Besoldung von Beamten: Dobrindt plant Erhöhung

Nach Beschluss aus Karlsruhe:Dobrindt plant mehr Geld für Beamte - Milliarden Mehrkosten

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Die Bundesregierung will Beamte künftig besser bezahlen und folgt damit Vorgaben aus Karlsruhe. Für den Haushalt bedeutet die geplante Reform zusätzliche Milliardenkosten.

Alexander Dobrindt nimmt im Kanzleramt in Berlin vor einer wöchentlichen Kabinettssitzung seinen Platz ein.

Innenminister Dobrindt plant höhere Besoldung für Bundesbeamte. Nach einem Verfassungsgerichtsurteil war die Beamtenbesoldung zu niedrig. Die Mehrkosten betragen rund 3,5 Milliarden Euro.

15.04.2026 | 0:27 min

Zur Umsetzung von Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts plant Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) eine höhere Besoldung von Beamtinnen und Beamten des Bundes. Das Innenministerium legte dazu einen Gesetzentwurf vor, der den Haushalt des Bundes zusätzlich voraussichtlich in diesem Jahr mit 3,39 Milliarden Euro und 2027 mit 3,52 Milliarden Euro belastet. Rückwirkend für das vergangene Jahr kommen noch einmal gut 707 Millionen Euro hinzu.

"Die Dienst-, Anwärter- und Versorgungsbezüge" sollen demnach zuerst rückwirkend zum 1. April 2025 um drei Prozent linear angehoben werden. In einem zweiten Schritt sollen die Bezüge dann zum 1. Mai 2026 neu festgesetzt - "unter Berücksichtigung der Neustrukturierung der Grundgehaltstabellen". Dabei wird laut Entwurf sichergestellt, dass die Bezüge "nominell nicht geringer ausfallen als wären die Bezüge um 2,8 Prozent angehoben worden".

Innenministerium reagiert auf Beschluss von Verfassungsgericht

Zuerst hatte der "Spiegel" über den Gesetzentwurf berichtet. Bislang handelt es sich um einen sogenannten Referentenentwurf, ein Regierungsentwurf wurde nach Angaben des Innenministeriums noch nicht verabschiedet.

Bundesverfassungsgericht

Das Bundesverfassungsgericht hatte vergangenes Jahr entschieden, dass die Besoldung vieler Beamten im Bundesland Berlin verfassungswidrig ist. Betroffene hatten eine Klage eingereicht.

19.11.2025 | 1:42 min

In dem Entwurf wird zur Begründung für die neue Besoldungsstruktur auf Vorgaben aus Karlsruhe verwiesen. Das Bundesverfassungsgericht hatte im November geurteilt, dass viele Beamtinnen und Beamte des Landes Berlin jahrelang zu schlecht bezahlt wurden. Die Besoldung der Landesbeamten war demnach zwischen 2008 und 2020 größtenteils verfassungswidrig.

Entwurf verweist auf "historische gesamtstaatliche Herausforderungen"

"Diese und weitere Maßgaben" des Gerichts entfalteten "mittelbar auch Wirkung für den Bund", heißt es nun in dem Gesetzentwurf des Bundesinnenministeriums. Sie müssten daher bei der Anpassung der Bezüge berücksichtigt werden.

Außerdem verweist der Entwurf auf "historische gesamtstaatliche Herausforderungen", vor denen das Land stehe. Daher sei über die Umsetzung der Rechtsprechung hinaus eine umfassendere Reform der Besoldungsstruktur erforderlich.

Als Besoldung wird die Vergütung von Beamtinnen und Beamten, Richterinnen und Richtern und Soldatinnen und Soldaten bezeichnet. Nach dem im Grundgesetz gewährten Alimentationsprinzip ist der Dienstherr verpflichtet, diesen Menschen und ihren Familien im aktiven Dienst, bei Invalidität und im Alter einen Lebensunterhalt zu bieten, der ihrem Amt angemessen ist.

Welche Höhe die Besoldung konkret haben muss, hängt von Faktoren wie dem Dienstrang und der damit verbundenen Verantwortung ab. Dass Beamten nach dem Grundgesetz eine amtsangemessene Vergütung zusteht, dient letztlich auch den Interessen der Allgemeinheit. Denn auf diese Weise soll die Unabhängigkeit und Unparteilichkeit der Staatsbediensteten sichergestellt und das Risiko erfolgreicher Bestechungsversuche minimiert werden.


"Eine multiple Bedrohungslage der Sicherheit Deutschlands" verlange sowohl verstärkten Schutz gegen Angriffe von außen als auch eine Stärkung der inneren Sicherheit, heißt es in dem Entwurf zur Begründung. Die Handlungsfähigkeit des Staates müsse weiterhin jederzeit gesichert sein. "Die Bewältigung dieser Herausforderungen erfordert, dass die staatlichen Strukturen kontinuierlich weiter modernisiert werden."

Quelle: AFP
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress in dem Beitrag "Dobrindt: höhere Besoldung für Bundesbeamte" am 15.04.2026 um 13:11 Uhr.

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