Gemeinsame Reserven geplant:Seltene Erden: Großbritannien und Deutschland kooperieren
Seltene Erden stecken in Smartphones, E-Autos und sogar Waffen. Um unabhängiger von Ländern wie China zu werden, wollen Deutschland und Großbritannien gemeinsam Reserven sichern.
Wirtschaftsministerin Katherina Reiche hat eine engere Zusammenarbeit angekündigt.
27.04.2026 | 0:42 minDeutschland und Großbritannien wollen gemeinsam begehrte seltene Erden sichern und Reserven aufbauen. Der britische Wirtschaftsminister Peter Kyle sagte der Deutschen Presse-Agentur in Berlin:
Seltene Erden bilden das Fundament eines Großteils der wirtschaftlichen Sicherheit, die wir benötigen.
Peter Kyle, britischer Wirtschaftsminister
Kyle weiter: "Sie untermauern viele der künftigen wirtschaftlichen Wachstumssektoren - sei es im Technologiebereich, etwa bei den Mobiltelefonen, die wir nutzen, sei es bei medizinischen Geräten oder auch bei gesellschaftlich wichtigen Produkten aller Art."
Das besonders harte Metall Wolfram wird von der Industrie dringend gebraucht. Doch der Preis dafür ist stark gestiegen, seit China den Export seltener Rohstoffe eingeschränkt hat.
26.02.2026 | 1:41 minKyle und seine deutsche Kollegin Katherina Reiche (CDU) wollten auf dem deutsch-britischen Wirtschaftsgipfel eine Strategievereinbarung unterzeichnen.
Seltene Erden stecken in allerlei täglichen Gebrauchsgegenständen wie Smartphones, Laptops und Fernsehern. Zudem werden sie für E-Auto-Batterien, Künstliche Intelligenz und auch moderne Waffensysteme benötigt.
Marktführer China hatte im April 2025 im Handelsstreit mit den USA sieben seltene Erden und daraus gefertigte Magneten mit Exportkontrollen belegt und Europa damit seine Abhängigkeit aufgezeigt.
Quelle: dpa
Ziel: Strategische Reserven aufbauen
Sowohl Großbritannien als auch Deutschland würden seltene Erden fördern, wenn auch bei weitem nicht in den Mengen wie China, sagte Kyle. "Was man bei China und anderen Nationen beobachten konnte, ist vor allem das Bestreben, sich diese Rohstoffe zu sichern und entsprechende Reserven aufzubauen."
Die neue Erklärung beinhalte konkrete Zusagen bei der Exploration und lege Handlungsschritte fest, um die Versorgungssicherheit beider Länder zu festigen.
Wir können das Fundament für langfristige Widerstandsfähigkeit legen und diesen Ansatz selbstverständlich auch auf weitere Partnerschaften übertragen.
Peter Kyle, britischer Wirtschaftsminister
ZDF-Korrespondentin Miriam Steimer sagt, dass sich der Westen beim Abbau Seltener Erden abhängig von China gemacht habe und diese Abhängigkeit werde China politisch ausspielen.
07.12.2025 | 2:20 minBeziehung zwischen Deutschland und Großbritannien stabilisiert
Der deutsch-britische Wirtschaftsgipfel baut auf dem im Juli 2025 unterschriebenen Kensington-Vertrag beider Staaten auf, mit dem schrittweise eine vertiefte Zusammenarbeit in Verteidigung, Sicherheit, Wirtschaft, Gesundheit und Kultur vereinbart wurde. Die deutschen Handelsbeziehungen zu Großbritannien haben sich sechs Jahre nach dem Brexit aus Sicht von Wirtschaftsministerin Reiche stabilisiert.
Das Vereinigte Königreich sei wieder unter den Top Ten der Handelspartner, sagte die CDU-Politikerin in Berlin. Das Handelsvolumen beider Länder habe 2025 rund 118 Milliarden Euro betragen, sagte Reiche. Deutschland habe für rund 33 Milliarden Euro aus Großbritannien importiert und für 80 Milliarden Euro dorthin exportiert. Hunderte von Unternehmen seien auf der jeweils anderen Seite aktiv. Sie schafften Wohlstand. "Das zeigt, dass die Beziehungen unserer Wirtschaft widerstandsfähig sind, sie sind real", sagte Reiche.
Und ich bin überzeugt, sie können noch enger verwoben werden.
Katherina Reiche (CDU), Bundeswirtschaftsministerin
Sie erinnerte an den Ausbau von Energieprojekten in der Nordsee, an Rüstungskooperation und an die gemeinsame Sicherung von Rohstoffen.
Europa will unabhängiger werden bei der Energieversorgung. Beim Nordseegipfel haben die Staaten "konkrete Ziele und Projekte" beschlossen, berichtet Isabelle Schaefers aus Hamburg.
27.01.2026 | 2:08 minKyle: "Paneuropäischer Megakonzern ist möglich"
Auch bei Künstlicher Intelligenz wollen beide Länder enger zusammenarbeiten. So schließt sich Großbritannien der EU-AI-Champions-Initiative an, die Großkonzerne und Tech-Start-ups zusammenbringt.
Es sei unwahrscheinlich, dass ein europäisches Land einen Megakonzern mit Billionenumsatz hervorbringe wie die USA, sagte Kyle. "Wenn wir aber einen paneuropäischen Ansatz dafür entwickeln, wie wir Innovation und Kommerzialisierung in diesem Maßstab unterstützen, dann bin ich davon überzeugt, dass wir dies bewältigen können." Dies lasse sich innerhalb eines verhältnismäßig kurzen Zeitraums realisieren. "Doch dieser Funke muss von gleichgesinnten Ländern ausgehen, die einen gemeinsamen Ehrgeiz teilen", sagte der Minister.
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