Über einen Monat:Gesetzlich Versicherte warten immer länger auf Facharzttermine
Im Schnitt 42 Tage warteten gesetzlich Versicherte 2024 auf einen Facharzttermin. Das sind fast zehn Tage mehr als noch 2019, wie eine Studie des Gesundheitsministeriums zeigt.
Einer Befragung von Versicherten zufolge betrug die Wartezeit 2024 im Schnitt 42 Tage.
04.02.2026 | 0:20 minGesetzlich Versicherte mussten 2024 länger auf einen Facharzttermin warten als noch vor einigen Jahren. Das geht aus Antworten des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linken hervor, die der "Rheinischen Post" vorlag.
Laut einer Versichertenbefragung, auf die sich die Bundesregierung beruft, betrug die Wartezeit im Jahr 2024 im Schnitt 42 Tage. Zum Vergleich: 2019 waren es noch 33 Tage. Die Zahlen beziehen sich auf Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), die mindestens einen Tag auf Facharzttermine gewartet haben.
Im Schnitt warten gesetzlich Versicherte doppelt so lange auf einen Termin bei einem Facharzt oder einer Fachärztin wie privat Versicherte.
14.07.2025 | 2:58 minMehr Kosten für offene Sprechstunden
Zugleich stiegen die jährlichen GKV-Ausgaben für offene Sprechstunden bei Ärzten rasant. Die extrabudgetäre Vergütung für Leistungen im Rahmen offener Sprechstunden kletterte im Jahr 2023 auf rund 814 Millionen Euro. 2022 waren es noch 547 Millionen Euro, im Jahr 2020 rund 291 Millionen Euro.
Hintergrund ist, dass bestimmte Ärzte mindestens fünf Stunden pro Woche als offene Sprechstunden ohne vorherige Terminvereinbarung anbieten müssen. Dafür bekommen sie zusätzliches Geld in Form einer extrabudgetären Vergütung, was zu einem besseren Zugang zur ärztlichen Versorgung für GKV-Versicherte führen soll.
Das Gesundheitssystem steht unter Druck: Die Ausgaben der Kassen steigen, trotz Milliardenlücke verspricht die Koalition stabile Beiträge.
05.09.2025 | 1:36 minLinke: Regierung verschließt die Augen
Die Regelungen für eine bessere Versorgung und schnellere Termine seien "ein Rohrkrepierer", sagte die Linken-Bundestagsabgeordnete Julia-Christina Stange, Sprecherin für ambulante Versorgung, der "Rheinischen Post". "Sie kosten die gesetzlich Versicherten mehr Geld bei schlechterer Leistung", sagte Stange.
Anstatt aber endlich durchzugreifen und zu prüfen, wie sich die Versorgung tatsächlich entwickelt, verschließt die Regierung fest die Augen.
Julia-Christina Stange, Linke, Sprecherin für ampulante Versorgung
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