Haseloff bei Lanz: Warnung vor AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt

Warnung vor AfD-Regierung:Haseloff: Es geht in Sachsen-Anhalt "um alles"

von Felix Rappsilber

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Der frühere Ministerpräsident Sachsen-Anhalts sieht sein Bundesland vor einer Richtungsentscheidung. Bei "Lanz" warnt Haseloff eindringlich vor einer möglichen AfD-Landesregierung.

Markus Lanz vom 12. März 2026: Markus Lanz, Reiner Haseloff, Ulrike Herrmann, Anne Hähnig

Sehen Sie hier die Sendung "Markus Lanz" vom 12. März 2026.

12.03.2026 | 76:03 min

"Es geht um alles. Es geht um dieses Land, unser Land, unsere Demokratie - oder ein anderes Land." Reiner Haseloff, Sachsen-Anhalts ehemaliger Ministerpräsident, warnte am Donnerstagabend bei "Markus Lanz" vor einem anderen Sachsen-Anhalt - einem Sachsen-Anhalt unter AfD-Führung.

Haseloff: AfD formuliert Anträge im NS-Sprachduktus

Schon jetzt würden AfD-Politiker dort mit einer Selbstsicherheit auftreten, als ob sie schon "kurz vor der Regierungsübernahme sind". Die Themen ähnelten dabei denen der Nationalsozialisten, die 1932 "im Freistaat Anhalt die Macht übernommen haben": "Schließung des Bauhauses, kulturelle Substitution demokratischer Traditionen, Druck auf Opposition (...) und letztendlich der Umbau eines Landes hin zu einem völkischen System (...)."

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Aktuelle Anträge der AfD Sachsen-Anhalt seien im Sprachduktus "dieser alten nationalsozialistischen Tradition" formuliert worden. Haseloff mahnte:

Die Glocke hat für uns alle geschlagen. Das heißt, auf uns kommt es jetzt an, wie es mit dem Land weitergeht.

Reiner Haseloff, Ex-Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt

Die CDU Sachsen-Anhalt werde "alles dafür tun", dass eine Regierungsbeteiligung der AfD nicht eintrete. Haseloff hatte das Amt des Ministerpräsidenten an Sven Schulze übergeben. "Das operative Geschäft macht jetzt mein Nachfolger und der macht das sehr gut", sagte Haseloff.

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Hähnig: CDU-Landesverband Sachsen-Anhalt ist schwer zu führen

Journalistin Anne Hähnig ergänzte, dass Haseloff nicht nur gegen die AfD, sondern auch gegen Teile der eigenen Partei kämpfe. Weil innerhalb der sachsen-anhaltinischen CDU nicht alle davon überzeugt seien, dass eine "strenge Abgrenzung zur AfD der richtige Weg ist". Sie sagte:

Ich kenne mehrere CDU-Landesverbände, insbesondere in Ostdeutschland. Da sind viele kompliziert, aber keiner ist so kompliziert und so schwer zu führen wie der in Sachsen-Anhalt.

Anne Hähnig, Journalistin

In diesem Landesverband gebe es viele Stimmen, die sagen würden: "'Leute, wenn die bei 30 Prozent liegen, warum regieren wir nicht mit denen? Oder warum lassen wir uns nicht von denen tolerieren? Warum gehen wir nicht (...) in eine Art Minderheitsregierung und suchen uns Mehrheiten mit der AfD auf einem ganz kleinen Weg?'"

Diesen Stimmen habe sich Haseloff immer entgegengestellt: "Das, was er jetzt noch tun kann, ist, zu versuchen, dass seine Stimme weiterhin Gewicht hat. (...) Das wird man wahrscheinlich im Wahlkampf noch ein paar Mal sehen."

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Herrmann: Keine Mehrheit für demokratische Parteien?

Ein Wahlkampf, der angesichts der Umfragewerte spannend werden dürfte:

Wenn es dabei bleibt, gibt es für die demokratischen Parteien keine Mehrheit mehr, weil BSW und AfD genauso viele Stimmen hätten wie Linke, CDU und SPD zusammen. Jede Gruppe hätte 45 Prozent.

Ulrike Herrmann, Journalistin

Die CDU habe "Schwierigkeiten mit der Linkspartei". Sahra Wagenknecht (BSW) habe sich mit einem Gastbeitrag in der Ostdeutschen Allgemeinen "der AfD angedient":

Wenn das kommt, AfD und BSW zusammen, dann (...) muss nur ein einzelner CDU-ler wechseln und man hat schon die Mehrheit.

Ulrike Herrmann, Journalistin

Herrmann sagte: "Wenn das noch was werden soll, dann müssen die CDU und natürlich auch die SPD jetzt richtig mobilisieren."

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Haseloff: Umfragen hin oder her

Haseloff gab sich zuversichtlich:

Umfragen hin oder her, ich habe so viele Umfragen auch bezüglich der eigenen Wahlkämpfe erlebt, dass ich da eine gewisse Gelassenheit mitbringe.

Reiner Haseloff, Ex-Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt

Hatte er zuvor eindringlich vor der AfD gewarnt, betonte er nun die Geschlossenheit der derzeitigen Landesregierung: "Ich bin mir ziemlich sicher, dass in diesem Lande keine absolute Mehrheit für die AfD hinzubekommen ist, weil wir hart arbeiten werden, weil wir weiterhin mobilisieren werden (...)."

Der CDU-Politiker sagte: "In den ganzen Umfragen ist auch befragt worden: 'Wie zufrieden sind Sie mit der Landesregierung?' Und der Zufriedenheitsgrad liegt deutlich über dem der Bundesregierung."

Haseloff unzufrieden mit Bundesregierung

Die Bundesregierung müsse nun klare Signale geben, "dass man zumindest verstanden hat, warum eine Mitte-Rechts-Mehrheit in ganz Deutschland vorhanden ist" und dass die wirtschaftliche Entwicklung im Zusammenhang mit der Migrationsfrage dazu führe, dass es "selbst in Baden-Württemberg Direktmandate der AfD gibt".

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Haseloff räumte ein: "Ich bin mit dem Ergebnis und der Schnelligkeit der Arbeit der Bundesregierung unzufrieden, weil es schneller gehen muss, auch mit Blick auf unsere Wahlergebnisse, weil viele Themen nicht bei uns im Landtag entschieden werden können."

Er forderte: "Wenn man uns helfen will, dann muss diese Bundesregierung die Reformen so angehen, wie sie es sich vorgenommen hat und nicht monatelang über bestimmte Themen diskutieren."

Über dieses Thema berichtete "Markus Lanz" am 12.03.2026 ab 23:20 Uhr.

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