AfD protestiert:Ministerpräsidentenkonferenz: Rheinland-Pfalz behält Vorsitz
Die Länderchefs haben beschlossen, Sachsen-Anhalt beim turnusmäßigen Wechsel des Vorsitzes der Ministerpräsidentenkonferenz zu überspringen. Die AfD ist über das Vorgehen empört.
Bleibt ein weiteres Jahr Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz: Gordon Schnieder (CDU)
Quelle: Kay Nietfeld / dpaAbweichend vom üblichen Turnus behält Rheinland-Pfalz für ein weiteres Jahr den Vorsitz der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK). Der von der AfD scharf kritisierte Beschluss sei von den Regierungschefs der Länder einstimmig gefasst worden, teilte die Staatskanzlei in Mainz am Donnerstagabend mit.
Eigentlich hätte Sachsen-Anhalt turnusgemäß ab Oktober den jährlich wechselnden Vorsitz übernehmen sollen. Der noch amtierende Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) schlug jedoch angesichts der unklaren Lage nach der Landtagswahl eine Verschiebung der Vorsitz-Übernahme vor.
In Sachsen-Anhalt stellt sich die Frage, wie es nach den Wahlen weiter geht. Jetzt schlägt die SPD einen überparteilichen Ministerpräsidenten vor. Im Gespräch sind alle Parteien außer der AfD.
24.09.2026 | 1:50 minDeutliche Kritik der AfD
Die AfD, die bei der Landtagswahl am 6. September in Sachsen-Anhalt mit Abstand stärkste Kraft geworden war, kritisierte das Vorgehen scharf. "Die Ministerpräsidenten stemmen sich mit undemokratischen Mitteln gegen den eigenen Machtverlust", erklärte der stellvertretende AfD-Bundesvorsitzende Stefan Möller.
Durch den Beschluss werde "AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund als künftiger Ministerpräsident Sachsen-Anhalts der MPK nicht vorsitzen".
"Dramatisch" sei, so Möller, "dass auch die Ministerpräsidenten der neuen Bundesländer bei diesem undemokratischen Spiel mitspielen, also lieber den MPK-Vorsitz eines ostdeutschen Bundeslands opfern, als der AfD zu ihrem Recht zu verhelfen".
Die Lehren von Sachsen-Anhalt sind offenbar noch nicht verstanden worden.
Stefan Möller, stellvertretender AfD-Bundesvorsitzender
Wie geht es weiter nach der Wahl in Sachsen-Anhalt? Nach dem Wahlsieg ist die AfD nun auf Partnersuche. Das BSW wäre gesprächsbereit.
14.09.2026 | 2:06 minIm Oktober 2027 soll Schleswig-Holstein übernehmen
Die weitere Reihenfolge der Vorsitzländer bleibt von dem Beschluss unberührt, wie die rheinland-pfälzische Regierung mitteilte. Ab dem 1. Oktober 2027 übernimmt Schleswig-Holstein den Vorsitz. Dort wird im April kommenden Jahres der Landtag neu gewählt.
Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident und MPK-Vorsitzende Gordon Schnieder (CDU) erklärte:
Nach dem Schreiben von Sven Schulze haben wir uns eng und vertrauensvoll mit den Ländern zum weiteren Vorgehen abgestimmt.
Gordon Schnieder (CDU), Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz
Rheinland-Pfalz verfüge durch den laufenden Vorsitz "über die notwendigen Strukturen und ist deshalb bereit, den Vorsitz um ein weiteres Jahr fortzuführen".
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