Verhandlungen im Iran-Krieg:Iran verkündet Hormus-Öffnung - Ölpreis sinkt, Kurse steigen
Iran will die Straße von Hormus öffnen. Das Regime begründet dies mit der Libanon-Waffenruhe. An den Börsen befeuert das die Kurse, die Ölpreise sinken deutlich.
Teheran hat verkündet, die Straße von Hormus nach wochenlanger Blockade wieder zu öffnen. Bereits kurz nach der Ankündigung fiel der Ölpreis um gut zehn Prozent.
17.04.2026 | 1:26 minNach wochenlanger Blockade will die Staatsführung in Teheran die Straße von Hormus vorerst wieder für die Durchfahrt von Öltankern und Handelsschiffen öffnen. "Im Zuge der Feuerpause im Libanon ist die Durchfahrt für alle Handelsschiffe durch die Straße von Hormus für die verbleibende Zeit der Waffenruhe vollständig offen", erklärte Irans Außenminister Abbas Araghtschi am Freitag im Onlinedienst X.
Post des iranischen Außenministers Abbas Araghtschi auf X
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Die Durchfahrt aller kommerziellen Schiffe erfolge auf einer festgelegten Route, erklärte Araghtschi weiter. Als Grund für die Öffnung führte er die Waffenruhe im Libanon an, auf die sich das Land und Israel am Donnerstag unter US-Vermittlung geeinigt hatten. Sie trat in der Nacht zum Freitag in Kraft und soll auch für die pro-iranische Hisbollah-Miliz gelten.
Die Waffenruhe im Iran-Konflikt gilt seit dem 8. April und endet an diesem Mittwoch (22. April). Die zehntägige Waffenruhe zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz läuft erst am Wochenende der kommenden Woche aus.
Trump teilte mit, dass die USA das angereicherte Uran aus Iran in die USA bringen würden, so ZDF-Reporterin Bates aus Washington. Iran lehne die Übergabe ab, so Gaa aus Istanbul.
17.04.2026 | 3:32 minÖlpreise fallen deutlich
Auch US-Präsident Donald Trump erklärte kurz darauf, dass die Meerenge wieder offen sei. Er begrüßte den Schritt und schrieb auf seiner Onlineplattform Truth Social "Vielen Dank". Zugleich kündigte er an, die US-Blockade iranischer Häfen werde bis zu einem Friedensabkommen mit Teheran bestehen bleiben. Eine solche Vereinbarung könne aber sehr bald stehen, schrieb er weiter.
An den von Versorgungsängsten geplagten Rohstoffmärkten machte sich Erleichterung breit. Der Preis für die Nordsee-Sorte Brent verbilligte sich in der Spitze um 13,4 Prozent auf 86,09 Dollar das Fass. Die US-Sorte WTI verbilligte sich um 14,9 Prozent auf 80,56 Dollar. Die Blockade hatte die Ölpreise um bis zu 40 Prozent in die Höhe schnellen lassen. Zeitweise kratzten die Preise an der 120-Dollar-Marke. Durch die Wasserstraße wird ein Fünftel der globalen Ölexporte transportiert.
Nach Irans Ankündigung einer vorübergehenden Öffung der Straße von Hormus sank der Ölpreis um gut zehn Prozent. ZDF-Börsenexpertin Valerie Haller ordnet die Entwicklungen ein.
17.04.2026 | 1:50 minSchifffahrt könnte nur langsam wieder anlaufen
Die Aussicht auf eine wieder offene Meerenge befeuerte auch die Aktienmärkte: Der Dax sprang um 2,3 Prozent auf über 24.700 Zähler. "Die Nachricht wirkt wie ein Befreiungsschlag für die globalen Märkte", sagte Analyst Timo Emden von Emden Research. Die Aussicht auf weitere Gespräche zwischen den USA und dem Iran am Wochenende sowie ein zehntägiger Waffenstillstand zwischen dem Libanon und Israel nährten die Hoffnung der Anleger auf ein baldiges Ende des Krieges im Nahen Osten. Stark aufwärts ging es auch an den US-Börsen. Der Nasdaq-Index steuerte auf seinen dreizehnten Tag im Plus zu.
Bei einem Treffen der Koalition der Willigen in Paris bringt Bundeskanzler Merz (CDU) einen Bundeswehr-Einsatz in der Straße von Hormus ins Gespräch - unter bestimmten Bedingungen.
17.04.2026 | 2:54 min"Die Frage ist jedoch, ob Schiffe es wirklich wagen werden, die Meerenge zu passieren, selbst wenn der Iran behauptet, sie zu öffnen", sagte Ökonom Carsten Brzeski von ING. "Versicherer und Reeder könnten weiterhin zögern, Schiffe durch die Meerenge zu schicken". Entsprechend könnte der Schiffsverkehr "sehr langsam wieder anlaufen". Kriegsschiffe dürfen die Meerenge nach Angaben iranischer Militärs weiter nicht passieren.
Die Reederei Hapag-Lloyd etwa verzichtet vorerst weiter auf Fahrten durch die Straße von Hormus. Man prüfe die Ankündigung Irans sowie die Risiken, teilte das Unternehmen mit.
Wie sind Öl und Gas auf dem Globus verteilt, welche Länder fördern am meisten und wie funktioniert die Verteilung? Ein Überblick über die Rohstoffe im Grafikvideo.
17.04.2026 | 1:34 minBeratungen in Paris über Hormus-Mission
In Paris berieten am Nachmittag zahlreiche Staats- und Regierungschefs, wie die Route militärisch gesichert werden könnte. Die rund 50 Länder stellten eine neutrale Marine-Mission in der für den Welthandel wichtigen Meerenge unter französischer und britischer Führung in Aussicht - sobald die Bedingungen es zuließen.
Bundeskanzler Friedrich Merz bekräftigte, Deutschland sei unter bestimmten Bedingungen bereit, sich daran zu beteiligen. Voraussetzung sei ein Ende der Kampfhandlungen und eine "sichere Rechtsgrundlage". Der britische Premierminister Keir Starmer kündigte an, der Einsatz solle "strikt friedlich und defensiv" sein. Weitere Details sollen kommende Woche in London beraten werden.
Wie der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus abgesichert werden kann, ist Thema einer internationalen Konferenz in Paris mit deutscher Beteiligung. ZDFheute live analysiert die Ergebnisse.
17.04.2026 | 51:27 minMehr zum Iran-Krieg
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