"Project 2025" in den USA: Was ist unter Trump bereits umgesetzt?

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Konservativer Masterplan:"Project 2025": Wie viel ist unter Trump bereits umgesetzt?

Katharina Schuster

von Katharina Schuster, Washington D.C.

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US-Behörden unter Druck: Wie viel von Project 2025 steckt schon in Trumps Regierung? Ein Blick auf Dekrete, Machtverschiebungen und die Grenzen des konservativen Masterplans.

Aufsager zu Project 2025

"Project 2025" ist ein detaillierter Plan, der den US-Staatsapparat umgestalten soll, erklärt ZDF-Reporterin Katharina Schuster.

26.11.2025 | 0:49 min

"Der erste Tag des Präsidenten wird eine Abrissbirne für den Verwaltungsstaat sein." Hinter diesem Zitat aus 2023 steht ein Mann, der sich in der US-Politik eher im Hintergrund bewegt, aber deshalb nicht weniger einflussreich ist: der christliche Nationalist und Haushaltsfachmann Russell Vought.

Der 49-Jährige gilt als treibende Kraft hinter den radikalen Umbauplänen des "Project 2025". Veröffentlicht 2023 von dem konservativen Think Tank "Heritage Foundation", war das knapp 900 Seiten umfassende Papier als Vision für eine zweite Amtszeit von Donald Trump gedacht.



Noch 2024 hatte Trump erklärt, davon nichts zu wissen. Im Oktober trafen sich beide im Weißen Haus, um über den Abbau "politisch betrügerischer" Bundesbehörden zu beraten. Trump lobte Vought als Ideengeber. Vought war auch zufrieden: "Trump war sehr begeistert von all den Plänen."

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Was ist schon umgesetzt?

US-Politikwissenschaftler Jack A. Goldstone macht im Gespräch mit ZDFheute klar, dass "alle Ziele von 'Project 2025' aktiv verfolgt werden". Besonders sichtbar sei dies in den Sicherheits- und Regierungsbehörden:

Im FBI, dem Justizministerium und dem Militär werden Loyalisten in Spitzenpositionen gehoben, um diese Institutionen enger an das Präsidentenamt zu binden.

Jack A. Goldstone, US-Politikwissenschaftler

Tatsächlich passen mehrere präsidiale Dekrete direkt zu "Project-2025"-Forderungen, darunter:

  • Executive Order 14151: Schaffte DEI-Programme (Diversität, Chancengleichheit, Inklusion) in Bundesbehörden ab.
  • Executive Order 14158: Schaffte das Ministerium für Effizienz (DOGE), das in einem nächsten Schritt für die Massenentlassungen verantwortlich war.
  • Executive Order 14159: Verschärfte die Durchsetzung bestehender Einwanderungsgesetze und Abschiebung von Migranten ohne legalen Status.
  • Executive Order 14169: Stoppte große Teile der Auslandshilfe für 90 Tage, besonders Programme mit Diversitätsbezug.
  • Executive Order 14190: Richtete sich gegen Schulen, die zu Geschlechtsidentität und bestimmten rassismuskritischen Inhalten lehren.
  • Executive Order 14168: Schrieb die Geschlechterdefinition als strikt binär fest.

Durch seine Rolle als Haushaltsdirektor verfügt Vought außerdem über direkten Einfluss auf Haushaltsentscheidungen, ein zentraler Hebel zur Umsetzung des Projektplans.

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Was wurde noch nicht umgesetzt?

"Project 2025" zielt unter anderem auf Medien und Bildungseinrichtungen. Goldstone weist jedoch darauf hin, dass diese Einflussnahme noch nicht vollständig greift: "Nicht alle Medien sind gleichgeschaltet worden und auch nicht alle Universitäten haben ihre Personalpolitik oder Lehrpläne angepasst." Auch der Kongress bleibe unabhängig, "vor allem bei der Untersuchung der Epstein-Papiere".

Dennoch schreite die Projektumsetzung in einem schnellen Tempo voran, so Goldstone.

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Welche Chancen hat das Project 2025, sich langfristig zu verankern?

Goldstone warnt: Eine entschlossene Minderheit könne auch ein unpopuläres Programm umsetzen: "Wenn sie alle Machtinstrumente kontrolliert."

... ist ein US-amerikanischer Soziologe, Politikwissenschaftler und Historiker, der sich auf Studien zu sozialen Bewegungen, Revolutionen, politischer Demografie und dem "Aufstieg des Westens" in der Weltgeschichte spezialisiert hat. Goldstone lehrt an der "George Mason University" in Virginia. Er gilt als einer der führenden Experten für das Studium von Revolutionen und langfristigen sozialen Veränderungen.


Entscheidend seien daher die Midterms 2026, bei denen alle Sitze im Repräsentantenhaus neu gewählt werden. Sollten die Demokraten die Kammer zurückerobern, könnten sie den Umbau bremsen. Gelinge das nicht und behielten die Republikaner ihre Kontrolle bis 2028, könne "'Project 2025' zu einer Art neuer Verfassung werden", erklärt Goldstone.

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Wie geht es weiter?

So weitreichend viele Maßnahmen bereits sind, stoßen sie auf erheblichen Widerstand. Mehrere Gerichte haben etwa Teile der neuen Stipendien- und Förderstopps aufgehoben, mit der Begründung, der Präsident könne bewilligte Mittel nicht einfach zurückhalten.

Rechtsexperten warnen zudem öffentlich vor einer gefährlichen Machtkonzentration im Präsidentenamt, die demokratische Kontrollmechanismen unterlaufe. Genau gegen diese Entwicklung versucht etwa auch eine Task-Force von US-Demokraten im Kongress gegenzuhalten.

Ungeachtet dessen dürfte die Regierung in den kommenden Monaten weiter an Tempo zulegen. Zehn Monate nach Trumps Amtsantritt zeigt sich: "Project 2025" ist längst keine Vision mehr, sondern in der politischen Praxis angekommen.

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