Was auf Versicherte zukommen könnte:Kommission: Milliarden-Sparpotenzial für Krankenkassen
Milliardeneingriffe ins Gesundheitssystem: Eine Expertenkommission hat 66 Vorschläge vorgelegt, um die gesetzlichen Krankenkassen zu stabilisieren. Was sie empfiehlt.
Eine Experten-Kommission wird Empfehlungen für eine Finanzreform der gesetzlichen Krankenkassen aussprechen. Über die Vorschläge berichtet ZDF-Korrespondent Karl Hinterleitner aus Berlin.
30.03.2026 | 1:21 minDie Expertenkommission für eine Reform der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) schlägt Eingriffe in Milliardenhöhe vor, um steigende Ausgaben zu bremsen und neue Beitragserhöhungen zu vermeiden.
Das Gremium legte in Berlin einen Bericht mit 66 Empfehlungen vor, die für nächstes Jahr ein Volumen von bis zu 42 Milliarden Euro ausmachen könnten. Dabei geht es um Maßnahmen bei den Einnahmen und Ausgaben der Kassen.
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Sparpotenzial deutlich höher als erwartete Finanzlücke
Das Sparpotenzial liegt damit höher als die für 2027 zu erwartende Finanzlücke von rund 15 Milliarden Euro, wie die Kommission erläuterte. Ein Großteil der Optionen könnte eine Finanzwirkung von 37 Milliarden Euro haben, ohne dabei die Versorgung zu beeinträchtigen.
Am Montag legt eine Experten-Kommission Empfehlungen für umfassende Finanzreformen für die gesetzlichen Krankenkassen vor. Diese sollen steigende Beiträge und Ausgaben verhindern.
30.03.2026 | 0:26 minBundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hatte das Gremium mit zehn Professorinnen und Professoren im vergangenen Herbst eingesetzt.
Auch Beteiligung von Patienten
Die Kommission schlägt mögliche Einsparungen von bis zu 19 Milliarden Euro bei Leistungserbringern wie Praxen und Kliniken sowie Herstellern vor. Zentraler Ansatzpunkt ist, dass Vergütungen nicht stärker steigen sollten als die Einnahmen.
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Mögliche Beiträge der Patientinnen und Patienten könnten bis zu 4,1 Milliarden Euro ausmachen. Genannt wird beispielsweise eine Erhöhung der seit 2004 weitgehend unveränderten Zuzahlungen etwa für Medikamente.
Empfehlung: Höhere Steuern auf Tabak und Alkohol
Die Kommission empfiehlt außerdem, die kostenfreie Mitversicherung von Ehepartnern zu streichen und Steuern auf Tabak und Alkohol zu erhöhen - und eine gestaffelte Steuer auf zuckergesüßte Erfrischungsgetränke einzuführen. Mehreinnahmen sollten an die GKV gehen.
Die gesetzlichen Krankenkassen fordern ein Sparpaket von 50 Milliarden Euro. Sonst drohe ein deutlicher Anstieg des Beitragssatzes, so eine Stellungnahme des GKV-Spitzenverbands.
03.12.2025 | 0:21 minRund 12 Milliarden Euro erbringen könnte eine volle Übernahme versicherungsfremder Leistungen durch den Bund etwa bei den Kosten für die Versorgung von Bürgergeldempfängern.
Politik soll Puffer haben zur Maßnahmen-Priorisierung
Mit dem mehr als benötigten Sparpotenzial könne die Politik nun entscheiden, welche Maßnahmen sie für richtig hält, sagte der Kommissionsvorsitzende Wolfgang Greiner. Die Empfehlungen umfassen auch ein Ende der Kassenerstattung für homöopathische Mittel.
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Nicht in den Empfehlungen enthalten ist die zuvor auch diskutierte Kontaktgebühr, also eine Art neuer Praxisgebühr. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) nahm den Bericht am Montag entgegen.
Warken: Keine Reform einseitig zulasten der Versicherten
Einzelne Maßnahmen kommentieren wollte sie nicht. Die Ergebnisse würden nun geprüft und innerhalb der Bundesregierung beraten. Warken betonte, sie wolle "keine einseitigen Reformen zulasten der Versicherten".
Einnahmen und Ausgaben müssen wieder in ein Gleichgewicht gebracht werden.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU)
Leistungsniveau und -qualität sollten erhalten bleiben. Es gehe um eine "disziplinierte Ausgabenpolitik".
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