Darum ist Trumps Republikaner-Parteitag vor den Midterm besonders

Analyse

Republikaner treffen sich in Dallas:Darum ist Trumps Parteitag vor den Midterms so besonders

Katharina Schuster

von Katharina Schuster, Dallas (Texas)

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Donald Trump kandidiert nicht, gewinnen muss er trotzdem: Mit einem ungewöhnlichen Republikaner-Parteitag in Texas versucht der US-Präsident, die Midterms zu seiner Wahl zu machen.

US Päsident Donald Trump

Bei den Midterms 2026 werden das Repräsentantenhaus und Teile des Senats neu gewählt. Welche Bedeutung hat die Wahl für US-Präsident Donald Trump?

04.09.2026 | 1:10 min

Normalerweise gibt es in den USA nationale Parteitage, wenn ein Präsident gewählt werden soll. Dann nominieren Parteien ihre Kandidatin oder ihren Kandidaten, verabschieden ein Programm und inszenieren Geschlossenheit. 2026 gibt es nichts zu nominieren. Donald Trump ist bereits Präsident der Vereinigten Staaten. Und trotzdem veranstaltet seine republikanische Partei ab diesem Mittwoch einen nationalen Parteitag in Dallas, im US-Bundesstaat Texas. Das erste Mal in einem Jahr der US-Zwischenwahlen, den sogenannten Midterms, überhaupt.

Trump selbst spricht von einem "historischen Ereignis". Der Vorsitzende des Nationalkomitees der Republikaner, Joe Gruters, bezeichnet die Veranstaltung als "Trumpapalooza" - ein Wortspiel, das an das bekannte Musikfestival Lollapalooza und ein großes Spektakel erinnert.

Es wird eine Trump-Party ohnegleichen.

Joe Gruters, Vorsitzender des Nationalkomitees der Republikaner

USA: Warum es eigentlich keine nationalen Parteitage vor Midterms gibt

Bei den Midterms im November werden Abgeordnete für das Repräsentantenhaus, Senatoren und Gouverneure gewählt. Für die Republikaner geht es darum, ihre knappe Mehrheit im Kongress, also im Repräsentantenhaus und im Senat, zu verteidigen.

Zentrale politische Ämter in den USA




Wie schwierig das werden könnte, zeigt ausgerechnet das Senatsrennen im republikanischen Kernland Texas. Trump steht hinter dem Republikaner Ken Paxton. Doch sein demokratischer Herausforderer James Talarico liegt in mehreren aktuellen Umfragen knapp vorn oder gleichauf.

Donald Trump ausgeschnitten vor einem Bild einer Anzeige für die Staatsverschuldung der USA.

Noch nie war die Staatsverschuldung der USA so hoch. Unter anderem Trumps Zollpolitik und der Iran-Krieg haben Konsequenzen.

21.08.2026 | 34:32 min

Genau hier soll Trump helfen. Er kann seine Anhänger mobilisieren und mit seinem politischen Netzwerk Wahlkämpfe unterstützen. Zudem verfügt er über einen politischen Geldtopf von rund 400 Millionen US-Dollar. Republikaner drängen ihn seit Wochen, das Geld stärker für umkämpfte Rennen einzusetzen. Vergangene Woche kündigte Trump nun an, einen Teil dieser Mittel für die Midterms bereitzustellen.

Auch der Parteitag selbst soll Geld in die Kassen spülen. Mit Trump als Zugpferd: Ein Foto mit dem Präsidenten kostet 88.600 US-Dollar, ein Platz an seinem runden Tisch 250.000 US-Dollar.

Nicht alle republikanischen Kandidaten reisen zum Parteitag nach Dallas

Doch Nähe zu Trump kann für manche Kandidaten offenbar zum Risiko werden. Nach einer Politico-Umfrage unter mehr als 70 republikanischen Kandidaten und Mandatsträgern wollen 45 nicht nach Dallas kommen oder haben sich noch nicht festgelegt.

Offiziell begründen die meisten ihre Absage mit anderen Terminen oder dem laufenden Wahlkampf. Beobachter verweisen jedoch darauf, dass die demonstrative Nähe zu Trump besonders für Kandidaten in umkämpften Rennen zum Risiko werden kann.

Donald Trump mit erhobener Faust als Schattenriss vor US-Flagge, darunter Schriftzug: "Der Trump Effekt - Demokratie in Kriegszeiten", rechts Nachaufnahme Donald Trump, der in ein Mikrofon spricht

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Was 2026 in den USA anders ist

Die republikanische Partei ist heute eine andere als noch vor einigen Jahren. Sie ist stärker auf eine Person zugeschnitten. Und auch Trump selbst will, dass die Zwischenwahlen als Abstimmung über ihn verstanden werden.

Bei einer Wahlkampfveranstaltung in South Carolina im August fordert der Republikaner seine Anhänger auf:

Stellt euch bitte vor, dass ich auf dem Stimmzettel stehe.

Donald Trump, US-Präsident

Seine Begründung: Wenn er auf dem Stimmzettel stehe, gingen seine Anhänger wählen. Wenn er nicht kandidiere, blieben sie eher zu Hause. Trumps Logik von Dallas: Eine Wahl, bei der er gar nicht kandidiert, soll sich trotzdem wie eine über ihn anfühlen. Das ist riskant.

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Was für US-Präsident Trump auf dem Spiel steht

Denn historisch sind die Midterms, die aus Hunderten einzelnen Rennen bestehen, für die Partei des amtierenden Präsidenten besonders schwierig. Ein Stimmungstest. Wählerinnen und Wähler nutzen die Urnen auch, um der regierenden Partei einen Denkzettel zu verpassen. Das weiß auch Donald Trump:

Egal, ob man ein guter oder ein großartiger Präsident ist - wenn man die Midterms verliert, hat man verloren.

US-Präsident Donald Trump am 02.09.2026

Je stärker die Republikaner die Wahl zu einem Referendum über Trump machen, desto größer wird also auch das Risiko, dass die Wähler tatsächlich über Trump abstimmen.

Katharina Schuster ist Korrespondentin im ZDF-Studio in Washington D.C.

Über dieses Thema berichteten das ZDF auslandsjournal in dem Beitrag: "Roadmap zu den Midterms - Was sind die Folgen der Wahl für Trump?" am 04.09.2026 um 10:00 Uhr und das heute journal update am 09.09.2026 ab 00:30 Uhr.

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