Kandidatur für Vorsitz, Dürr zieht zurück:Kubicki: Bin nicht die Zukunft, will aber eine für die FDP
Wolfgang Kubicki kandidiert für den FDP-Vorsitz - und äußert sich gegenüber ZDFheute zu den Gründen. Der amtierende Parteichef Christian Dürr zieht indessen seine Bewerbung zurück.
FDP-Politiker Wolfgang Kubicki will für den Vorsitz seiner Partei kandidieren. Der bisherige FDP-Chef Dürr erklärte derweil, bei der Vorsitzendenwahl nun doch nicht antreten zu wollen.
05.04.2026 | 0:21 minWegen der Kandidatur von FDP-Vize Wolfgang Kubicki für den Bundesvorsitz zieht der amtierende Parteichef der FDP, Christian Dürr, seine Bewerbung zurück. Ein Parteisprecher bestätigte ZDFheute entsprechende Medienberichte. "Ich habe keinen Zweifel daran, dass die FDP wieder erfolgreich sein wird", erklärte Dürr am Ostersonntag.
Die Voraussetzung ist eine geschlossene Formation. Ich leiste meinen Beitrag dazu, unterstütze Wolfgang Kubicki und werde nicht antreten.
Christian Dürr, amtierender FDP-Parteichef
Zuvor hatte "Bild" berichtet. Wolfgang Kubicki hatte bekanntgegeben, er wolle neuer Parteichef der Liberalen werden. Zudem erklärte der nordrhein-westfälische FDP-Landes- und Fraktionsvorsitzende Henning Höne, sich für das Amt des Parteivorsitzenden bewerben zu wollen.
Kubicki wolle keinen Wahlkampf um den Bundesvorsitz der FDP führen - doch eine Kandidatur sowohl von ihm als auch von Höne sei kein Problem, sagte er ZDFheute. "Ich bin Mitglied einer Wettbewerbspartei", fügte er hinzu. "Aber ich führe keinen Binnenwahlkampf, sondern will Wählerinnen und Wähler überzeugen."
FDP-Vize Kubicki will Parteichef werden und verspricht, die Partei wieder erfolgreich zu machen. Der amtierende Chef Dürr zieht daraufhin zurück und unterstützt ihn. Wulf Schmiese berichtet.
05.04.2026 | 1:52 minKubicki will, dass FDP "überhaupt noch eine Zukunft hat"
Kritik, dass er nicht für einen Neuanfang stehe, widersprach Kubicki nicht:
Ich weiß, ich bin nicht die Zukunft der FDP. Aber ich will dafür sorgen, dass sie überhaupt noch eine Zukunft hat.
Wolfgang Kubicki, stellvertretender FDP-Vorsitzender
"Nach 56 Jahren Mitgliedschaft in der FDP will ich meine Partei nicht untergehen sehen." Das Alter allein stehe einem Erfolg nicht im Wege, so Kubicki mit Blick auf die politische Konkurrenz: "Bei der Linkspartei begann der Wiederaufstieg mit den Silberrücken."
Mit Blick auf den anstehenden Parteitag sagte er der "Bild am Sonntag": "Ich werde den Delegierten meiner Partei im Mai ein Angebot machen, bei dem sie sicher sein können: Ich werde alles tun, um die Partei wieder erfolgreich zu machen."
Nach dem schlechten Abschneiden bei den jüngsten Landtagswahlen zieht die FDP Konsequenzen. Die komplette Parteispitze um den Vorsitzenden Christian Dürr tritt zurück.
24.03.2026 | 1:49 minDürr erklärte indessen zu seinem Verzicht auf eine Kandidatur: "Ich will vor allem, dass unser Land wieder nach vorne kommt. Dafür braucht es eine starke FDP mit klaren Positionen für Marktwirtschaft und Freiheit. Wolfgang hat das Zeug dazu, das zu schaffen."
Landtagswahlen: FDP scheitert an Fünf-Prozent-Hürde
Die FDP war im März bei den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und in ihrem Stammland Baden-Württemberg an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert und somit nicht in die Parlamente eingezogen.
Bei der Bundestagswahl im Februar 2025 war sie bereits aus dem Bundestag geflogen - zuvor war im Bund die Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP geplatzt. Der damalige Parteichef Christian Lindner zog sich aus der Politik zurück, Dürr übernahm damals.
Im September stehen Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin an. Nach den jüngsten Umfragen könnten die Liberalen bei allen drei Wahlen ebenfalls an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.
Als Konsequenz aus dem schlechten Abschneiden der FDP bei den jüngsten Wahlen tritt die gesamte Parteiführung zurück. „Haben einen immensen Vertrauensverlust“, so Strack-Zimmermann.
24.03.2026 | 5:31 minKubicki: "Neues Selbstbewusstsein" für die FDP
Kubicki sagte der "Bild am Sonntag", er wolle eine Partei, die mit "neuem Selbstbewusstsein" die politischen Debatten in diesem Land anführe, statt ihnen "hinterherzulaufen".
"Deutschland wartet nicht auf eine FDP, die sich in akademischen Diskussionen verzettelt, sondern auf eine, die dieses Land groß gemacht hat: klar im politischen Inhalt und ebenso klar in der Sprache. Für die Freiheit", sagte Kubicki, der früher auch Bundestagsvizepräsident war.
Vorstand tritt zurück - aber Dürr will wiederkommen
Als Konsequenz aus dem schlechten Abschneiden der FDP bei den jüngsten Landtagswahlen hatte der Bundesvorstand um den derzeitigen Vorsitzenden Christian Dürr im März beschlossen, beim Parteitag im Mai geschlossen zurückzutreten. Dürr kündigte zunächst an, wieder für den Vorsitz kandidieren zu wollen. Das nahm er nun zurück.
Wahlen und Vertrauen verloren und seit dem Ampel-Aus ein Jahr verschwendet – so sieht Henning Höne seine FDP. Der Vorsitzende der NRW-FDP will gegen Noch-Parteichef Dürr antreten.
26.03.2026 | 3:04 minZwischenzeitlich wurde über eine mögliche Doppelspitze für die FDP diskutiert: Die Verteidigungsexpertin Marie-Agnes Strack-Zimmermann hatte in den FDP-Führungsgremien ihre Bereitschaft angekündigt, an die Spitze der Partei zu treten - wegen ihrer Belastung im Europaparlament aber in einer Doppelspitze. Dann erklärte sie aber ihre Unterstützung für Hönes Einzelbewerbung.
Kubickis Weg in der FDP
Kubicki trat 1971 mit 19 Jahren in die FDP ein. Nach der Bundestagswahl 1990 zog er erstmals über die Landesliste Schleswig-Holstein als Abgeordneter in den Bundestag ein. Der 74-Jährige gilt als liberaler Freigeist, der auch innerparteilich schonungslos Kritik übt.
Sollte Kubicki zum Parteivorsitzenden gewählt werden, setzt er nach Angaben der "Bams" auf den bayerischen FDP-Politiker Martin Hagen als Generalsekretär.
Nach dem Scheitern der Ampel-Koalition und dem Rückzug von Christian Lindner als Parteichef ringt die FDP um Kurs und Profil.
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