Kritik an Wirtschaftsministerin Reiche:Demos für Ausbau erneuerbarer Energien am Samstag
Klimaschützer planen für Samstag bundesweit Demos, um sich für den Ausbau erneuerbarer Energien einzusetzen. In der Kritik steht vor allem Wirtschaftsministerin Katherina Reiche.
Die schwarz-rote Koalition hat ein Entlastungspaket beschlossen. Für zwei Monate soll die Mineralölsteuer auf Benzin und Diesel gesenkt werden. Außerdem soll es einen 1000 Euro Krisenbonus geben.
13.04.2026 | 3:15 minAngesichts der Energiekrise fordern Klimaschützer und Wissenschaftler einen konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien. Bei der angespannten Lage auf dem Energiemarkt infolge des Irankriegs handle es sich um eine "fossile Krise", sagte die Klimaaktivistin Luisa Neubauer am Mittwoch in Berlin.
Ein Bündnis um die Organisationen Campact, Fridays for Future, Greenpeace, Deutsche Umwelthilfe und WWF will deshalb am Samstag in Berlin, Hamburg, Köln und München unter dem Motto "Erneuerbare Energien verteidigen" demonstrieren. Die Demonstration in Berlin soll vor dem Ministerium von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) starten.
Bundeswirtschaftsministerin Reiche treibt ihre Reformpläne zum Erneuerbare-Energien-Gesetz voran. Die garantierte Einspeisevergütung für kleine Privatanlagen soll laut einem Entwurf wegfallen.
20.03.2026 | 0:37 minReiche soll Argumente bei Gaslobby bestellt haben
Reiche wolle den Ausbau der erneuerbaren Energien "für die Profite der Öl- und Gaswirtschaft" ausbremsen, kritisieren die Organisationen. Sie fordern von der Bundesregierung, die Pläne für ein Netzpaket und ein neues Erneuerbaren-Energien- und Gebäude-Modernisierungs-Gesetz "vom Tisch zu nehmen".
Reiche wird von Kritikern eine zu große Nähe zur fossilen Energiewirtschaft nachgesagt. Sie steht aktuell in der Kritik, weil ihr Ministerium sich sogar direkten Rat bei der Gaslobby geholt haben soll. Das Magazin "Spiegel" berichtet, das Bundeswirtschaftsministerium habe beim Energiekonzern EnBW Vorschläge bestellt, die sich vor allem gegen Batteriespeicher richten.
Die aktuelle Energiepolitik der Bundesregierung ignoriert nach Ansicht von Wissenschaftlern die Vorgaben des Klimaschutzgesetzes und verschiebt wirksamen Klimaschutz in eine unbestimmte Zukunft.
17.03.2026 | 10:13 minHintergrund ist die sogenannte Kraftwerkstrategie: Die Regierung will vorrangig auf neue Gaskraftwerke setzen, wenn die Sonne nicht scheint oder kein Wind weht. Batteriespeicher seien durch diese Strategie stark benachteiligt, kritisiert etwa die Deutsche Umwelthilfe.
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VdK-Präsidentin spricht von "fossiler Kostenfalle"
Die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Verena Bentele, mahnte, Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit zusammenzudenken: "Die fossile Kostenfalle zeigt sich mehr denn je." Bentele forderte, die Idee der ehemaligen Ampelregierung nach einem sozial gestaffelten Klimageld wieder aufzugreifen.
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