Rede der Arbeitsministerin beim DGB:Bärbel Bas grenzt sich mit Charmeoffensive von Union ab
Beim DGB-Bundeskongress versucht Bärbel Bas, sich vom Koalitionspartner Union abzugrenzen. Zuvor war Kanzler Merz dort ausgebuht worden.
Der Bundeskanzler hat beim Deutschen Gewerkschaftsbund die Reformpläne der Regierung verteidigt. Die Delegierten reagierten mit Buhrufen und Gelächter. Die Szene im Video.
12.05.2026 | 0:32 minBundesarbeitsministerin Bärbel Bas hat beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) um Mitwirkung bei Reformen geworben und ihren persönlichen Einsatz gegen Sozialabbau versprochen.
"Die Unterschiede zwischen Union und uns waren selten so deutlich spürbar wie heute", sagte Bas vor den Delegierten des DGB-Bundeskongresses in Berlin.
Reform heißt nicht gleich Kürzungen, sondern ich möchte unsere soziale Sicherung nicht kleiner, sondern klüger machen.
Bärbel Bas (SPD), Bundesarbeitsministerin
Das betonte Bas, besonders mit Blick auf die angekündigte Sozialstaatsreform.
Buhrufe für den Kanzler
Wenige Stunden nachdem Kanzler Friedrich Merz (CDU) von den Delegierten für die Ankündigung geplanter Reformen ausgebuht worden war, erhielt Bas immer wieder Beifall. Sie werde weiter gegen den Abbau von Arbeitnehmerrechten kämpfen, versicherte die SPD-Chefin: "Darauf könnt Ihr Euch verlassen."
Kanzler Merz habe den Mitgliedern des DGB viel zugemutet, sagt DIW-Präsident Fratzscher. Das habe man auch an der Tonlage im Saal gehört.
12.05.2026 | 3:54 minAm Dienstagabend beraten Bas, SPD-Chef und Vizekanzler Lars Klingbeil und die restliche Führung der Koalition mit Merz und den Unionsspitzen im Kanzleramt ihren weiteren Kurs. Die Tage zuvor hatten teils offene Spannungen das Außenbild von Schwarz-Rot bestimmt.
Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD)sicherte den Gewerkschaften auf dem DGB-Kongress zu, sich für die Belange der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einzusetzen.
Quelle: dpaDGB gegen Abschaffung des Acht-Stunden-Tags
Ausdrücklich ging Bas auf die ablehnende Haltung des DGB zur geplanten Änderung des Arbeitszeitgesetzes ein. Die Arbeitsministerin betonte:
Wenn es nach der SPD und mir persönlich geht, fassen wir das Thema gar nicht erst an, aber es steht im Koalitionsvertrag.
Bärbel Bas (SPD), Bundesarbeitsministerin
Der DGB lehnt die geplante Abschaffung des Acht-Stunden-Tags ab. Bas rief dazu auf, gemeinsam mit den Sozialpartnern eine Lösung finden. Bas ist im Kabinett für etwaige Änderungen am Arbeitszeitgesetz zuständig.
Man sei sich einig, dass es mehr Zukunftsinvestitionen brauche, aber der DGB will, dass das nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen wird, sagt Marcel Fratzscher, Präsident des DIW.
12.05.2026 | 3:39 minDerzeit sind in Deutschland in der Regel höchstens acht Stunden Arbeit am Tag erlaubt. Im Koalitionsvertrag haben CDU, CSU und SPD festgehalten, dass sie "die Möglichkeit einer wöchentlichen statt einer täglichen Höchstarbeitszeit schaffen" wollen. Bas plant, ihren Reformentwurf im ersten Halbjahr vorzulegen, also bis Ende Juni.
Bas: Soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Vernunft
Bas verwies auch auf Vizekanzler Lars Klingbeil, der bereits am Vortag in einer ebenfalls überwiegend freundlich aufgenommenen Rede seine Reformziele bei der Einkommensteuer bekräftigt hatte. "Gemeinsam sorgen wir dafür, dass soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Vernunft zusammen gedacht werden", sagte Bas, worauf es nach einer kleinen Pause ein wenig Beifall gab.
In seiner Rede vor dem DGB hat Bundeskanzler Merz zu einer nationalen Kraftanstrengung aufgerufen, um Deutschlands wirtschaftliche Stagnation zu überwinden. Sehen Sie hier die ganze Rede.
12.05.2026 | 33:34 minBas erinnerte an ihre familiäre Herkunft, als "immer hart gearbeitet" worden sei und man gewusst habe: "Nichts ist selbstverständlich." Sie lobte die "vielen fleißigen Menschen" in unserem Land und warnte eindringlich vor Rechtsextremismus.
Versprechen auf Verlässlichkeit der Rente
Beim für den DGB zentralen Thema Altersvorsorge versprach Bas, sich für eine verlässliche Rente einzusetzen. Merz hatte zum Unmut der Gewerkschafter für mehr Kapitaldeckung in der Rente geworben.
Bundesfinanzminister Klingbeil fordert, dass Spitzenverdiener steuerlich stärker belastet werden. Eine Gesellschaft, in der Ungleichheiten zunähmen, sei nicht produktiv.
12.05.2026 | 0:17 minWichtiger Hinweis in eigener Sache
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