CDU-Parteitag: Merz mit 91, 17 Prozent als Parteichef bestätigt

Bundesparteitag in Stuttgart:91,17 Prozent: Merz als CDU-Parteivorsitzender wiedergewählt

|

Mit 91,17 Prozent der Stimmen hat die CDU ihren Parteivorsitzenden Friedrich Merz im Amt bestätigt. Bei seiner ersten Wahl 2022 bekam er rund 95 Prozent der Stimmen.

38. Parteitag der CDU Deutschlands

Die CDU hat ihren Vorsitzenden Friedrich Merz beim Parteitag in Stuttgart mit großer Mehrheit wiedergewählt. Merz hatte die CDU zuvor in seiner Rede zur Geschlossenheit aufgerufen.

20.02.2026 | 2:49 min

Bundeskanzler Friedrich Merz ist als Parteivorsitzender der CDU wiedergewählt worden. Für den 70-Jährigen stimmten bei einem Parteitag in Stuttgart 878 Delegierte. Es gab 85 Nein-Stimmen und 14 Enthaltungen.

Die CDU, die anders als andere Parteien Enthaltungen nicht wertet, errechnete daraus ein Ergebnis von 91,17 Prozent. Enthaltungen mitgerechnet, betrug das Ergebnis 89,87 Prozent. Merz erreichte damit sein bisher zweitbestes Ergebnis als Parteivorsitzender.

Langandauernder Beifall der Delegierten für Merz

2022 war der jetzige Kanzler bei einem Online-Parteitag mit 94,6 Prozent der Stimmen gewählt und später mit 95,3 Prozent per Briefwahl bestätigt worden. 2024 kam er auf 89,8 Prozent.  Das jetzige Ergebnis in Stuttgart von knapp 91,2 Prozent wurde von den Delegierten frenetisch beklatscht.

Die Abstimmung über seine Wiederwahl als Parteivorsitzender galt als entscheidender Stimmungstest für Merz nach gut neun Monaten im Amt als Kanzler.

ZDF-Reporter Mathis Feldhoff

Auf dem Bundesparteitag der CDU räumte Friedrich Merz Fehler ein und kündigte neue Reformen an. ZDF-Reporter Mathis Feldhoff berichtet, was in Stuttgart Thema war.

20.02.2026 | 0:57 min

Wegen Technik-Panne analoge Abstimmung

Anders als geplant konnten die Delegierten nicht mit einem elektronischen System über die Wiederwahl abstimmen. Es gebe derzeit "an mehreren Stellen starke technische Unregelmäßigkeiten, die sich derzeit nicht erklären lassen", sagte NRW-Digitalministerin Ina Scharrenbach (CDU), die das Votum angekündigt hatte.

Vor der Ankündigung der analogen Wahl waren bei dem Parteitag auch immer wieder Unterbrechungen des Livestreams auf der CDU-Website eingetreten. Angaben zur Ursache gab es zunächst nicht.

Politikwissenschaftler Uwe Jun per Videocall dazugeschalten aus dem Berliner Studio mit dem Brandenburger Tor im Hintergrund

Politologe Uwe Jun sagte, Merz habe in seiner Rede Herausforderungen skizziert, aber keine Lösungen geboten. Die Umsetzung vieler Themen stocke, trotzdem habe Merz die CDU hinter sich.

20.02.2026 | 5:25 min

Generalsekretär Linnemann ebenfalls mit großer Mehrheit bestätigt

Auch Generalsekretär Carsten Linnemann wurde mit großer Mehrheit im Amt bestätigt. Der 48 Jahre alte nordrhein-westfälische Bundestagsabgeordnete, der vom Vorsitzenden Merz vorgeschlagen worden war, erhielt 864 Stimmen. 91 Delegierte votierten mit Nein, 14 enthielten sich.

Als stellvertretende Generalsekretärin wurde die baden-württembergische Bundestagsabgeordnete Christina Stumpp im Amt bestätigt. Schatzmeisterin bleibt die Bundestagsabgeordnete Franziska Hoppermann aus Hamburg.

SGS-Hayali-Schmiese

Auffällig war, wie der Kanzler "die SPD schonte", so ZDF-Korrespondent Wulf Schmiese zur Merz-Rede beim CDU-Parteitag.

20.02.2026 | 1:32 min

Merz: Haben Verantwortung für ganz Deutschland

Der Kanzler hatte zuvor in seiner Eröffnungsrede zu Geschlossenheit in der Partei aufgerufen: "Die Verantwortung für unser Land ist unsere gemeinsame Verantwortung", so Merz. Er wolle außerdem Politik für alle Menschen im Land machen.

Wir werden unsere Wählerinnen und Wähler nicht enttäuschen. Und wir werden auch für alle jene arbeiten, die uns im letzten Jahr nicht gewählt haben.

