Wahl in Sachsen-Anhalt: 3 Erkenntnisse aus dem Wahlsieg der AfD
Kommentar
Landtagswahl in Sachsen-Anhalt:Drei Erkenntnisse aus dem Wahlsieg der AfD
von Bettina Schausten
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Das Wahlergebnis aus Sachsen-Anhalt ist ein Paukenschlag. Eine Mehrheit der Wähler hat in einer demokratischen Wahl für den Wechsel gestimmt. Warum trotzdem nicht alles gut ist.
"Für die CDU ist der Abend eine Katastrophe", kommentiert ZDF-Chefredakteurin Schausten das Ergebnis der Wahl in Sachsen-Anhalt. Es sei "auch die Niederlage von Friedrich Merz".
06.09.2026 | 2:13 min
An einem Wahlabend, der noch nicht zu Ende ist, drei vorläufige Erkenntnisse.
Die AfD hat es geschafft, Kopf und Herz vieler Menschen zu erreichen, in dem sie ihre Unzufriedenheit, ihren Frust, ihre Enttäuschung bündelt. Konkrete Rezepte dagegen hat sie eher nicht. Radikalität im fröhlichen Gewand, gegen alle anderen, das hat gezogen. Ein Ausdruck von Mäßigung ist die gute Laune nicht. Absolut soll die Mehrheit sein, die AfD will keine Teilung der Macht, sie will keine Kompromisse. Wenn heute Abend zu hören ist, sie strecke die Hand aus, dann klingt das nicht nach Brückenbauen fürs Land, sondern nach Machtanspruch der Partei.
Für die CDU ist der Abend eine Katastrophe. Ein Ministerpräsident, der Rekordverluste einfährt, muss sich vielfach die Rücktrittsfrage stellen lassen, die naheliegt. Und doch darf er nicht die Brocken hinschmeißen, denn vielleicht wird er noch gebraucht für schwierigste Experimente. Dass das seine Partei kaum aushalten wird, steht ihm ins Gesicht geschrieben.
Und dann ist da Berlin. Nicht selten bekommen Regierungen bei Landtagswahlen eine Quittung ausgestellt, aber dass ein Kanzler und Parteivorsitzender im Wahlkampf geradezu versteckt werden muss, ließ Böses ahnen. Dies ist auch die Niederlage von Friedrich Merz, der nun gewaltig unter Druck steht, eine handlungsfähige Regierung zu wirksamen Reformen zu treiben und seine Politik schlüssig zu erklären. Es braucht ein Signal: Ich habe verstanden! Doch auch dies ist klar geworden in diesem Wahlkampf: Die destruktive Wut der AfD richtet sich klar gegen die CDU. Wer da als Christdemokrat noch an eine konstruktive Zusammenarbeit glaubt, muss selbst Lust am Untergang haben.
Sachsen-Anhalt hat gewählt. Ein tief gespaltenes Land, in dem künftig die das Sagen haben könnten, die mit Spaltung groß geworden sind.
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Über das Thema berichtete das heute journal am 06.09.2026 ab 21:45 Uhr.