Bestätigung von CIA-Chef:USA kappen Geheimdienstinformationen für Ukraine
Die USA setzen neben den Militärhilfen auch die Weitergabe von Geheimdienstinformationen an Kiew aus. Experten befürchten negative Konsequenzen für die Ukraine an der Front.
Nach dem Eklat im Weißen Haus bemüht sich die ukrainische Führung um Schadensbegrenzung und hofft, dass die USA ihren Waffenlieferstopp wieder aufheben.
05.03.2025 | 1:42 minMit dem Stopp ihrer Militärhilfen an die Ukraine hat die US-Regierung auch die Bereitstellung von Geheimdienstinformationen an Kiew vorerst ausgesetzt. Das bestätigte der Chef des US-Auslandsgeheimdienstes CIA, John Ratcliffe, in einem Interview des Senders Fox Business.
Er machte der Ukraine zugleich Hoffnung, dass die Unterstützung nach den jüngsten Versöhnungsbemühungen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bald wieder aufgenommen werden könnte. Er denke, dass die Pause "an der militärischen Front und an der geheimdienstlichen Front" verschwinden werde.
Selenskyj habe deutlich gemacht, "dass die Ukraine Frieden möchte", so ZDF-Korrespondent Dominik Lessmeister. "Es bleibt aber die Frage nach Sicherheitsgarantien. Die ist immer noch unbeantwortet."
05.03.2025 | 1:25 minWichtige Erkenntnisse für Angriffsziele könnten fehlen
Das Ausmaß der Einschränkungen war zunächst unklar. Seit Beginn des Krieges im Februar 2022 haben die USA der Ukraine bedeutende Geheimdienstinformationen zur Verfügung gestellt, darunter wichtige Erkenntnisse, die das ukrainische Militär für Angriffsziele benötigt. Der Schritt könnte nun die Fähigkeit des ukrainischen Militärs, russische Streitkräfte ins Visier zu nehmen, ernsthaft beeinträchtigen, befürchten Experten.
Auch der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, Mike Waltz, sagte bei Fox News, wenn Verhandlungen für eine Friedenslösung in der Ukraine vorangetrieben werden könnten, "dann wird der Präsident die Aufhebung dieser Pause ernsthaft in Betracht ziehen".
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04.03.2025 | 1:38 minUSA haben bereits Militärhilfen ausgesetzt
Trump hatte am Dienstag mitgeteilt, er habe einen Brief von Selenskyj erhalten. Darin habe der ukrainische Präsident seine Bereitschaft für Verhandlungen bekundet. "Wir werden Seite an Seite mit der Ukraine arbeiten, um die dortige Aggression zurückzudrängen", sagte Ratcliffe.
Gleichzeitig wollen wir die Welt in eine bessere Lage versetzen, damit diese Friedensverhandlungen vorankommen können.
John Ratcliffe, Chef des US-Auslandsgeheimdienstes CIA
Vergangene Woche hatte es einen großen Eklat zwischen Trump und Selenskyj im Weißen Haus gegeben, woraufhin die Amerikaner die Militärhilfen für die Ukraine vorerst einstellten - und auch die militärisch wichtige Weitergabe von Aufklärungsdaten, wie Ratcliffe nun bestätigte. Inzwischen gibt es aber wieder eine Annäherung, nachdem Selenskyj öffentlich auf Trump zuging und der US-Präsident darauf wohlwollend reagierte.
Nach dem Eklat im Weißen Haus nähern sich die USA und die Ukraine wieder an. Gleichzeitig haben die USA den Druck erhöht: Sie liefern wohl keine Geheimdienstinformationen mehr.
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