Friedrich Merz

Man habe eine Verantwortung für ganz Deutschland, "für alle Bürgerinnen und Bürger" des Landes, so Merz. Dabei sei die CDU die "Zukunftspartei" und die "Macherpartei", sagte der Kanzler.

ZDF-Korrespondent Mathis Feldhoff berichtet von dem CDU-Parteitag in Stuttgart

"Merz muss die Partei mitnehmen", sagte ZDF-Korrespondent Mathis Feldhoff vor der Wahl beim CDU-Parteitag.

20.02.2026 | 1:06 min

Merz: Sind in einer Zeit "größter Anspannungen"

Aktuell befinde man sich in einer Zeit "größter Anspannungen" in der Welt: "Wir sind alle Zeitzeugen eines epochalen Wandels der globalen Ordnung", so Merz. Die regelbasierte Ordnung, wie wir sie kennen, existiere nicht mehr, so Merz. "Diese Veränderungen finden keinesfalls nur jenseits unserer Grenzen statt - sie haben auch eine enorme innenpolitische Dimension."

Die Antwort der CDU müsse lauten: "Wir setzen neue Prioritäten." Man befinde sich in einer neuen Ära, in der vor allem Stärke wichtig sei, so Merz - wirtschaftlich und militärisch.

Diese neue Welt ist rauer und sie ist gefährlicher.

Friedrich Merz

Kanzler Merz

Wenn es auf dem CDU-Parteitag in Stuttgart um fällige Reformen und soziale Fragen geht, erwartet Friedrich Merz gute Stimmung, aber auch Kritik. Als Ehrengast hatte sich Angela Merkel angekündigt.

20.02.2026 | 2:27 min

An der transatlantischen Partnerschaft mit den USA hält Merz jedoch fest. Auch wenn die USA von ihrer Rolle als Taktgeber des Westens abrückten, bleibe die Hand zu einer "erneuerten Partnerschaft" ausgestreckt. Seinen Ruf des "Außenkanzlers" nehme er mittlerweile als Kompliment wahr, so Merz: "Ich möchte die Bundesrepublik Deutschland nach außen vertreten. Und ich habe bei den meisten Reisen große Wirtschaftsdelegationen dabei, die das verstanden haben."

Applaus für Merkel, Würdigung für Süssmuth

Vor seiner Rede hatte Merz die ehemalige Bundeskanzlerin und Parteivorsitzende Angela Merkel begrüßt. Ein Teil der rund 1.000 Delegierten erhob sich zu Beifallsbekundungen, als Merz die langjährige Kanzlerin in der Tagungshalle erwähnte. Merz begrüßte Merkel mit einem Handschlag, worauf sich ein kurzes Gespräch anschloss. Merkel selbst äußerte sich nicht öffentlich.

Philipp Amthor  CDU | Parl. Staatssekretär für Digitales und Staatsmodernisierung

Aufbruchsstimmung auf dem CDU-Parteitag – “wichtig“, sagt der parlamentarische Staatssekretär für Digitales und Modernisierung, Philipp Amthor (CDU).

20.02.2026 | 6:24 min

Merz würdigte außerdem die verstorbene ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth. Süssmuth sei ihrer Zeit "oft voraus" gewesen. Der Erfolg der Partei heute sei "auch ein Verdienst von Rita Süssmuth und ihrem politischen Weitblick".

Mit ihr verlieren wir eine außergewöhnliche Persönlichkeit, die sich herausragende Verdienste erworben hat für unser Land und die CDU.

Friedrich Merz

Für die frühere Rita Süssmuth findet in Berlin ein Staatsakt statt.

Für die ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth wurde in Berlin ein Trauerstaatsakt abgehalten – die höchste Ehrung, die die Bundesrepublik für Verstorbene vergibt.

24.02.2026 | 1:38 min

Quelle: AFP, dpa, ZDF
Über dieses Thema berichteten ZDFheute live am 20.02.2026 ab 10:30 Uhr und phoenix vor Ort ab 10 Uhr.

Mehr zur CDU

  1. Mathis Feldhoff | ZDF-Hauptstadt-Korrespondent in Stuttgart

    Nachrichten | ZDF-Morgenmagazin:CDU: "Unzufriedenheit mit Merz ist greifbar"

    Video2:53

  2. Bundeskanzler Friedrich Merz und CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann

    Vor dem CDU-Parteitag:Wie unzufrieden ist die CDU mit Merz?

    von Mathis Feldhoff
    mit Video2:58

  3. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (l, SPD) und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sitzen auf der Regierungsbank während der Generaldebatte im Bundestag.

    Politbarometer2go:Wie die Deutschen auf Schwarz-Rot blicken

    von Gregor Bauernfeind
    mit Video7:36

  4. Politischer Aschermittwoch - Rheinland-Pfalz

    Politischer Aschermittwoch:Leistung statt Lifestyle: Merz stimmt CDU auf Parteitag ein

    mit Video2:41