Ilse Aigner soll Bundespräsidentin werden: Kandidatin der Union

Erste Frau an der Spitze des Staats:Ilse Aigner soll Bundespräsidentin werden

Dominik Rzepka

von Dominik Rzepka

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Die CSU-Politikerin Ilse Aigner soll Bundespräsidentin werden. Die Union will die 61-Jährige nominieren. Offiziell soll die Entscheidung am Montag verkündet werden.

Rednerpult und Schattenriss mit grafischer Wahlurne

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05.11.2026 | 1:01 min

Lange hat sich Kanzler Friedrich Merz (CDU) öffentlich nicht festgelegt. Jetzt steht offenbar fest, dass auch die CDU hinter der CSU-Politikerin Ilse Aigner steht. Damit ist der Weg frei, die 61-Jährige als gemeinsame Kandidatin der Union für das Amt zu nominieren. Offiziell bestätigt wurde die Entscheidung zunächst nicht.

Ein CDU-Präsidiumsmitglied sagte ZDFheute, es sei nicht vorstellbar, dass jemand anderes als Ilse Aigner die Kandidatin wird. Auch das Umfeld Aigners bestätigte dem ZDF entsprechende Meldungen. Demnach sollen Merz und Aigner am Montag gemeinsam vor die Presse gehen. Denkbar ist, dass auch CSU-Parteichef Markus Söder und SPD-Chef Lars Klingbeil dabei sein werden.

Klingbeil begrüßte die Nominierung in einer ersten Reaktion und lobte Aigner als volksnah. Auch aus der SPD hatte es zuletzt Unterstützung für Aigner gegeben.

Unterstützung für Aigner wuchs in vergangenen Tagen

Zuletzt hatten sich die Hinweise verdichtet, dass die 61-jährige CSU-Politikerin von Union und SPD nominiert werden könnte. Unionsfraktionschef Thorsten Frei hatte Aigner eine "ganz hervorragende Personalie" genannt.

Unterstützung für Aigner kam unter anderem auch von Michael Kretschmer und Mario Voigt, den CDU-Ministerpräsidenten von Sachsen und Thüringen.

Das Bild zeigt die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) und CSU-Chef Markus Söder beim Parteitag in München.

Die CSU will Ilse Aigner, der Kanzler möglicherweise eine CDU-Kandidatin. Die Frage nach der nächsten Bundespräsidentin wird zur Machtfrage in der Union.

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Diese Promis könnten Präsidentin wählen

Zuvor hatte sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder für Aigner ausgesprochen und Kanzler Merz damit unter Druck gesetzt. Söder sagte auf dem CSU-Parteitag Ende Oktober leicht verstolpert:

Die Entscheidung wird woanders gefällt, aber ich würde es mir von Herzen gönnen, wenn Ilse Aigner nächste Bundespräsidentin werden würde.

Markus Söder am 23. Oktober 2026

Aigner wäre die erste Frau an der Spitze des Staats. Gewählt werden soll sie am 30. Januar von der sogenannten Bundesversammlung. In diesem Gremium sitzen 1.260 Personen: alle 630 Abgeordnete des Bundestags und weitere 630 Personen, die von den Landesparlamenten nominiert werden.

Prominente Mitglieder der Bundesversammlung sollen unter anderem Klimaaktivistin Luisa Neubauer, Pur-Sänger Hartmut Engler und Journalist Constantin Schreiber werden. Schreiber wurde vom BSW in Sachsen nominiert.

Wulf Schmiese im Interview

„Ich kenne niemanden, der jetzt noch denkt, es wird nicht Ilse Aigner“, sagt ZDF-Hauptstadtstudio-Reporter Wulf Schmiese. Wie wurde sie zur prominentesten Anwärterin auf das Bundespräsidentenamt?

06.11.2026 | 1:42 min

Grüne kritisieren Merz: "Mit jedem Tag unwürdiger"

Die Personalie Aigner drohte zur Belastungsprobe innerhalb der Union zu werden - auch, weil der Eindruck entstehen konnte, CSU-Chef Söder treibe die CDU in dieser Frage vor sich her.

CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter hatte Kanzler Merz in der ZDF-Sendung "Markus Lanz" heftig kritisiert. Merz habe kein Fingerspitzengefühl. "Er ist jemand, der den Begriff der gestaltenden Politik erst sehr spät erkennt."

 Frank-Walter Steinmeier
Bundespräsident Joachim Gauck
Bundespräsident Christian Wulff
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Bundespräsident Johannes Rau
Bundespräsident Roman Herzog
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Bundespräsident Walter Scheel
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Bundespräsident Heinrich Lübke
Bundespräsident Theodor Heuss

Frank-Walter Steinmeier

Theodor Heuss, Richard von Weizsäcker, Frank-Walter Steinmeier (Bild): Bisher waren ausschließlich Männer Staatsoberhaupte.

Quelle: dpa

Auch Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann hatte Merz im Spiegel kritisiert. Der Vorgang um die Benennung einer Kandidatin für die Bundespräsidentschaft werde mit jedem weiteren Tag unwürdiger. "Offenbar hat Friedrich Merz keine Kontrolle über den Prozess", so Haßelmann.

Roderich Kiesewetter im Gespräch mit Markus Lanz (nicht im Bild)

CDU-Politiker Roderich Kiesewetter zu Gast bei Markus Lanz. Ein Thema: Die Wahl der Bundespräsidentin.

06.11.2026 | 76:16 min

Aigner gilt als volksnahe Politikerin

Aigner wurde am 7. Dezember 1964 im Landkreis Rosenheim geboren. Nach ihrem Realschulabschluss machte sie eine Lehre zur Radio- und Fernsehtechnikerin. 1994 zog sie in den bayerischen Landtag ein, 1998 wechselte sie in den Bundestag.

Von 2008 bis 2013 war sie Bundesministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz. 2018 wurde sie Präsidentin des bayerischen Landtags. Aigner ist nach eigenen Angaben Single. Dem Münchner Merkur sagte sie:

Ich lebe in einem großen Familienverbund, in einem sogenannten Dreigenerationenhaus, wo immer irgendwas los ist.

Ilse Aigner, CSU

Aigner gilt als volksnahe und bodenständige Politikerin. Sie selbst bezeichnete sich mal als "Brückenbauerin".

Dominik Rzepka ist Korrespondent im ZDF-Hauptstadtstudio.

Über dieses Thema berichtete "Berlin direkt" am 01.11.2026 ab 19:10 Uhr

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