Live-Übertragung von Parteitag:Musk verschafft AfD Millionenpublikum
Der US-Milliardär Elon Musk teilte den Livestream des AfD-Parteitags auf X - und verhalf der Partei damit zu einer großen Reichweite. 4,6 Millionen Nutzer folgten der Übertragung.
Am zweiten Tag des AfD-Parteitags steht die Beschließung des Wahlprogramms an. Darin fordert die Partei die Abkehr von Klimaschutzzielen und eine harte Migrationspolitik.
12.01.2025 | 0:25 minDie AfD hat auf ihrem Bundesparteitag im sächsischen Riesa am Samstag Alice Weidel zur Kanzlerkandidatin gewählt. Gegenkandidaten gab es keine. Zu Beginn ihrer Rede richtete sich Weidel an Elon Musk, mit dem sie kurz zuvor auf der Online-Plattform X ein öffentliches und kontrovers diskutiertes Gespräch geführt hatte.
Ich möchte mich bedanken bei Elon Musk, der diesen Parteitag live streamt.
Alice Weidel, AfD-Kanzlerkandidatin
Der US-Milliardär hat dem AfD-Bundesparteitag über sein Online-Netzwerk X zu einer großen Reichweite verholfen. Musk teilte den Livestream des Parteitags am Samstag über sein Konto bei X.
Millionen-Reichweite bei X
Allein bis Sonntag 11 Uhr ist die Liveübertragung bei X weltweit 7,2 Millionen Nutzerinnen und Nutzern angezeigt worden. Dabei lässt sich allerdings nicht nachvollziehen, wie viele Nutzer in Deutschland erreicht wurden, wie lange der Parteitag durchschnittlich angeschaut wurde - und wie viele Nutzer den Inhalten des fast durchgehend deutschsprachigen Livestreams ohne Untertitel überhaupt folgen konnten.
- Wie groß ist Musks Einfluss im Bundestagswahlkampf? Fragen und Antworten
Auf dem eigenen X-Konto der AfD sahen bis Sonntag 11 Uhr nur etwas mehr als 53.000 Menschen die Liveübertragung.
Der öffentlich-rechtliche Gemeinschaftssender phoenix hat im Fernsehen, über die Mediatheken von ARD und ZDF sowie seine Social-Media-Kanäle allein am Samstag mehr als eine Million Menschen mit Inhalten zum AfD-Parteitag erreicht, vor allem mit der Live-Berichterstattung aus Riesa, Interviews mit AfD-Politikern und einordnenden Gesprächen mit Journalistinnen und einem Politikwissenschaftler. Im linearen Fernsehen verfolgten am Samstag zeitweise etwa 220.000 Zuschauer gleichzeitig den Parteitag bei phoenix, was einem Marktanteil von 1,9 Prozent im Gesamtmarkt entsprach.
X-Gespräch mit Weidel sorgte für Wirbel
Der reiche Unternehmer Musk, der ein enger Gefolgsmann des künftigen US-Präsidenten Donald Trump ist, macht seit einigen Wochen massiv Wahlwerbung für die AfD. Am Donnerstagabend strahlte er über X ein 75-minütiges Gespräch mit AfD-Kanzlerkandidatin Alice Weidel aus.
Die Delegierten des AfD-Bundesparteitags nahmen am Samstagabend einen Antrag an, der bessere Beziehungen zwischen Deutschland und den USA und insbesondere der künftigen Trump-Regierung als Ziel der Partei festschreibt. Der AfD-Europaabgeordnete Marc Jongen bezeichnete den von ihm eingebrachten Antrag in Riesa "auch als Dankeschön an Elon Musk".
AfD: Neue US-Regierung "starker Partner"
In dem Antrag heißt es unter anderem, die AfD sehe in der neuen US-Regierung "einen starken Partner in unserem Einsatz für die Meinungsfreiheit und gegen die Internet-Zensur". Der Antrag wurde mit großer Mehrheit vom Parteitag angenommen. Ein Delegierter sagte in der Debatte, Musks Unterstützung werde der AfD bei der Wahl in Deutschland zwei bis drei Prozentpunkte einbringen.
Aufgrund von Demonstrationen hatte sich der Auftakt des Parteitags verzögert. Laut Angaben des Aktionsbündnisses "widersetzen" blockierten am Samstagmorgen mehr als 12.000 "Menschen aus Gewerkschaften, Parteien, Kirchenchören, Antifagruppen, der Klimagerechtigkeitsbewegung, migrantischen Organisationen und vielen anderen Gruppen" die Zufahrtswege zum Veranstaltungsort. Laut Polizeiangaben wurden während der Proteste sechs Einsatzkräfte leicht verletzt.
Auf dem bis Sonntag dauernden Parteitag will die AfD ihr Bundestagswahlprogramm beschließen.
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