respektvoll und souverän unterwegs sein kann, so Schulz.
Die EU-Kommission plant Altersgrenzen und eine technische Altersprüfung für soziale Medien. Bundesfamilienministerin Karin Prien fordert mehr "Verantwortung der Plattformen" und harte Strafen bei Verstößen.
17.09.2026 | 6:08 minKinder sollen hinterfragen und Eltern ein Vorbild sein
Kinder sollen ermutigt werden, Rückfragen zu stellen und sich nicht von Emotionen tragen zu lassen - auch wenn ein Video vom besten Freund oder der besten Freundin kommt. Wichtig sei es, die Inhalte kurz sacken zu lassen und zu fragen: Kann das sein? Gab es dazu etwas in den Nachrichten? Dann sollte ein Quellencheck folgen.
Wir müssen Kinder stark machen, damit sie sich selbstbestimmt, sicher und kritisch in der digitalen Welt bewegen können.
Iren Schulz, Mediencoach Initiative "Schau Hin!"
Iren Schulz zufolge ist es zudem wichtig, dass Eltern im digitalen Raum eine Vorbildrolle einnehmen. "Wenn wir wollen, dass sich Kinder gut im Netz bewegen, müssen wir das vorleben", sagt die Expertin. "Man kann nicht selbst alles liken, weiterleiten und Daten teilen und dann erwarten, dass es die Kinder besser machen."
Immer mehr Jugendliche in Deutschland benutzen Social Media. Doch wie wohl fühlen sich diese im Internet und welche Rolle spielen dabei Hate Speech und Fake News?
15.07.2026 | 1:57 min- Probieren Sie gemeinsam mit Ihrem Kind KI-Chatbots und Social-Media-Plattformen aus. Überlegen Sie gemeinsam, für welche Situationen und Themen solche Dienste hilfreich sein können und wann ihre Inhalte problematisch werden.
- Reden Sie offen über mögliche Risiken von KI-Chatbots und sozialen Medien.
- Stehen Sie als verlässliche Ansprechperson für Ihr Kind zur Verfügung.
- Vereinbaren Sie klare Regeln für die Nutzung von KI und sozialen Medien.
- Achten Sie auf eine ausgewogene Nutzung und fördern Sie regelmäßige Aktivitäten ihrer Kinder mit deren Freunden.
So ermutigen Sie Kinder, sich Rat zu suchen
Für Pamela Heer, Referentin für Medienbildung bei der EU-Initiative klicksafe, hat gute Medienerziehung ganz viel mit Beziehungsarbeit zu tun: "Wenn Eltern ein offenes und vertrauensvolles Verhältnis zu ihrem Kind pflegen, ihm zuhören und sich für den Alltag des Kindes, auch den Medienalltag, interessieren, zeigen sie: 'Ich bin für dich da.' Wenn ein Kind weiß, dass es sich auf Sie verlassen kann, ist das die beste Basis dafür, dass es auch schwierige Themen mit den Eltern bespricht."
Umgang mit Falschinformationen
Falschinformationen lassen sich inzwischen längst nicht immer schnell und leicht erkennen. Bekommt man mit, dass das Kind Falschinformationen geteilt hat, ist es wichtig, darauf zu reagieren. Die Expertin für Medienbildung, Pamela Heer, hat dazu folgende Tipps:
Eltern sollten das Kind respektvoll darauf aufmerksam machen, wenn es Falschmeldungen verbreitet hat. Im Zweifel wusste das Kind nicht, dass der Inhalt von einer unseriösen Quelle stammt.
Kinder sollten lernen, Informationen nicht ungeprüft weiterzuleiten. Man kann gemeinsam Quellen prüfen und Eltern können Kindern zeigen, wie man Falschmeldungen auf einer Plattform meldet.
Es hilft, mit Kindern im Austausch über das aktuelle Weltgeschehen zu sein. Besonders in unsicheren Zeiten sind Eltern wichtige Gesprächspartner.
KI bei Hausaufgaben und beim Lernen sinnvoll nutzen
Mit den KI-Tools ist ein neuer Player im Schulalltag dazugekommen. Wenn Kinder jedoch nur noch die KI befragen, statt selbst zu überlegen, kann es dazu führen, dass sie entsprechende Aufgaben in Klassenarbeiten nicht mehr selbstständig lösen können. Eltern sollten vermitteln, dass Hausaufgaben nicht nur lästige Pflicht sind und den Kindern zeigen, wie sich KI sinnvoll als Lernbegleiter nutzen lässt, rät Mediencoach Iren Schulz. Zum Beispiel könne man bei einer Schreibaufgabe fragen, was sich noch verbessern lasse.
In Hamburg haben drei Jugendliche einen Roboter entwickelt, der Schülerinnen und Schüler motiviert, das Handy zur Seite zu legen und sich aufs Lernen zu konzentrieren.
14.09.2026 | 1:48 minLassen Sie sich Beiträge von ZDFheute bevorzugt bei Google anzeigen.
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