Politologe Korte zu Lehren aus der Wahl:Was in Baden-Württemberg "wichtiger als die Parteifarbe" war
Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg liegen Grüne und CDU vorne - die AfD legt deutlich zu, die SPD erleidet eine herbe Niederlage. So ordnet Politologe Korte die Wahl ein.
Welche Signalwirkung geht von der Landtagswahl in Baden-Württemberg aus? Politologe Karl-Rudolf Korte analysiert das Abschneiden der Parteien.
08.03.2026 | 2:49 minBei der Landtagswahl in Baden-Württemberg landen wie schon 2021 erneut die Grünen und die CDU auf den ersten beiden Plätzen. Was sind die Gründe für dieses Ergebnis und welche Bedeutung geht von der Wahl aus? Politikwissenschaftler Karl-Rudolf Korte ordnet das Abschneiden der Parteien ein.
Sehen Sie die Interviews in den Videos oder lesen Sie sie hier in Auszügen. Das sagt Korte ...
... zur Dominanz der Grünen und der CDU in Baden-Württemberg
Dass die Grünen und die CDU in Baden-Württemberg erneut vorne liegen, zeigt aus Sicht von Korte das erkennbare Muster von "status-quo-verliebten"-Wählern, die sich für das Bekanntere und gegen das Unbekannte entscheiden. Der Wunsch sei eine stabile Regierung aus der politischen Mitte heraus. Der Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir sei eine "Orientierungsautorität" für viele Wähler gewesen.
Diese Dominanz bringe auch den Vorteil einer stabilen Mehrheit, allerdings spielten die kleinen Parteien in der Wahrnehmung keine Rolle mehr.














































... über die Lehren für die folgenden Landtagswahlen und den Bund
Das Ergebnis habe eine "große Bedeutung" für das gestartete Superwahljahr - mit den weiteren Wahlen in Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. In Zeiten der Unsicherheit, wie sie aktuell vorherrsche, komme es für die Parteien auf die Person an, die sie ins Rennen schicke, erklärt Korte.
Wer hat also einen beliebten Sicherheitslotsen, der einen durch das Leben navigiert, um den Arbeitsplatz zu behalten und vor äußeren Umständen auch zu beschützen.
Karl-Rudolf Korte, Politikwissenschaftler
Das sei "viel wichtiger als die Parteifarbe" - in diesem Wahlkampf sei der Persönlichkeitsfaktor immer stärker in den Fokus gerückt.
Für Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) habe sich das ausgegebene Ziel, am Ende des Jahres zehn Ministerpräsidenten aus den Reihen der Union zu stellen, erledigt. Der Kanzler müsse nun auf Kandidaten aus seiner Partei setzen, die "beliebter" und "bekannter" seien - "und die es am Ende auch verstehen, die große Sicherheitsorientierung der Deutschen ernst zu nehmen". Zudem verlangten die Wähler ein Regieren ohne Krawall und Störgefühle.
Die SPD müsse sich auch im Bund die Frage stellen, für welches Profil die Partei stehe, erklärte Politikwissenschaftler Karl-Rudolf Korte kurz nach Bekanntgabe der ersten Hochrechnung zur Landtagswahl in Baden-Württemberg.
08.03.2026 | 2:02 min... zum Abschneiden der Oppositionsparteien SPD und AfD
Die SPD sei mittlerweile so klein, dass sie wie eine "Sekte" wirke, erklärt Korte. Zwar sei das Ergebnis zunächst einmal ein Problem auf baden-württembergischer Ebene, doch auch mit Blick auf die Lage der Partei im Bund stelle sich die Frage, "was elektrisiert die Leute, was verbinden sie mit dieser Partei noch, die für soziale Gerechtigkeit und für Arbeiter immer gestanden hat".
Aus der Landtagswahl lasse sich ableiten, dass die AfD "nicht einfach nur zulegt". "Sie (die AfD) hat ja hier in Baden-Württemberg noch nicht einmal das Bundestagswahlergebnis erreicht, es scheint also ausmobilisiert zu sein." Dennoch gebe es Unmut über die Verhältnisse im Land, der sich offenbar in den Wählerstimmen für die AfD ausdrücke, erklärt Korte.
Die Interviews führte Shakuntala Banerjee, zusammengefasst hat sie Lukas Wagner.
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