Neue USA-Iran-Verhandlungen? Widersprüchliche Angaben

Trump: Teheran "hat um Treffen gebeten":Neue Verhandlungen? Widersprüchliche Angaben aus USA und Iran

|

Wird es diese Woche neue Verhandlungen geben? Teheran hat Berichte über einen weiteren Termin mit den USA zurückgewiesen. Trump erklärt dagegen, Iran habe um ein Treffen gebeten.

Südlibanon: Ein durch israelische Angriffe zerstörtes Haus und Autos.

US-Medien berichteten, dass die USA und Iran diese Woche weiter verhandeln. Iran wies dies zurück.

29.06.2026 | 0:24 min

Nach neuen gegenseitigen Angriffen haben die USA und Iran widersprüchliche Angaben zu neuen Verhandlungen gemacht. Laut US-Präsident Donald Trump werden sich Vertreter an diesem Dienstag in Katars Hauptstadt Doha treffen. "Iran hat um ein Treffen gebeten", schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Weitere Angaben, etwa zum Ziel der Gespräche, machte Trump nicht.

Erst kurz zuvor hatte Iran noch Berichte über einen möglichen weiteren aktuellen Verhandlungstermin mit den USA zurückgewiesen. Eine Gesprächsrunde werde stattfinden, "sobald die Voraussetzungen geschaffen sind und Einigkeit über Termin und Veranstaltungsort erzielt wurde", sagte Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi laut der iranischen Nachrichtenagentur Isna. "Das Abhalten von technischen Sitzungen der Arbeitsgruppen ist für diese Woche nicht geplant." Konsultationen würden über Vermittler jedoch fortgesetzt, sagte Gharibabadi.

Das US-Portal "Axios" berichtete jüngst, dass sich beide Seiten an diesem Dienstag in Doha treffen wollen, um ihren Streit um die für den weltweiten Energiehandel wichtige Straße von Hormus beizulegen.

Neue gegenseitige Angriffe am Wochenende

Am Wochenende war der Konflikt zwischen den USA und Iran mit gegenseitigen Angriffen neu aufgeflammt. Erst vor knapp zwei Wochen hatten die Kriegsparteien ein Rahmenabkommen unterzeichnet, das den Weg für ein dauerhaftes Ende des Kriegs ebnen soll. Die Öffnung der Meerenge für die Schifffahrt ist ein zentraler Bestandteil des Abkommens.

Start einer Rakete bei Dunkelheit.

Trotz vereinbarter Waffenruhe haben sich Iran und die USA erneut gegenseitig angegriffen. Auch zwischen Israel und der mit Iran verbündeten Hisbollah-Miliz gehen die Kämpfe weiter.

28.06.2026 | 1:35 min

Der iranische Präsident Massud Peseschkian erklärte am Montag staatlichen Medien zufolge, dass nach dem Abkommen sechs Milliarden von insgesamt zwölf Milliarden Dollar an eingefrorenen iranischen Geldern aus Katar freigegeben und an Teheran überwiesen würden. Zudem seien die Sanktionen gegen den Öl- und Petrochemiesektor aufgehoben worden. Peseschkian bezeichnete dies als "einen großen Sieg für das iranische Volk".

Ein US-Vertreter bestätigte der Nachrichtenagentur Reuters am Sonntag, dass sich beide Seiten auf eine Einstellung der Feindseligkeiten geeinigt hätten.

Trump droht Iran

Iran hatte am Sonntag US-Militärstützpunkte in Kuwait und Bahrain mit Raketen und Drohnen angegriffen. Trump drohte, die Islamische Republik werde aufhören zu existieren, wenn sie sich nicht an das Abkommen halte. "Es könnte ein Punkt kommen, an dem wir nicht mehr vernünftig sein können und gezwungen sein werden, das militärisch zu Ende zu bringen, was wir sehr erfolgreich begonnen haben", schrieb Trump auf einer Social-Media-Plattform. "Wenn das passiert, wird die Islamische Republik Iran nicht mehr existieren!"

Moderatorin im Schaltgespräch mit ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen

Zwischen den USA und Iran gilt seit letzter Woche eigentlich eine Waffenruhe – doch nun haben sich beide Länder erneut gegenseitig angegriffen. Korrespondent Elmar Theveßen mit einer Einordnung.

27.06.2026 | 1:13 min

Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) erklärten, ihre Marine und Luftwaffe hätten die Angriffe auf die US-Stützpunkte ausgeführt, da die USA den Waffenstillstand verletzt hätten. Ein US-Vertreter bestätigte die Angriffe, berichtete jedoch weder von Verletzten noch von größeren Schäden.

Ein iranischer Angriff beschädigte in Bahrain ein Wohngebäude, woraufhin das Land eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats forderte. Die kuwaitische Armee fing zwei ballistische Raketen ab. Katar teilte zudem mit, ein katarischer Staatsbürger sei durch Splitter an Bord eines Schiffes getötet worden.

Libanon-Konflikt erschwert Verhandlungen

Der Konflikt im Libanon erschwert die Verhandlungen zudem. Der libanesische Parlamentspräsident Nabih Berri, ein Verbündeter der Hisbollah, kritisierte am Montag ein von den USA vermitteltes Abkommen zwischen dem Libanon und Israel scharf. Er warnte vor Versuchen, das Land zu spalten, und erklärte, die Vereinbarung werde nicht umgesetzt.

Iran betrachtet ein Ende dieses Konflikts und den Abzug israelischer Truppen aus dem Südlibanon als integralen Bestandteil jeder Vereinbarung mit den USA. Israel hatte am Sonntag erklärt, Stellungen der Hisbollah im Südlibanon angegriffen zu haben, obwohl am Freitag ein Waffenstillstand vereinbart worden war.

Quelle: dpa, Reuters
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress in dem Beitrag "US-Militär attackiert Ziele in Iran" am 27.06.2026 um 09:37 Uhr sowie in der Sendung am 29.06.2026 ab 9 Uhr.

Mehr zum Iran-Krieg

  1. President Trump Speaks On White House Religious Liberty Commission ReportPräsident Trump äußert sich zum Bericht der Kommission

  2. Außenminister Marco Rubio beobachtet, wie Israels Botschafter in den USA, Yechiel Leiter und Libanons Botschafter in den USA, Nada Hamadeh ein Rahmenabkommen zur Beendigung der Kämpfe unterzeichnen.

    Miliz droht mit Bürgerkrieg:Israel und Libanon einig - Hisbollah-Anhänger protestieren

    mit Video1:38

  3. Frachtschiffe, darunter Massengutfrachter und Stückgutfrachter, liegen vor der Küste vor Anker, vor Bandar Abbas, Iran

    Trotz vereinbarter Waffenruhe:USA und Iran greifen sich gegenseitig an

    mit Video1:05

  4. Iran-Krieg - Straße von Hormus
    Liveblog