Midterms-Parteitag in Dallas: Trump als Problem und Lösung?

Analyse

US-Republikaner vor den Midterms:Parteitag in Dallas: Trump als Problem und Lösung?

Katharina Schuster

von Katharina Schuster, Dallas (Texas)

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Donald Trump hat die US-Republikaner geprägt wie kein anderer. Doch Teile seiner Koalition bröckeln. Der Parteitag in Dallas wird zum Test seiner politischen Strahlkraft.

Julian Müller-Kaler

Vor den Midterms haben die Republikaner ihren Parteitag abgehalten. Die Partei sei abhängig von Trump, der Präsident sei aber nicht wirklich beliebt, so Politikwissenschaftler Müller-Kaler.

10.09.2026 | 18:11 min

Eine Trump-Show als letzte Chance? US-Präsident Donald Trump steht bei den Midterms im November nicht auf dem Wahlzettel. Beim außerordentlichen Parteitag in Dallas im Bundesstaat Texas soll es trotzdem so wirken, als wäre genau das der Fall.

Ich bitte euch, so zu tun, als stünde ich auf dem Stimmzettel.

Donald Trump, US-Präsident

Das Ziel der Republikaner: Mit Trump als Zugpferd möglichst viele Anhänger an die Urnen zu bringen. Bei den Midterms, den Zwischenwahlen in den USA, liegt die Wahlbeteiligung nämlich deutlich niedriger als beispielsweise bei den Präsidentschaftswahlen.

Und historisch gesehen sind die Midterms besonders schwierig für die regierende Partei. Wähler nutzen die Wahl mitunter, um der Regierung einen Denkzettel zu verpassen.

Was für Trump bei den Midterms auf dem Spiel steht

Gewählt werden bei den Midterms im November alle Abgeordneten des Repräsentantenhauses und Teile des Senats. Für Trump steht dabei einiges auf dem Spiel: seine Handlungsfähigkeit.

Zwar regiert er viel über Dekrete, trotzdem ist der Präsident für die reguläre Gesetzgebung stark von Mehrheiten seiner Partei in Repräsentantenhaus und Senat abhängig.

Die ZDF-Korrespondentin in Washington D.C., Katharina Schuster, steht vor dem US-Kongressgebäude. Sie trägt eine dunkle Hose und ein farbiges Oberteil mit freien Armen. An ihrem linken Handgelenk trägt sie eine dunkle Armbanduhr. Mittig auf ihrem Oberteil steckt ein dunkles Mikrofon mit einem flauschigen Windschutz. Zwischen ihr und dem Kongressgebäude ist ein Grünstreifen. Sie blickt direkt in die Kamera. Ihre hellbraunen Haare fallen über die Schultern.

Donald Trump steht bei den Midterms 2026 in den USA nicht zur Wahl. Doch es geht um die Mehrheit der Republikaner in Senat und Repräsentantenhaus - und damit auch um seine Macht.

09.09.2026 | 1:26 min

Politologe: Republikaner in schwieriger Lage

Die Republikanische Partei befinde sich in einer schwierigen Lage, erklärt US-Politikwissenschaftler Julian Müller-Kaler im Interview mit ZDFheute live. Einerseits sei sie "extrem abhängig von Trump", der sie in den vergangenen zehn Jahren auf seine Person zugeschnitten habe.

Andererseits sei der Präsident unbeliebt. Trump habe besonders in früher demokratisch geprägten Bundesstaaten Menschen für sich gewonnen, die unter Inflation und dem Niedergang der Industrie litten oder internationale Militäreinsätze ablehnten.

Man muss verstehen, dass Donald Trumps Genie darin lag, die Republikanische Partei für Wählerschichten zu öffnen, die traditionell sehr wenig mit der Republikanischen Partei am Hut hatten.

Julian Müller-Kaler, US-Politikwissenschaftler

Doch in seiner zweiten Amtszeit habe er nach Ansicht des Politologen "das Gegenteil" seiner Versprechen getan.

ZDF-Korrespondent David Sauer

US-Präsident Trump hat 5.000 Dollar für jeden Erwachsenen zugesichert, falls die Republikaner die Midterms gewinnen. ZDF-Korrespondent David Sauer ordnet das Versprechen ein.

10.09.2026 | 1:01 min

Krieg und hohe Preise drücken auf die Stimmung

Dass viele Wähler unzufrieden sind, zeigt sich abseits des Parteitagsgeländes, etwa in den Kneipen von Dallas. Steigende Preise, der Krieg in Iran und die Kosten für die Gesundheitsversorgung drücken dort auf die Stimmung.

"Ich wollte keine neuen Kriege", erzählt Chase. Und Bryee stimmt ihm zu:

Dafür haben wir alle gestimmt. Gegen Kriege, für die Veröffentlichung der Epstein-Akten. Aber alles, was er versprochen hat und wofür wir ihn gewählt haben, liefert er nicht.

Bryee, in einer Kneipe in Dallas

Der Bundesstaat Texas ist ein roter Staat. Heißt: 56 Prozent haben hier vor zwei Jahren Trump gewählt.

Election 2026 Republicans

Trump macht den Parteitag der Republikaner zur Wahlkampfshow: Mit einem 5.000-Dollar-Versprechen und Kampfansagen mobilisiert er seine Anhänger für die Midterms im November.

10.09.2026 | 2:25 min

Müller-Kaler: Kein Rückenwind für die Demokraten

Auch wenn Trump selbst Teile der MAGA-Koalition wegbrechen, habe er seine Partei weiterhin "voll im Griff", erklärt US-Politikwissenschaftler Müller-Kaler. Der Parteitag solle deshalb Aufmerksamkeit erzeugen und die Basis mobilisieren. Laut Müller-Kaler "keine einfache Aufgabe".

Dennoch bedeutet Trumps schwierige Lage nicht automatisch Rückenwind für die Demokraten. Die hätten es in den vergangenen Jahren versäumt, eine überzeugende politische Alternative zu Trump aufzubauen, so der Politikwissenschaftler.

Stattdessen hätten sie sich häufig vor allem als Gegenentwurf zum Präsidenten definiert.

Die Demokraten haben sich in den letzten zehn Jahren eigentlich immer als Anti-Trump-Partei inszeniert.

Julian Müller-Kaler, US-Politikwissenschaftler

Dadurch hätten sie Trump unfreiwillig geholfen, sein Image als politischer Außenseiter zu festigen. Trotz seiner schlechten Umfragewerte profitiere die Opposition deshalb "nicht wirklich in dem Maße, wie man es meinen könnte".

US Kongress mit US-Fahne

Bei den Midterms 2026 werden das Repräsentantenhaus und Teile des Senats neu gewählt. Welche Bedeutung hat die Wahl für US-Präsident Donald Trump?

04.09.2026 | 1:10 min

Parteitag in Dallas ein politisches Experiment

Genau darin liegt das politische Experiment von Dallas: Während die Demokraten noch nach einer überzeugenden Antwort auf Trump suchen, setzen die Republikaner weiter voll auf ihn.

Der außergewöhnliche Parteitag soll beweisen, dass seine Strahlkraft noch groß genug ist, um die eigene Basis an die Urnen zu bringen. Ob das gelingt, entscheidet sich in gut acht Wochen bei den Midterms.

Katharina Schuster ist Korrespondentin im ZDF-Studio in Washington D.C.

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Über dieses Thema berichtete unter anderem ZDFheute live in "Trump lockt Wähler mit 5.000 Dollar-Prämie" am 10.09.2026 ab 11:09 Uhr.

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