Mirko Drotschmann erklärt:Attest ab Tag eins: Was das bedeutet
Die Regeln zur Krankschreibung sollen laut Bundesregierung verschärft werden. Ein Attest bräuchte es dann ab dem ersten Tag. Wie Unternehmen und Arbeitnehmer damit umgehen könnten.
Die Regierungskoalition hat neue Regeln zu Krankschreibungen vorgestellt: Die telefonische Krankschreibung soll gestrichen werden, außerdem soll schon für den ersten Krankheitstag ein Attest nötig werden. Noch gilt die neue Regelung nicht - aber wenn sich die Bundesregierung durchsetzt, wird es für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer stressiger, wenn sie krank sind. @MrWissen2go Mirko Drotschmann erklärt, was man dazu wissen muss.
Was gilt aktuell?
Wenn der Arbeitgeber nichts anderes vorgibt, gilt: Wer krank ist, muss sich bei seinem Arbeitgeber melden. Dafür reicht eine formlose Mail an die Firma oder ein Anruf am ersten Fehltag. Wer nur einen, zwei oder drei Tage krank ist, muss sich nicht vom Arzt krankschreiben lassen. Erst wenn man vier oder mehr Tage aussetzen muss, braucht man eine Krankschreibung. Das lässt sich mit einem Anruf beim Hausarzt erledigen.
Was soll zukünftig gelten?
Mit der neuen Regelung bräuchte man ein Attest schon ab dem ersten Krankheitstag. Man dürfte sich also nicht erstmal drei Tage auskurieren, ohne eine Krankschreibung vorweisen zu müssen. Und die müsste man sich in der Arztpraxis oder per Videosprechstunde besorgen - die telefonische Krankschreibung soll gestrichen werden.
Ist das bei jedem Arbeitgeber gleich?
Nein. Zum Beispiel in Tarifverträgen können eigene Regeln vereinbart werden. Das ist jetzt möglich und soll auch mit der neuen Regelung möglich sein. Allerdings würden sich quasi die Vorzeichen umkehren: Bisher gilt standardmäßig eine arbeitnehmerfreundlichere Regel, die aktiv verschärft werden müsste. In Zukunft gäbe es eine strenge gesetzliche Regelung, die Unternehmen aktiv aufweichen müssten.
Warum soll die Regelung geändert werden?
Die Regeln bei Krankschreibungen zu verschärfen, ist schon länger ein Anliegen von der CDU und Bundeskanzler Friedrich Merz. Die Argumentation: In Deutschland gebe es viele Krankheitstage - zu viele. Das schade der Wirtschaft.
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