Quadbeck zum Sparkurs der Regierung: "Das ist reines Lochstopfen"

Journalistin Quadbeck bei "Markus Lanz":Sparkurs im Gesundheitswesen: "Das ist reines Lochstopfen"

von Bernd Bachran

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Journalistin Eva Quadbeck bemängelt bei "Markus Lanz" fehlende Strukturreformen, während Matthias Miersch (SPD) für eine Bürgerversicherung plädiert.

Eva Quadbeck zu Gast bei "Markus Lanz".

Sehen Sie hier die Sendung "Markus Lanz" vom 29. April 2026 in voller Länge.

29.04.2026 | 59:53 min

Das Bundeskabinett hat ein umfassendes Sparpaket auf den Weg gebracht, dass die gesetzlichen Krankenkassen um Milliarden entlasten soll. Mit den Gesetzesplänen von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) sollen drohende Beitragserhöhungen verhindert werden - mit spürbaren Auswirkungen für Versicherte, Arbeitgeber und die gesamte Gesundheitsbranche.

Grundlage der Reform sind Empfehlungen einer Expertenkommission, die vor vier Wochen vorgelegt wurden. Im weiteren parlamentarischen Verfahren sind jedoch noch Änderungen an dem Entwurf möglich.

German Chancellor Merz and Health Minister Warken presser after government meeting

Die Bundesregierung hat den Gesetzentwurf zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung beschlossen. Geplant sind Einsparungen bei Ärzten, Kliniken und Pharmafirmen.

29.04.2026 | 1:16 min

Eva Quadbeck: Sparpaket statt Strukturreform

Die Chefredakteurin des "RedaktionsNetzwerk Deutschland", Eva Quadbeck, bewertete bei "Markus Lanz" die Vorschläge der Gesundheitsministerin insgesamt "gar nicht so schlecht, weil sie [Nina Warken] wirklich an alle Stellen einmal rangegangen ist."

Quadbeck sagte aber auch: "Das ist ja keine Reform, sondern es ist eigentlich nur ein großes Sparpaket. (…) Das reicht noch, um das Loch nächstes Jahr in der gesetzlichen Krankenversicherung zu stopfen." Man dürfe nicht vergessen:

Das ist ein reines Lochstopfen, und die strukturellen Reformen müssen noch kommen.

Eva Quadbeck, Chefredakteurin

Pressekonferenz nach Beschluss der Gesundheitsreform im Bundeskabinett

Höhere Zuzahlungen für Medikamente, Teilkrankschreibung und mehr: Gesundheitsministerin Warken (CDU) sagt, die Reform verlange allen Seiten eine ganze Menge ab. Es hagelt Kritik.

29.04.2026 | 2:51 min

Streitpunkt Bürgergeld-Beiträge

Weiterhin umstritten ist der Punkt der Krankenkassenbeiträge für Bürgergeldempfänger. Diese sind gesetzlich krankenversichert, ihre Beiträge übernimmt jedoch das Jobcenter - deutlich unter den tatsächlichen Kosten. Die Differenz tragen andere Versicherte und Arbeitgeber, was die GKV jährlich mit rund zehn bis zwölf Milliarden Euro belastet.

Im Sparpaket von Nina Warken ist nun vorgesehen, dass die gesetzliche Krankenversicherung von Bürgergeldempfängern stärker von Steuergeld anstatt von Abgaben der gesetzlich Versicherten getragen werden soll. Damit wären auch Privatversicherte daran beteiligt.

Das wird seit 20 Jahren diskutiert und immer in Krisenzeiten kommt das Thema wieder hoch.

Eva Quadbeck, Chefredakteurin

Reform der GKV - Faktenblatt

Die geplante Reform der gesetzlichen Krankenversicherung greift an mehreren Stellen: Besserverdienende, Familienversicherung, stärkere Beteiligung des Staates und Abgabe auf zuckergesüßte Getränke.

29.04.2026 | 0:53 min

Miersch fordert Bürgerversicherung

Der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Matthias Miersch zeigte Verständnis für den Unmut vieler Menschen, die sich daran stören, dass die gesetzlich Versicherten die Beiträge für Bürgergeldempfänger tragen müssen und sagte: "Wir werden uns das im parlamentarischen Verfahren noch mal genau angucken."

Wir haben das Problem, dass hier die gesetzlichen Versicherten das tragen müssen, und die Privatversicherten sind außen vor.

Matthias Miersch, SPD

Miersch glaubte nicht, dass dieses Problem noch von dieser Regierungskoalition gelöst werden könne. "Aber es könnte gelöst werden, indem wir wirklich mal über eine Bürgerversicherung nachdenken würden, wo wir alle einzahlen. Und dann können bestimmte Zusatzleistungen privat versichert sein."

Schaltgespräch Zimmermann

Das Bundeskabinett hat heute sowohl den Haushalt für 2027 als auch die Kassenreform auf den Weg gebracht. ZDF-Hauptstadtstudioleiterin Diana Zimmermann ordnet ein.

29.04.2026 | 1:38 min

Für Matthias Miersch sei die Debatte um die Krankenversicherung für Bürgergeldempfänger "eine gefährliche Debatte", da sie weitere Diskussionen auslösen könne, etwa über den Umgang mit risikoreichem Verhalten wie Skifahren.

Deswegen haben wir in dieser gesetzlichen Krankenversicherung immer den Solidargrundsatz.

Matthias Miersch, SPD

Ein Stethoskop, Maersk-Container und eine Tankstelle nebeneinander gereiht

Das Kabinett hat die Gesundheitsreform auf den Weg gebracht und Eckpunkte für den Haushalt 2027 beschlossen. ZDFheute live zeigt die Pressekonferenz von Finanzminister Klingbeil und ordnet ein.

29.04.2026 | 45:59 min

Schuldenbremse aussetzen? Miersch in der Kritik

Vor einigen Tagen sorgte eine Äußerung des SPD-Politikers für heftige Kritik aus den Reihen des Koalitionspartners CDU. Miersch schlug vor, im Falle einer Eskalation der Iran-Krise die Schuldenbremse auszusetzen. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann bezeichnete diese Überlegungen als "Ausdruck politischer Faulheit". Dazu äußerte sich der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion bei "Lanz".

Ich kann mich irren, aber ich habe den Eindruck, dass wir im Moment noch nicht gesellschaftspolitisch diskutieren, was die Schließung der Straße von Hormus tatsächlich bedeuten kann.

Matthias Miersch, SPD

Miersch weiter: "Wir spüren jetzt eben noch nicht die Folgen dieser Sperrung, (…) das kann für diesen Staat, für diese Gesellschaft, für diese Welt Turbulenzen bedeuten."

Über dieses Thema berichtete "Markus Lanz" am 29.04.2026 ab 23:45 Uhr.

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