Terroranschlag von Bielefeld: Höchststrafe für Angeklagten

Messerangriff im Mai 2025:Terroranschlag von Bielefeld: Höchststrafe für Angeklagten

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Vierfacher versuchter Mord und besondere Schwere der Schuld: Für den Anschlag auf feiernde Menschen in Bielefeld ist der Attentäter zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Der Angeklagte Mahmoud M. (M.) im OLG Düsseldorf am 2. März 2026.

Der Angeklagte Mahmoud M. (M) wartet auf den Beginn des Prozesses, um einen mutmaßlich islamistisch motivierten Messeranschlag auf Fußballfans in Bielefeld. (Archivbild)

Quelle: Federico Gambarini/dpa

Für den Terroranschlag auf feiernde Menschen in Bielefeld ist der Attentäter zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Düsseldorfer Oberlandesgericht sprach den 36-jährigen Syrer wegen vierfachen versuchten Mordes schuldig, stellte die besondere Schwere seiner Schuld fest und ordnete Sicherungsverwahrung an.

Bundesanwaltschaft: Ohne jede Empathie für die Opfer

Damit verhängte das Gericht die Höchststrafe, wie sie von der Bundesanwaltschaft beantragt worden war. Dem Angeklagten fehle jegliche Empathie mit den Opfern. Wegen seiner radikal-islamischen Gesinnung sei der Syrer nach wie vor gefährlich und seine Prognose ausgesprochen ungünstig.

Die Verteidiger hatten auf eine schwere Kindheit des Angeklagten verwiesen und auf die Depression, die ihm ein psychiatrischer Gutachter attestiert hatte. Sie hatten zwölf Jahre Haft beantragt.

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Vier Menschen durch Messerstiche schwer verletzt

Die vier Opfer hatten im Prozess berichtet, dass sie noch immer unter dem Anschlag leiden. Am 18. Mai 2025 waren sie nachts beim Feiern vor einer Bar in Bielefeld angegriffen und durch Messerstiche lebensgefährlich verletzt worden. Der Angreifer soll dabei "Allahu akbar" gerufen haben. Unter den Feiernden waren viele Fans des Fußballvereins Arminia Bielefeld.

Der Angeklagte hatte die Tat in der Untersuchungshaft Psychologen und Psychiatern gestanden und auch im Prozess in seinem Schlusswort eingeräumt. In der Untersuchungshaft hatte er darüber hinaus berichtet, bereits in Syrien zwei Menschen getötet zu haben, darunter seinen Halbbruder im Auftrag der Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Staatsanwalt: IS-Vergangenheit in Syrien

Nach Angaben des Staatsanwalts war der 36-Jährige bereits in Syrien jahrelang in den Reihen des IS aktiv, hatte den Treueeid auf den Kalifen geschworen, bevor er von kurdischen Einheiten als IS-Mann festgenommen und acht Monate inhaftiert gewesen sei. 2023 kam er nach Deutschland.

Ein halbes Jahr vor der Tat habe er sich in Deutschland radikalisiert und über Tiktok islamistische Videos konsumiert. Vor dem Anschlag habe er ein Bekennervideo an einen IS-Kontaktmann geschickt, das aber nicht veröffentlicht worden sei. Zudem habe er einen Zettel mit der selbst gezeichneten IS-Flagge bei sich getragen.

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"Er wollte möglichst viele Menschen töten", sagte der Staatsanwalt. Erst als er seinen selbst gebauten Stockdegen verlor und sich entschlossenem Widerstand gegenübersah, habe er die Flucht ergriffen. Einen Tag später, am Abend des 19. Mai, war er in Heiligenhaus bei Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) festgenommen worden, weil ihn ein Cousin an die Polizei verriet.

Psychiater: Angeklagter tiefgreifend islamistisch radikalisiert

Laut psychiatrischem Gutachter ist der Angeklagte tiefgreifend islamistisch radikalisiert. Die islamistisch-dschihadistische Ideologie sei fester Bestandteil seiner Persönlichkeit und seines Wertesystems. Dafür habe er sogar den Kontaktabbruch zu seinen Kindern in Kauf genommen. Er sei kränkbar, intolerant und gewaltbereit; eine Deradikalisierung habe nicht stattgefunden.

In Deutschland habe sich seine psychische Lage verschlechtert, nachdem der Familiennachzug gestoppt worden sei, er keine Arbeit gefunden und kein Deutsch gelernt habe.


Quelle: dpa
Über das Thema berichtet am 01.06.2026 das gemeinsame Mittagsmagzin von ZDF und ARD ab 12:00 Uhr.

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