Parteitag der Republikaner vor Midterms:Trumps Wahlversprechen: 5.000 Dollar für jeden US-Bürger
von Katharina Schuster, Dallas (Texas)
Trump macht den Parteitag der Republikaner zur Wahlkampfshow: Mit einem 5.000-Dollar-Versprechen und Kampfansagen mobilisiert er seine Anhänger für die Midterms im November.
USA: Bei den Midterms Anfang November könnten die Republikaner ihre Mehrheit im Kongress an die Demokraten verlieren. US-Präsident Trump sorgt mit einem ungewöhnlichen Versprechen für Aufsehen.
10.09.2026 | 1:40 minErst die Flaggen, dann die Musik, dann Trump. Eigentlich geht es an diesem Abend um die Kongresswahlen im November, die sogenannten Midterms.
Doch als Donald Trump die Bühne in Dallas im US-Bundesstaat Texas betritt, wird schnell klar: Es geht vor allem um ihn. Und um 5.000 US-Dollar.
Denn: Sollten die Republikaner im November sowohl das Repräsentantenhaus als auch den Senat halten, verspricht Trump jedem erwachsenen US-Bürger eine "Dividende" von 5.000 US-Dollar.
Wenn die Republikaner gewinnen, gewinnt ihr mit uns. Und ihr bekommt 5.000.
Donald Trump, US-Präsident
Einzige Einschränkung sei, dass das Geld in den Vereinigten Staaten ausgegeben werden muss, so Trump. Wie genau die Zahlung finanziert werden soll, erklärt er nicht.
Trump verspricht bei einem Wahlsieg jedem erwachsenen US-Bürger 5.000 Dollar. MIt dem Parteitag will er das Narrativ wieder kontrollieren, so ZDF-Korrespondentin Bates in Texas.
10.09.2026 | 1:36 minDie Partei des amtierenden US-Präsidenten verliert bei den sogenannten Zwischenwahlen historisch gesehen fast immer Sitze im Kongress. Die Republikaner stehen vor der Gefahr eines Verlusts der Mehrheit in mindestens einer der beiden Kammern. Umfragen zeigen zudem eine derzeit höhere Motivation der demokratischen Wähler.
Der Parteitag kommt ohne formelle Beschlüsse aus und gleicht zur Umkehrung dieses Trends eher einer Wahlkampfveranstaltung Trumps. Die Demokraten kritisierten das Treffen scharf.
Was das Versprechen die USA kosten würde
Ein Wahlversprechen mit gewaltigem Preisschild. Etwa 270 Millionen Erwachsene leben in den USA. Nach Berechnungen von Reuters würde eine Auszahlung an alle etwa 1,35 Billionen US-Dollar kosten.
Umgerechnet sind das etwa 1,16 Billionen Euro. Das ist mehr als doppelt so viel, wie Deutschland 2026 insgesamt im Bundeshaushalt ausgibt.
Präsident Trump hat auf dem Parteitag in Dallas allen erwachsenen US-Bürgern 5.000 US-Dollar bei einem Sieg der Republikaner versprochen. „Es ist eine große Trump-Show“, so Claudia Bates.
10.09.2026 | 2:33 minVizepräsident rudert zurück
Vizepräsident JD Vance versucht, das Versprechen noch am selben Abend einzuhegen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP deutet er an, dass wohlhabende Amerikaner von der Zahlung ausgeschlossen werden könnten. Als mögliche Finanzierungsquelle nennt er die Einnahmen aus Trumps Zöllen.
Marc Goldwein vom überparteilichen "Committee for a Responsible Federal Budget" hält die Idee für kaum tragfähig. Eine "Dividende" setze eigentlich einen Überschuss voraus. Die USA aber machten derzeit ein Defizit von rund zwei Billionen US-Dollar und hätten mehr als 40 Billionen US-Dollar Schulden. Auch rechtlich und praktisch sei nicht klar, wie aus Trumps Versprechen ein Scheck werden könnte.
Und Goldwein erinnert gegenüber AP daran, dass Trump die Zahlungen nicht ohne Zustimmung des Kongresses anweisen könne.
US-Präsident Trump hat 5000 Dollar für jeden Erwachsenen zugesichert, falls die Republikaner die Midterms gewinnen. ZDF-Korrespondent David Sauer ordnet das Versprechen ein.
10.09.2026 | 1:01 minVersprechen erfüllt politischen Zweck
Doch seinen politischen Zweck erfüllt das Versprechen. Trump stellt die Midterms als Abstimmung über seine Präsidentschaft dar. Obwohl sein Name am 3. November gar nicht auf dem Stimmzettel steht, fordert er seine Anhänger auf, so zu tun, als würde er selbst kandidieren.
Ich bitte euch, so zu tun, als stünde ich auf dem Stimmzettel.
Donald Trump, US-Präsident
Der Parteitag in Dallas ist dafür die passende Bühne. Zum ersten Mal veranstalten die Republikaner einen nationalen Parteitag vor den Midterms. Zwei Tage lang soll Trump die eigene Basis mobilisieren und die Kandidaten für Repräsentantenhaus und Senat unterstützen.
Die Strategie mit dem vollen Fokus auf Trump gilt jedoch als riskant. Seine Beliebtheitswerte sind angesichts des Iran-Kriegs und der durch Zölle gestiegenen Lebenshaltungskosten weiter gesunken.
Ob aus Trumps Versprechen tatsächlich eine "Dividende" wird, ist offen. Sicher ist nur: Der Präsident hat es geschafft, dass bei einer Wahl, bei der er selbst nicht kandidiert, alle über Donald Trump sprechen.
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