Russische Angriffe und harter Winter:Viele Wohnhäuser in Ukraine "vor dem Totalschaden"
Heftiger Beschuss und eisige Kälte bringen die Energieversorgung in der Ukraine im vierten Kriegswinter an die Belastungsgrenze. Viele fürchten nun ein neues Schreckensszenario.
Weniger Geld, weniger Waffen: Wie die Ukraine den Kriegswinter erlebt. Die Analyse bei ZDFheute live mit Militärexperte Gustav Gressel und ZDF-Reporter Henner Hebestreit.
12.02.2026 | 39:27 minHeftiger russischer Beschuss auf Wohngebiete und Energieanlagen, eisige Temperaturen und sinkende Unterstützung aus den USA. Die von Russland angegriffene Ukraine stehe im vierten Kriegswinter unter Druck, sagt Militärexperte Gustav Gressel bei ZDFheute live:
Diesen Winter sind den russischen Angreifern erhebliche Treffer gelungen - auf Kraftwerke, vor allem auf Heizkraftwerke.
Gustav Gressel, Militärexperte
Außerdem habe Russland "deutlich mehr Infrastruktur zerstört bei den Stromverteilern", so Gressel. Das führe dazu, dass das Stromnetz stark beansprucht werde - und die Aufrechterhaltung der Versorgung zunehmend schwerer werde.
Damit stehen jetzt natürlich viele Wohnhäuser vor dem Totalschaden, weil die Leitungen dann eben durchfrieren und bersten.
Gustav Gressel, Militärexperte
Die Menschen in der Ukraine erleben den härtesten Winter seit Kriegsbeginn. Wegen massiver Stromausfälle kann nicht geheizt werden.
31.01.2026 | 1:45 minExperte: Der Ukraine fehlt es an Munition
"Dieser Winter ist für Putin zufriedenstellend", erklärt der Militärexperte. Damit komme Russland seinem Ziel, die Ukraine unter Druck zu setzen und zu einer möglichen Kapitulation zu zwingen, zumindest näher. Der nahezu tägliche Beschuss der Energieanlagen gelinge Russland durch den Einsatz ballistischer Raketen, die "deutlich schwieriger" abzufangen seien als Marschflugkörper oder Drohnen. Außerdem sei die ukrainische Abwehr durch Munitionsmangel geschwächt, so Gressel.
- Militäranalyse: Wie der Winter den Krieg gegen die Ukraine verändert
Die Lieferungen verzögerten sich durch Transportwege und Bürokratie. Das US-Verteidigungsministerium habe die Unterstützung mit den notwendigen Verteidigungsmitteln gänzlich eingestellt.
"Das ist ein sehr harter Winter", berichtet ZDF-Reporter Henner Hebestreit aus der Ukraine.
31.01.2026 | 1:22 minUkraine: Immer wieder Luftalarm - und ein Schreckensszenario
"Die vergangene Nacht war schlaflos", berichtet ZDF-Reporter Henner Hebestreit aus Dnipro im Osten der Ukraine. "Hier war einiges los am Himmel." Immer wieder habe es Luftalarm gegeben.
Das zerrt natürlich an den Kräften der Menschen hier, die das seit Jahren aushalten.
Henner Hebestreit, ZDF-Reporter in der Ukraine
Hinzu komme eine ganz neue Sorge der Ukraine: Viele befürchten, Russland könne als nächstes die Wasserversorgung der Ukraine ins Visier der Angriffe nehmen, so Hebestreit: "Und das ist dann nochmal eine ganz andere Bedrohung für das Überleben der Menschen hier."
Das Interview führte ZDFheute live-Moderator Marc Burgemeister. Zusammengefasst hat es Silas Thelen.
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