Plädoyer für Wiedervereinigung:"Großartige Sache": Trump irritiert mit Aussage in Irland
US-Präsident Donald Trump hat während seines Irland-Besuches mit einer Aussage zu einem wiedervereinigten Irland Aufsehen erregt. Trump kehrte damit von der bisherigen US-Linie ab.
US-Präsident Trump ist zu einem zweitägigen Besuch in Irland eingetroffen.
12.09.2026 | 0:16 minUS-Präsident Donald Trump hat bei einem Besuch in Dublin mit Aussagen zu einem wiedervereinigten Irland für Irritationen gesorgt. Nach einem Treffen mit dem irischen Regierungschef Micheal Martin nannte er am Samstag eine Wiedervereinigung der Republik Irland mit dem zum Vereinigten Königreich gehörenden Nordirland "eine großartige Sache". Die USA hatten zu dieser Frage bislang immer eine neutrale Position eingenommen.
Auf die Frage eines Journalisten nach seiner Meinung zu einer Wiedervereinigung sagte der US-Präsident, er würde "liebend gern" ein vereinigtes Irland sehen. Weiter sagte er: "So wie ich das sehe, wird es irgendwann passieren. Es kann genauso gut jetzt passieren." Allerdings werde das Vereinigte Königreich dazu auch etwas zu sagen haben.
Trump-Besuch in Irland: Diplomatie spielt untergeordnete Rolle
Der britische Premierminister Andy Burnham erklärte im vergangenen Monat, ein Referendum zu einer Wiedervereinigung sei "vom Tisch". Auf Trumps Äußerungen angesprochen, verwies ein Sprecher von Burnhams Büros in der Downing Street auf Aussagen des Premierministers in der vergangenen Woche, denen zufolge dieser "zu 100 Prozent" zur Karfreitagsvereinbarung stehe.
Gavin Robinson, Chef der pro-britischen Democratic Unionist Party (DUP) sagte, über die Zukunft Nordirlands werde dessen Bevölkerung entscheiden und nicht "durch Kommentare in London, Dublin oder Washington".
Am 12. September wird Trump an einem Golf-Turnier teilnehmen. Auch der Spatenstich für die neue US-Botschaft in Dublin steht an. Trumps Besuch stößt bei den Iren jedoch auf gemischte Gefühle.
11.09.2026 | 1:57 minDie Diplomatie sollte auf Trumps Reise ursprünglich eine eher untergeordnete Rolle spielen. Grund für seinen zweitägigen Besuch, der von einem riesigen Sicherheitsaufgebot begleitet wurde, ist vor allem sein Besuch des Golfturniers Irish Open in seinem Golfclub Doonbeg an der Westküste.
Karfreitagsabkommen beendet Eskalation des Nordirland-Konflikts
Die Insel Irland ist seit 1921 in die Republik Irland im Süden und Nordirland geteilt. Im Nordirland-Konflikt zwischen katholischen Nationalisten und protestantischen Unionisten wurden mehr als 3.500 Menschen getötet. Der Konflikt endete erst 1998 mit dem Karfreitagsabkommen.
Unter dem Abkommen kann ein Referendum zu einer Wiedervereinigung abgehalten werden, wenn die britische Regierung feststellt, dass voraussichtlich eine Mehrheit der Nordiren einen solchen Anschluss befürwortet. In diesem Fall müssten auch die Menschen in der Republik Irland zustimmen. In einer Umfrage der Universität Liverpool vom Mai 2026 befürworteten jedoch nur 35 Prozent der Nordiren eine Wiedervereinigung.
Frieden ist kein Zustand, sondern ein Prozess, der von Menschen gestaltet wird. Frieden entsteht nicht von selbst. Er wird möglich, wenn Menschen Brücken bauen und Konflikte lösen.
01.04.2026 | 44:12 minTrump trifft irische Top-Politiker - und reist zu Golf-Turnier weiter
Nach seiner Ankunft am Flughafen Dublin war Trump am Samstag zunächst von Irlands Präsidentin Catherine Connolly an ihrem offiziellen Amtssitz in der Hauptstadt empfangen worden. Anschließend kam der US-Präsident mit Regierungschef Micheal Martin zusammen und besuchte die US-Botschaft. Im Anschluss flog er weiter nach Doonbeg, einem abgelegenen Küstenort im County Clare, wo die Trump-Organisation seit 2014 einen Golfclub besitzt.
Dort treten beim Turnier Irish Open an diesem Wochenende die besten Spieler der Welt gegeneinander an. 40.000 Fans werden erwartet. Die Sicherheitsmaßnahmen wegen Trumps Anwesenheit kosten Irland Berichten zufolge 20 Millionen Euro.
Vor der Ankunft des US-Präsidenten waren die Sicherheitsvorkehrungen insgesamt deutlich verschärft worden. Mindestens 4.000 Polizisten und andere Einsatzkräfte, darunter auch Scharfschützen, wurden sowohl für seinen offiziellen Besuch in der Hauptstadt als auch für seinen Aufenthalt in seinem Luxus-Resort mobilisiert. In der Hauptstadt Dublin demonstrierten unterdessen mindestens 2.000 Menschen gegen den Besuch des US-Präsidenten.
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