Midterms in den USA:Supreme Court erlaubt Trumps Briefwahl-Pläne - vorerst
Ein Dekret von US-Präsident Trump zur Verschärfung der Regeln für die Briefwahl kann vorerst in Kraft treten. Im November finden die wichtigen Zwischenwahlen zum US-Kongress statt.
Etappensieg für Trump bei den geplanten Briefwahl-Einschränkungen. (Symbolbild)
Quelle: dpaGut zwei Monate vor den US-Parlamentswahlen hat der Oberste Gerichtshof eine vorläufige Blockade der Pläne von Präsident Donald Trump zur Verschärfung der Regeln für die Briefwahl aufgehoben. Obwohl eine endgültige Entscheidung in der Sache noch aussteht, kann die Regierung ihre Pläne damit zumindest vorläufig weiter verfolgen.
Trump will sein Vorhaben noch vor der Abstimmung Anfang November durchsetzen. Während der Republikaner die geplanten Änderungen damit begründet, angeblichen Wahlbetrug verhindern zu wollen, vermuten Kritiker als Motiv eher eine gezielte Benachteiligung demokratischer Wähler. Diese stimmen meist etwas häufiger per Post ab als Republikaner.
Die Republikaner machten die Demokraten für die Verschuldung verantwortlich, die wiederum das Thema im Wahlkampf für die Midterms auf die Agenda bringen wollten, erklärte Korrespondent David Sauer über die Rekordverschuldung der USA.
21.08.2026 | 5:07 minTrumps Briefwahl-Regelung wurde zuvor gestoppt
Ein Gericht in Boston hatte die geplanten Regeln vor einiger Zeit mit einer einstweiligen Verfügung vorläufig gestoppt. Etwas später hatte es das Verbot auf alle 50 Bundesstaaten ausgeweitet. Außerdem sprach es der Regierung das Recht ab, Wahlen zu regulieren. Diese Kompetenz liegt in den USA vor allem bei den Bundesstaaten.
Der Supreme Court in Washington entschied nun zwar nicht in der Sache darüber, ob Trumps Briefwahl-Pläne verfassungsgemäß sind, er hob allerdings die Gültigkeit der einstweiligen Verfügung auf. Die Entscheidung fiel mit der Mehrheit der sechs konservativen Richter, die drei eher den Demokraten nahestehenden Richterinnen stimmten dagegen.
Für die USA war es ein ereignisreicher Sommer: 250-Jahrfeier, Fußball-WM, Iran-Krieg. Wie nutzt oder schadet Trump kurz vor den Midterms die internationale Aufmerksamkeit?
22.07.2026 | 14:28 minDie Billigung des Dekrets bedeute nicht, "dass jede Maßnahme, die die Regierung zur Umsetzung der Verordnung ergreift, zwangsläufig rechtmäßig ist", erklärte das Gericht. "Was das angeht, wird die Zeit es zeigen."
Richterin: Trumps Anordnung könnte zu Chaos führen
Trump hatte Ende März verfügt, dass die US-Post (USPS) Briefwahlunterlagen nur noch an Personen übermitteln soll, die auf einer von den Bundesstaaten zuvor erstellten Wählerliste stehen. Die Post würde damit vom reinen Zusteller der Wahlunterlagen zu einer Kontrollinstanz im Ablauf der Wahl.
Trump halte unter anderem die Briefwahl für ein Einfallstor für Wahlbetrug, sagt Politikwissenschaftler Thimm. Er sieht das anders: Die Integrität der Wahlen sei dadurch nicht gefährdet.
17.07.2026 | 10:23 minDie Richterin der niedrigeren Instanz in Boston hatte betont, dass der Status quo für die bevorstehende Wahl aufrechterhalten bleiben müsse. Es bliebe immer weniger Zeit, Wähler aufzuklären, wie sich die Regelverschärfung auf sie auswirken könnte, falls sie per Briefwahl abstimmen wollten. Trumps Anordnung stifte Verwirrung, es drohe Chaos, erklärte sie. Geklagt hatten überparteiliche Organisationen, die nach eigenen Angaben die Wahlbeteiligung steigern wollen.
Trump sät immer wieder Misstrauen vor Midterms
Am 3. November wird bei den "Midterms" etwa ein Drittel des Senats und das komplette Repräsentantenhaus neu gewählt. Wegen der knappen Mehrheit der Republikaner in beiden Parlamentskammern könnte jedes einzelne Mandat darüber entscheiden, wer am Ende die Macht im Kongress hat.
US-Präsident Trump will die Regeln für die Briefwahl verschärfen. Dabei wiederholte er die Vorwürfe, die Briefwahl sei für Betrug verantwortlich – Beweise gibt es dafür nicht.
01.04.2026 | 0:23 minSollten die Republikaner ihre Mehrheit in einer Kammer verlieren - oder gar in beiden - wäre es für Trump deutlich schwieriger, seine politischen Vorhaben umzusetzen.
Trump sät immer wieder Misstrauen vor Wahlen in den USA. So behauptet er seit Jahren fälschlicherweise, um seinen Sieg bei der Präsidentschaftswahl 2020 betrogen worden zu sein - obwohl das vielfach widerlegt ist.
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17.07.2026 | 11:45 minLassen Sie sich Beiträge von ZDFheute bevorzugt bei Google anzeigen.
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