USA wollen Irans Häfen weiter blockieren:Teheran verkündet Öffnung von Straße von Hormus
Die Straße von Hormus soll während der mit dem Libanon geltenden Waffenruhe geöffnet sein. Das teilten US-Präsident Trump und der iranische Außenminister Araghtschi mit.
Schiffe passieren die Straße von Hormus nach dem Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran. (Archivbild)
Quelle: ddpDer Iran hat die Straße von Hormus für die restliche Dauer der Waffenruhe im Libanon wieder vollständig für die Handelsschifffahrt freigegeben. Dies teilte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi am Freitag auf der Kurznachrichtenplattform X mit. Auch US-Präsident Donald Trump erklärte kurz darauf, dass die Meerenge wieder offen sei.
Post des iranischen Außenministers Abbas Araghtschi auf X
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Die Durchfahrt aller kommerziellen Schiffe erfolge auf einer koordinierten Route, die bereits von der iranischen Hafen- und Schifffahrtsbehörde bekanntgegeben worden sei, erklärte er weiter. Als Grund für die Öffnung führte Araghtschi die Waffenruhe im Libanon an. Diese trat in der Nacht zum Freitag in Kraft.
Israels Ministerpräsident Netanjahu bestätigte die Waffenruhe. Es bestehe die Chance auf ein "historisches Friedensabkommen", so Netanjahu.
17.04.2026 | 2:16 minDort hatte sich die proiranische schiitische Hisbollah-Miliz sechs Wochen lang Gefechte mit der israelischen Armee geliefert. Die libanesische Regierung sowie die regulären Streitkräfte des Landes betonten mehrfach, dass sie nicht direkt an diesen Kampfhandlungen beteiligt waren. Derzeit laufen internationale Bemühungen unter Vermittlung Pakistans, um die Feuerpause zu verlängern.
Trump: US-Blockade der Straße von Hormus bleibt für iranische Häfen aufrecht
Die USA hingegen wollen auch nach der Öffnung der Straße von Hormus für den internationalen Schiffsverkehr an ihrer Seeblockade gegen den Iran festhalten. Diese bleibe voll wirksam, da sie sich ausschließlich auf den Iran beziehe, schrieb Trump am Freitag auf seiner Plattform Truth Social.
Die US-Regierung zieht weitere Gespräche mit Teheran offenbar in Betracht - demnach möglicherweise wieder in Pakistans Hauptstadt. Pakistan setzte unterdessen seine Vermittlungsbemühungen fort.
16.04.2026 | 0:24 minErst müssten die "Transaktionen" mit Teheran komplett abgeschlossen sein. "Dieser Prozess sollte sehr schnell vorangehen, da die meisten Punkte bereits ausverhandelt sind", schrieb Trump.
Ölpreise fallen deutlich
Die Ölpreise fielen nach den Meldungen über eine freie Fahrt von Handelsschiffen durch die Straße von Hormus deutlich. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Nordseesorte Brent mit Lieferung im Juni kostet 91,11 US-Dollar und damit mehr als acht Prozent weniger als am Vortag. Zeitweise fiel der Preis unter die Marke von 90 Dollar.
In Paris trifft sich heute eine Koalition der Willigen. Kanzler Merz stellt einen Einsatz der Bundeswehr in der Straße in Hormus in Aussicht - unter Bedingungen.
17.04.2026 | 3:40 minEinen ähnlich starken Einbruch gab es auch beim Preis für Rohöl aus den USA. Hier fiel die Notierung für Öl der Sorte WTI um mehr als neun Prozent auf 85,90 Dollar je Barrel. Der Iran-Krieg und die faktische Blockade der wichtigen Handelsrouten von den Fördergebieten am Persischen Golf durch die Straße von Hormus hatte den Preis für Rohöl der Sorte Brent im März zeitweise bis auf knapp 120 Dollar je Barrel getrieben. Vor dem Beginn des Iran-Kriegs lag der Preis bei etwa 70 Dollar je Barrel.
Staats- und Regierungschefs beraten über militärische Sicherung der Straße
Der Iran hatte seit Beginn der US-israelischen Angriffe am 28. Februar die strategisch wichtige Meerenge faktisch blockiert. Durch die Straße von Hormus wird etwa ein Fünftel der weltweiten Ölexporte transportiert. Dies hat die Energiepreise in den vergangenen Woche drastisch verteuert.
Rund 30 Staaten beraten in Paris, wie die Straße von Hormus nach dem Iran-Krieg abgesichert werden könnte. ZDF-Korrespondentin Christel Haas berichtet, welche Erwartungen es an die Konferenz gibt.
17.04.2026 | 0:51 minIn Paris berieten am Nachmittag zahlreiche Staats- und Regierungschefs, wie die Route militärisch gesichert werden könnte. An dem Treffen nimmt auch Bundeskanzler Friedrich Merz teil. Merz hat bereits grundsätzliche Bereitschaft erklärt, dass sich Deutschland unter bestimmten Bedingungen an einem solchen Einsatz beteiligen würde.
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