Impuls für die Landwirtschaft:Rainer will "komplette Steuerbefreiung für Biokraftstoff"
Alois Rainer will Biokraftstoffe steuerfrei machen, um ihren Einsatz in der Landwirtschaft zu fördern. Damit stellt er sich gegen die EEG-Pläne von Wirtschaftsministerin Reiche.
Die Bundesregierung setzt auf Tankrabatte und das Aus vom Verbrenner-Aus. Experten sehen darin eine politische Rolle rückwärts. Sie fordern die zügige Abkehr von fossilen Brennstoffen hin zu Erneuerbaren Energien.
19.04.2026 | 3:52 minBundesagrarminister Alois Rainer (CSU) hat sich für eine deutliche Senkung der Kosten für Biokraftstoffe ausgesprochen. Er halte es für sinnvoll, "Biokraftstoffe komplett von der Steuer zu befreien", sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Dies würde den Einsatz "attraktiver" machen und gleichzeitig die Produktion in Deutschland ankurbeln.
"Dabei geht es nicht nur um klassischen Biodiesel, sondern auch um Biomethan aus Biogasanlagen." Rainer rief dazu auf, Biokraftstoffe im eigenen Land zu produzieren.
Das hilft dem Klima und macht uns unabhängiger von fossilen Importen. In dieser unsicheren Zeit gilt: Versorgungssicherheit entsteht nicht am Weltmarkt, sondern vor der eigenen Haustür.
Alois Rainer, Bundesagrarminister
Die Energiewende stockt: Der Ausbau erneuerbarer Energien ist langsamer als geplant, zugleich wächst die Kritik an Entscheidungen der Bundesregierung. Im Fokus steht Wirtschaftsministerin Reiche.
23.04.2026 | 31:22 minElektromobilität und Biokraftstoffe in der Landwirtschaft
E-Mobilität wird nach Darstellung des Ministers künftig auch für Fahrzeuge in der Landwirtschaft eine wichtige Rolle spielen, etwa für kleinere Hoftraktoren. "Größere, schwerere Maschinen werden aber auch in Zukunft auf Verbrennungsmotoren angewiesen sein, also eben Diesel oder Gas brauchen", so Rainer.
Hier müssen wir stärker auf Biokraftstoffe setzen.
Alois Rainer, CSU
Ein Weg führe über steuerliche Entlastungen. Die Bundesregierung hatte mit Jahresbeginn bereits die Subventionen für Agrardiesel wieder eingeführt.
Der Krieg in Iran treibt weltweit die Energiepreise nach oben. An deutschen Tankstellen zeigt sich das deutlich - auch bei Diesel für Landwirte. Zusätzlich steigen die Kosten für Dünger.
20.03.2026 | 1:50 minRainer gegen Förderstopp von Biogasanlagen
Rainer stellte sich demnach gegen Pläne von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), die Förderung für kleine Biogasanlagen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zu stoppen.
Kleine Biogasanlagen sind ein wichtiger Pfeiler der Energieversorgung - gerade im ländlichen Raum.
Alois Rainer, Bundesminister für Landwirtschaft
Es wäre aus seiner Sicht "falsch, dieses Potenzial zu schwächen". Gerade in der aktuellen Lage sei mehr regionale Energieerzeugung erforderlich. Deshalb setze er sich dafür ein, "dass kleine Biogasanlagen im weiteren Verfahren eine starke Rolle behalten". Mit Reiche stehe er dazu "im Austausch".
Die Funktionen einer Biogasanlage für Biomüll wird im Folgenden am Beispiel einer Biogasanlage im rheinland-pfälzischen Kirchberg erklärt.
Der gesammelte Müll aus den Biotonnen der Bürger oder dem Gewerbe wird in der Biogasanlage von Greifarmen auf Fließbänder verladen. In einem ersten Schritt werden mögliche Mülltüten aufgerissen und mit Hilfe von Magneten Metallstücke aussortiert.
Eine hydraulische Presse drückt anschließend den Müll durch vier Millimeter große Löcher und trennt dadurch die benötigte Biomasse von Störstoffen.
Im Mischer werden der Biomasse Mikroorganismen und - wenn benötigt - Wasser hinzugegeben. Anschließend gelangt der Bioabfall in den Fermenter. Hier vergärt er bei circa 55 Grad Celsius gute drei Wochen, bevor der Abfall im Nachgärer noch einige weitere Tage verbringt. Dadurch entstehen neben Biogas auch flüssiger Biodünger.
Die gewonnenen Stoffe werden nach der Gärung in große, kuppelförmige Gärrestlager eingespeist. Im unteren Teil lagert der flüssige Biodünger, der von Landwirten für ihre Felder entnommen werden kann. In den Gaskuppeln wird das entstandene Biogas zwischengelagert.
Bei Bedarf wird das Gas abschließend in einem Blockheizkraftwerk beispielsweise in Strom umgewandelt und dann in das Netz eingespeist. Das hat den Vorteil, dass das Biogas so lange gelagert werden kann, bis es tatsächlich benötigt wird.
Bisher fällt der Anteil von Biogas an den erneuerbaren Energien gering aus. Mit einem neuen Verfahren kann nun aber die Effizienz um knapp 30 Prozent gesteigert werden.
18.09.2025 | 1:42 minWichtiger Hinweis in eigener Sache
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